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08.01.2007
Folge 25

Darf es ein bißchen kleiner sein?

Mikroprozessoren sind wahrlich eine Kunst für sich. Wir sind da in der Vergangenheit durch viele Täler und vor allem Höhen gegangen. Wenn man bedenkt, wie harmlos alles noch vor zehn Jahren war. Da konnte man zwar die Transistoren auf einem Prozessor auch nicht mehr von Hand zählen, weil sie weit die Millionengrenze hinter sich gelassen hatten. Doch heute sind wir eine ganze Potenz höher. Die Transistoren auf den Prozessorchips gehen in die Milliarden.

Nun wissen wir ja alle, die einmal per Lötkolben Schaltungen realisierten, dass ein Transistor drei Anschlüsse benötigt. Für die ganz und gar Entwöhnten: hier noch einmal der Grund. Basis, Kollektor und Emitter wurden verbunden werden. Wenn man nun hört, dass Milliarden Transistoren auf einem Prozessor funktionieren sollen, so ist es schon ein Problem die Verbindungen zwischen den Transistoren herzustellen. Wollte man das mit dünnen Kabeln realisieren, so wäre der Prozessor wahrscheinlich 1 Tonne schwer. Hier sind Leiterbahnen gefragt, die immer dünner und fragiler werden.

Noch vor wenigen Jahren war es unvorstellbar, dass man Leiterbahnen in einem Raster von 45 nm = 45 Nanometer oder 45 * 10 hoch -9  Meter aufbringen könnte. Doch man kann.  Und wahrscheinlich kann man noch mehr. Das Moore'sche Gesetz gilt auch hier.

Mit dem Vergleich eines Menschenhaars kann man mittlerweile keinen Staat mehr machen, denn dieses Menschenhaar wäre ein Balken in der Struktur, der alles zerschlagen würde. Wir können uns eigentlich freuen, dass die Ingenieure in den Firmen so kreativ sind und uns Hardware liefern, die Jahr für Jahr die Grenzen sprengt.

Ich sitze hier an einem Laptop, der State of the Art ist. Mit einem Doppelcoreprozessor und 240 GByte Plattenkapazität und 2 GB Hauptspeicher macht es einfach Spaß, den Computer zu benutzen. Wir müssen auch einmal anfangen, zufrieden zu sein - obwohl Zufriedenheit auch der Garant für Stillstand bedeutet.

Demnächst werden wir neue Prozessoren einsetzen, die mehrere Kerne haben, obwohl noch niemand diese programmieren kann. Wir werden mehr Flops unser eigen nennt und wir werden auf eine Computerleistung zurückgreifen, die Konrad Zuse noch nicht einmal im Traum hätte sich ausdenken können.


Darf es ein bißchen wärmer sein?



Ich wollte es zuerst nicht glauben. Wolfgang Rudolph kam im Studio an und berichtete, dass er mehrere Tage lang so nebenbei die Temperaturen in den Kühltruhen bei verschiedenen Discountern gemessen hat. Alle Messungen, die er unternahm, zeigten völlig falsche Werte an - oder besser: sie zeigten Werte an, die so hoch nie hätten sein dürfen.

Lebensmittel sind eine fragile Ware. Vor allem, wenn sie einer Kühlung unterliegen müssen und diese Kühlung nicht gewährleistet ist. Da gibt es sensible Produkte wie Hackfleisch, die heute in einer Schutzgas gefüllten Verpackung aufbewahrt werden und damit ein längeres Haltbarkeitsdatum erhalten. Vorausgesetzt: die Kühlkette von maximal +2 ° Celsius wird in keinem Falle überschritten.

Als Wolfgang Rudolph mit seinen Thermometern erschien, wollte ich das auch genau wissen.Zum nächsten Supermarkt war es nicht weit. Ich war dann schon erschrocken, als wir die Hackfleischpackung, die vorne in einem offenen Kühlregal lag, mit 5.6 ° Celsius bestimmten. Die Thermometer, die wir benutzten, waren allesamt neu geeicht und hatten eine Toleranz von plus minus 0.2 %.  Genauer geht es kaum.

Selbst das Hackfleisch, das ganz hinten und ganz unten im Kühlfach gelagert wurde, zeigte noch 3.1 Grad an und nicht die geforderten < 2° C.

In den geschlossenen Tiefkühltruhen fanden wir dann noch mehr Ungereimtheiten. Hier gibt es in jeder Tiefkühltruhe eine Markierung der maximalen Stapelhöhe. Oftmals ist dies ein farblich gekennzeichneter Strich in der Truhe. Wir fanden aber Tiefkühltruhen vor, die weit überstapelt waren. Gerade die Problemfälle "Huhn" wurden bis knapp unter die Schiebetür gelagert. Falsch.

