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19.07.2010
Folge 229

Andere Länder - andere Gangster

Als wir uns nach der Sommerpause wieder im Tonstudio in Köln einfanden, hatte jeder einige Erlebnisse aus dem Urlaub zu erzählen.

Wolfgang Rudolph hatte Probleme mit der Internetverbindung in Dänemark. Dort gibt es –anders als bei uns- regierungsgeförderte Hotspots, die schon in ihrem Namen das Positive mit sich tragen. NoPay Netze sind bei unseren nördlichen Nachbarn weitverbreitet.
Doch in diesem Jahr blieb der Bildschirm tot. Ein Bagger hatte kurz vorher das Zuleitungskabel zum Hotspot getrennt. Pech gehabt!

Auch ich fühlte mich ein wenig vom Pech verfolgt. Ich gehöre eigentlich zu den gut versorgten Internetusern. Zu Hause werkelt ein zufrieden stellender Kabelanschluss mit 20 MBit/sec, in  Garmisch wird das noch einmal mit 32 MBit/s getoppt. Für das iPhone existiert ein Telekom Flat Pressevertrag mit 52 Euro pro Monat. Zusätzlich nutze ich für unterwegs einen Stick mit Debitel Datenvertrag, der 39,95 € im Monat kostet.

Doch in der Schweiz lässt man am besten alle heimatlichen Flatrates in Ruhe, denn das Roaming wird unverschämt teuer. Für 100 KB Daten fallen 3 Franken Roaminggebühren an. Ein Rechenbeispiel zeigt auf, dass hier die letzten Wegelagerer Europas zugange sind.
Das gilt nicht nur für die Schweiz. Im umgekehrten Falle dürfte es genauso sittenwidrig ausfallen.
Nehmen wir einen Computerclub 2 in der qualitativ niedrigen Version. Der CC2-low hat meistens 7 MByte. Um die in der Schweiz über Roaming, also mit meinem Telekom Vertrag, zu laden, entstünden 70 Pakete à 100 KB: macht schlappe 210 Franken. In Euronen wären dies etwa 150 Euro.

Ich entschied mich dann lieber für eine andere Variante. Lieber iPhone und Mobilstick ausgeschaltet lassen und ein bisschen Internet mit einem Sunrise Stick als Prepaid betreiben. Drei Franken die Stunde für die Nutzung des schnellen UMTS-Netzes klingt eigentlich noch ganz manierlich. Jedoch für die hochbegabten Mathematiker bei Sunrise ist bereits eine Minute eine Stunde. Jeder – auch noch so kurze – Zugang wird mit mindestens einer ganzen Stunde berechnet. Dies empfand ich als Halsabschneiderei.

Meine Tageszeitung zu Hause kann ich abbestellen. Ein kurzes Telefonat genügt. Die Zeit, in der keine Zeitung geliefert wird, wird mir anschließend gut geschrieben.

Warum kann ich das nicht auch mit einem Mobilvertrag machen? Es wird mir niemand erzählen wollen, das ginge mit den Computern nicht. Natürliche ginge das. Der Account wird für die gewünschte Zeit gesperrt und der Vertrag verlängert sich dadurch einfach um die Zeit der Sperrung.

Das wäre fair und würde dem traditionellen Geschäftsgebaren entsprechen.
Frau Ministerin Aigner: es gibt noch viel zu tun. Bringen Sie die Wegelagerer wieder auf den rechten Weg.


Ziemliches Kuddelmuddel in der Internetpolitik



Text wird nachgereicht


WLAN-Spione

Heinz Schmitz

Nachdem dem amerikanischen FBI eine Reihe von Spionen ins Netz gegangen sind, zeigt sich, dass die Zeit der toten Briefkästen in Kai-Mauern oder konspirative Treffen in ominösen Kneipen passé sind. Schade eigentlich, in den alten Spionagefilmen, trugen diese düsteren Situationen immer zur Spannung bei.


Heinz Schmitz berichtet übr Alltagstechnik im Spionageeinsatz

Aber der Spion von heute nutzt keine Zahlenketten, die über Funk verbreitet werden, keine unsichtbare Tinte, keine Mikrofilmpunkte. Er ist der Welt moderne Kommunikation angekommen.

Im bekanntgewordenen Fall trafen sich Spione und Führungsoffiziere ganz normal im Cafe, im Park oder am Strand. Sie setzten sich allerdings nicht zusammen auf eine Bank oder an einen Tisch. Ohne Blickkontakt wurde der Laptop ausgepackt und schon kann die Kommunikation beginnen, per WLAN. Ohne Hotspot wird ein so genanntes AdHoc Netzwerk (http://de.wikipedia.org/wiki/Ad-hoc-Netz) aufgebaut und zwischen den Rechnern eine direkte verschlüsselte Verbindung aufgebaut. Innerhalb von 20-30 Sekunden wurden ausspionierte Ergebnisse und neue Befehle ausgetauscht. Die Verbindung wurde abgebaut, die Laptops eingepackt und jeder zog seines Weges – ohne den anderen auch nur eines Blickes zu würdigen.

Waren die Spione gezwungen Daten per Mail, über offizielle Kanäle zu verschicken, so versteckten sie diese in Bildern. Steganographie (http://de.wikipedia.org/wiki/Steganographie) ist eine sichere Methode Daten in Bildern unauffindbar für externe zu verstecken.

Wie die Spione nutzen auch die Ermittler keine geheime Technik, die in geheimen Labors entwickelt wurde. Hard- und Software ist in jedem Elektronikladen zu kaufen. Software zum verschlüsseln und entschlüsseln gibt es massenweise in der Open Source Szene. AdHoc Netze kann man mit jedem Rechner, der eine WLAN-Karte aufbauen. Die Verschlüsslungen der Treiber sind so gut, dass auch das FBI sie nicht knacken konnte.

Auf die Spur kamen die Ermittler den Spionen auf herkömmliche Weise. Sie machten sich, wie andere Spione auch, nach einigen Jahren mehr oder weniger erfolgreicher Spionagetätigkeit, durch Ihr Verhalten verdächtig. Das reichte jedoch nicht zum Zugriff. Zwar beobachtete man die Tätigkeit mit den Laptops, erspähte auch die MAC-Adressen der Rechner aber die Verschlüsselten Inhalte waren nur digitaler Müll. Man kannte also die Akteure aber nicht die Inhalte.

Der Leichtsinn kam der Spionageabwehr zur Hilfe. Bei einer heimlichen Hausdurchsuchung im Jahre 2005 fiel den Polizisten neben einigen Festplatten, ein Zettel mit einem Passwort in die Hände – der Verschlüsselungscode fürs WLAN. Jetzt war es leicht mit WLAN-Sniffern (http://de.wikipedia.org/wiki/WLAN-Sniffer) nicht nur die Rechner zu finden, sondern auch die Inhalte zu verstehen.

Die Spione flogen letztlich nur zwei Fehler auf, die gerne im normalen Leben gemacht werden: Sie notierten das Passwort auf einem Zettel, der offen herumlag  und noch gravierender, in all den Jahren änderten sie ihr Passwort nicht.



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