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31.05.2010
Folge 227

Wie steht es um Galileo?


Das Informatik-Zentrum Schloß Dagstuhl wurde evaluiert

Im Juli 2009 wurde Schloss Dagstuhl, Leibniz-Zentrum für Informatik, von dem Senatsausschuss Evaluierung der Leibniz-Gemeinschaft begutachtet. Das Ergebnis: Das Informatikzentrum Schloss Dagstuhl widme sich mit herausragendem Erfolg seiner Aufgabe, die internationale Informatikforschung mit einem Seminarzentrum für wissenschaftliche Veranstaltungen zu unterstützen. Der Leibniz-Senat empfiehlt daher Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung fortzuführen.

Seit seiner Gründung im Jahre 1990 bietet Schloss Dagstuhl für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt ein Begegnungszentrum um Forschungsprobleme gemeinsam zu diskutieren und Lösungen kooperativ zu entwickeln. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hebt in seiner offiziellen Stellungnahme hervor, dass es Schloss Dagstuhl gelinge, ein anspruchsvolles, aktuelles und qualitätsgesichertes Seminarprogramm für die internationale wissenschaftliche Informatikfachwelt anzubieten. Das wissenschaftliche Direktorium wählt dazu aus Seminaranträgen die Besten aus und stellt damit ein Seminarprogramm zusammen, welches in jedem Jahr über 3000 ausgewiesene Forscherinnen und Forscher sowie Fachleute aus der Industrie in Schloss Dagstuhl versammelt. Außerdem findet eine effektive Nachwuchsförderung durch das Zentrum statt. Auch die Bemühungen zur Steigerung des Frauenanteils unter den Teilnehmenden werden von dem Leibniz-Senat begrüßt.

Angesichts der weiter zunehmenden Bedeutung der Informatik für Wissenschaft und Gesellschaft wird das Informatikzentrum ermutigt, im Rahmen seiner schon jetzt erfolgreichen Bemühungen um die Fächer übergreifende Zusammenarbeit noch stärker auf die Nachfragen und Bedürfnisse anderer Wissenschaften nach Informatiklösungen einzugehen.

Schloss Dagstuhl erwirtschaftet aus den Beiträgen der Gäste eigene Einnahmen und wird darüber hinaus je zur Hälfte durch Bund und Länder gefördert. Die jährliche Förderung durch Bund und Länder umfasst jetzt ca. 1,9 Mio. Euro. In dem Informatikzentrum Schloss Dagstuhl arbeiten rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 29 Vollzeitstellen. Schloss Dagstuhl ist auch als Ausbildungsbetrieb tätig und hat seit 1991 insgesamt 13 Personen ausgebildet, von denen sieben in feste Anstellungsverhältnisse übernommen wurden. Im laufenden Jahr werden wieder zwei Jugendliche in Schloss Dagstuhl ihre Ausbildung beginnen.


Schloß Dagstuhl in Wadern/Saarland

Die umfassende Senatsstellungnahme kann von dem Server der Leibniz-Gemeinschaft herunter geladen werden: http://www.wgl.de/ (siehe Evaluierung – Senatsstellungnahme – Leibniz-Zentrum für Informatik (LZI)-Schloss Dagstuhl).


Cloud Computing für wen?

Heinz Schmitz

Cloud Computing geistert als Schlagwort durch Medien und Rechenzentren. Anbieter überschlagen sich mit Ankündigungen, die ebenso wolkig sind, wie der Übersetzung des Begriffs „Cloud Computing“. Viele IT-Verantwortlichen glauben, wenn Sie nicht auf den Zug aufspringen, sind sie altmodisch und verpassen die Entwicklung.


Heinz Schmitz versucht abzuschätzen für wen welche Form des Cloud Computing sinnvoll ist

Zum einen betreiben viele Firmen Virtualisierung im eigenen Rechenzentrum. Naben der erhöhten Sicherheit das Daten, können Programme, Rechenleistung und virtuelle Arbeitsplätze ortsunabhängig angeboten werden. Neben diesen internen Angeboten Wächst die Bedeutung externer Clouds. Eine ständig wachsende Zahl von Providern bieten „Cloud-Lösungen“ der unterschiedlichsten Ausrichtungen an.

Für wen ist Cloud Computing notwendig?

