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23.08.2010
Folge 234

Flaschenhals Internet

Die Internet-Architektur stammt vorwiegend aus den 1970er und 1980er Jahren. Die heutigen Diensten wie die Video-Plattform YouTube oder sozialen Netzwerken wie Facebook überfordern die bestehende Infrastruktur zunehmend. Die technischen Grundlagen des Internets, etwa des IP-Protokolls, sind mehr als 30 Jahre alt. Als das Internet ins Leben gerufen wurde, hat man nicht vorhergesehen, dass es im Laufe der Zeit so viele neue Anwendungen vom Videostreaming bis hin zu Dateitauschbörsen geben würde.

Eigentlich muss das Internet dringend modernisiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen erarbeiten Telekommunikationshersteller, -netzbetreiber sowie Forschungseinrichtungen im EU-Projekt SAIL (Scalable and Adaptive Internet Solution) gemeinsam neue Technologien und Lösungen für den Übergang zum Internet der Zukunft. 24 Unternehmen und Institutionen aus neun europäischen Ländern sowie aus Israel und Australien arbeiten daran, dass das Internet der Zukunft vielfältiger, schneller und sicherer wird.


Heinz Schmitz über die Engpasse im Internet und die Bemühungen das World Wide Web zukunftsfest zu gestalten.

Das Internet, und wie es in privaten und geschäftlichen Bereichen genutzt wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark verändert, dass die heutige Technologie zukünftigen Anforderungen nicht mehr genügt: Die steigende Zahl der Nutzer wird die Telekommunikationsnetze früher oder später überfordern, und die wachsende Menge der Daten macht es immer schwerer, den Verkehr zu beherrschen und Informationen im WWW oder angeschlossenen Datenbanken schnell und zuverlässig zu finden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die Europäische Union das Forschungsprojekt SAIL gestartet, das skalierbare und anpassungsfähige Lösungen für das Internet der Zukunft entwickelt.

SAIL nutzt State-of-the-Art-Architekturen und-Technologien, die im Projekt erweitert und ergänzt werden. SAIL wird dabei verschiedene Prototypen entwickeln, mit denen Verbesserungen an konkreten Anwendungsfällen direkt aufzeigt werden sollen. Das Projekt gliedert sich in drei Bereiche: Cloud-Networking, Open Connectivity Services und Network of Information. Cloud Networking kombiniert Cloud Computing mit Verfahren für den effizienten Betrieb von Telekommunikationsnetzen. Mit Open Connectivity Services werden Datentransport und Routing über heterogene Netzwerktechnologien, wie z.B. Glasfaser-Backbones oder drahtlose Zugangsnetze adressiert.

Fraunhofer SIT zum Beispiel verantwortet innerhalb des SAIL Projektes u. a. die gemeinsame Behandlung sicherheitsrelevanter Aktivitäten aus den drei Projektbereichen. Ziel ist es dabei die Erstellung eines projektweit einheitlichen Sicherheitsframeworks, das übergreifend verwendet werden kann und anhand dessen die Projektergebnisse, im Hinblick auf die Umsetzung sicherheitsrelevanter Fragestellungen, beurteilt werden können. Darüber hinaus wird sich Fraunhofer SIT im Bereich des Cloud Networking an der Identifizierung neuer Sicherheitsrisiken beteiligen und ein Konzept für den sicherheitsbewussten Umgang mit virtuellen Netzwerken, Speicher- und Rechnerressourcen entwerfen.

Um industrienah Prototypen entwickeln und testen zu können, beteiligen sich zahlreiche Unternehmen an SAIL – Netzbetreiber ebenso wie Hersteller von Geräten und Komponenten. Zum Konsortium gehören neben Projektkoordinator Ericsson auch Alcatel-Lucent, Nokia Siemens Networks, NEC, Hewlett-Packard, France Telecom, Telefonica, Telecom Italia, Portugal Telecom Inovação, DoCoMo, Robotiker, SICS, IST - Technische Univ. von Lissabon, Univ. Paderborn, Aalto Univ., KTH Stockholm, Fraunhofer SIT, Univ. Bremen, Institut Telecom, Technion, INRIA, Trinity College Dublin, Univ. Kantabrien und NICTA.


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