Für wen ist Cloud Computing interessant?

Wer kann sich Cloud Computing leisten?

Der Begriff ist, wie früher Multimedia, sehr schwammig und jeder Marktteilnehmer möchte ein möglichst großes Stück von dem Kuchen abhaben. Allerdings welchen Kuchen meinen die Anbieter?

Wenn Google (Google Apps) oder Microsoft (Azure) von Cloud Computing spricht meinen sie etwas vollkommen anders als zum Beispiel Amazon (Elastic Compute Cloud EC²) oder IBM (IBM Smart Business Desktop Cloud).

Google, Microsoft, Salesforce etc. stellen Applikationen über das Internet zur Verfügung. Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. laufen auf Servern beim Anbieter und dort liegen auch die Daten. Vorteilheft für Kunden, denn die Software Weiterentwicklung und Pflege liegt beim Anbieter. Nachteilig ist, dass er auf den Funktionsumfang angewiesen ist und keine eigenen Programme installieren kann. Augenmerk muss auch auf die Datensicherung gelegt werden.

Diese „Applikations Clouds“, ursprünglich sprach man von SaaS (Software as a Service)  sind für Privatleute sicherlich interessant. Sie sind entweder werbefinanziert oder werden gegen Nutzungsgebühr  abgerechnet.  Auch Firmen können darauf zurückgreifen. Allerdings müssen die angebotenen Programme genau den Anforderungen entsprechen. Neben der Datensicherung müssen Sicherheit für vertrauliche Informationen und Einbindung in die vorhandene Netzstruktur (zB. Drucken) genau betrachtet werden.

Dass diese neuen Angebote auch für die Anbieter nicht einfach sind zeigt das Beispiel SAP. Seit Jahren versucht der Softwareriese seine Enterprise Software als Dienstleistung über das Netz anzubieten, ohne bis jetzt eine fertige Lösung präsentieren zu können. SAP will sich mit diesem Angebot neue Kundenkreise erschließen, denn im Mittelstand und bei kleineren Firmen konnten die Walldorfer bis jetzt nicht punkten. Die Software ist vielfach zu mächtig und Installation und Betrieb ist zu teuer. Die R3 Software deckt alle Bereiche einer Unternehmensorganisation ab. Um sie aber an die vorhandene Organisation anzupassen ist Aufwand erforderlich.

Die Software über das Netz, Business by Design genannt, soll dieses Dilemma ausräumen. Kleine sollen nur tTeile Anmieten, die für Ihre Organisation notwendig und bezahlbar ist. Das zerlegen des R3 Software Molochs ist allerdings komplizierter als Ex-Vordenker und –Chef Lothar Apotheker erwartete. Hauptkonkurrent Oracle hat zwar mit Sun zusätzliche eigene Virtualisierungslösungen in Portfolie bekommen, setzt aber, wie SAP, eher auf Softwarevermietung über das Netz.

Anbieter wie IBM oder Amazon gehen andere Wege. Sie vermieten Rechenleistung. Über das Netz werden virtuelle Maschinen und Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Das können Serverleistungen oder auch Desktops sein. Vor allem bei kurzfristigen Kapazitätsanforderungen an die Rechenleistung bieten es sich an, komplette virtuelle Rechner zu mieten. Dort können, in gesicherter Umgebung, eigenen Anwendungen laufen.

Andere Anbieter, wie zB. IBM bieten auch so genannte virtuelle Desktops an. Mit diesen virtuellen Maschinen verbindet man sich über das  Internet. Als Arbeitsplatz kann ein anderer PC oder ein Thin Client dienen. Sogar aus einem Internetcafe kann man an seinem „eigenen“ Rechner arbeiten. Da alle Daten  zentral gespeichert werden, können sie unterwegs nicht „verloren gehen“.

Zudem wird Speicherplatz angeboten auf den man Daten auslagern kann. Interessant immer dann, wenn man ortsunabhängig auf seine Daten zugreifen möchte. Viele Internet Service Provider vermieten Speicherplatz im Netz auch an private Kunden.  

Beachtet werden muss in allen Fällen auf die Sicherheit der Daten und Programme. Da es keine internationale Rechtsprechung gibt, müssen diese Bedingungen per Vertrag direkt mit dem Provider vereinbart werden.



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