Auch die Temperatur war wieder weit ab von gut und böse. Die geforderten - 18 ° in der Kühlkette fanden wir in keiner einzigen Truhe. Das Maximum, was ablesen konnten, nachdem wir uns den Weg zum Boden der Truhe freigeräumt hatten, war -17.1 ° Celsius.

Auch nicht tief genug gekühlt; doch gegenüber den anderen Temperaturen geradezu ein Musterfall. Alles in allem waren wir wirklich enttäuscht von der Nachlässigkeit, wie man mit Lebensmitteln umgeht, die auf der Liste der problematisch zu lagernden Produkte stehen.

Klar, man kann alles übertreiben; doch es nicht rechtens, bestehende Gesetze zu ignorieren, und auf eigene Faust eine Kühlkette zu definieren, die nicht vom Gesetzgeber vorgesehen ist. In den Fällen des Verstoßes gehört die Kühltruhe oder das Kühlregal komplett ausgeräumt und die Lebensmittel vernichtet.

Man kann da relativ schnell zu einer Änderung beitragen. Wenn wir als Techniker mit dem entsprechenden Wissen durch Eigenüberprüfung dazu beitragen können, dass die Lebensmittelprüfer von  dem Verstoß erfahren, so kann sehr schnell Abhilfe geschaffen werden.



Das Gespräch mit Regina Heid von der Verbraucherzentrale in NRW brachte dann auch die nötige Schützenhilfe. Es ist ein schwerwiegendes Vergehen, wenn ein Mitarbeiter oder gar ein Filialleiter höhere Temperaturen in den  Kühlgeräten anordnet, um damit Stromkosten zu sparen. Man sollte sofort eingreifen, wenn man feststellt, dass die vorgeschriebene Temperatur nicht eingehalten wird.

Vom technischen Standpunkt aus sind wir heute gut dran, denn brauchbare Infrarotthermometer  gibt es schon ab 20 Euro. Die lassen sich einfach bedienen. Kurz auf die Ware gehalten und 1 Sekunde auf eine Taste gedrückt, liefert eine gute Temperatur der verpackten Ware. Da braucht man auch keinen Laserpointer, der in manchen Geräten eingebaut ist und so vor sich hin schielt.

Es gibt einige wichtigen Vorschriften, an die sich die Verkäufer halten müssen. Davon sind einige besonders sensibel einzuhalten. Als wir in einem Supermarkt recht auffällig mit unseren Thermometern herumfuchtelten, wurden wir beobachtet. Ich habe dann darauf gewartet, dass das Personal mit einem eigenen Thermometer unsere Messeung ad absurdum führen wollte. Doch peinlich - die Verkäuferin fand in dem Schrank, in dem sie das Thermometer vermutete, kein Messgerät. So konnte sie uns auch kein Paroli bieten. Und wenn, wir hätten unsere Geräte dagegen gestellt und eine Eichung mit gesunder optimistischer Erwartung über uns ergehen lassen.

Frau Heid sagte mir, dass sie einen Supermarkt in Düsseldorf kennt, der seine Temperaturen in den Kühlaggregaten  online messen lässt. Wenn es dann in Dresden -so meinte sie- zu einer Alarmmeldung kommt, so wird man in Düsseldorf anrufen, dass hier etwas falsch ist. Doch was ist dann zu machen, wenn man das Thermometer zum Nachmessen nicht findet, wie oben beschrieben?

Sicherlich ist ein solcher Teleüberwachungsservice heutzutage kein Problem mehr, zumal die Temperaturdaten -auch vieler Kühltruhen- ein kleines Protokoll erfordert. Ich konnte allerdings mit meinen Recherchen keinen  Erfolg. Einen solchen Dienst konnte ich nicht finden.


Darf es ein bißchen anonymer sein?

So langsam merkt auch der letzte Internetuser, dass seine Aktivitäten nicht nur  ihm bekannt sind. So werden Infos hin und her geschickt. Vor allem Google ist ein kräftiger Sammler von persönlichen Daten.

IP Adressen liegen im Internet "auf der Strasse" und so bedienen sich viele Dienste an der Sammlung der Informationen. Cookies werden immer häufiger gesetzt, die gute oder auch schlechte Informationen ablegen können. Wolfgang Rudolph erzählte mir, dass Google 27 mal eine Aufforderung zur Einschaltung des Cookieempfangs sendete. Das ist schon recht bedenklich und man sollte sich dagegen wehren. Man muss nicht immer seine Daten abgeben, auch wenn es vorgeschobenerweise für einen guten Zweck ist. Die persönlichen Daten, die zunächst einmal gar nichts Besonderes bedeuten, werden aber in Datenbanken  niedergeschrieben, die irgendwann einmal zurückschlagen können.

Wenn man mit den Daten im Moment nichts anfangen kann, so können sie jederzeit zur Lokalisierung benutzt werden.  Man muss sich nicht wundern, wenn man  plötzlich Angebote zu einem Kursus bekommt, um die angesammelten Fettpolster abzubauen. Sagt  man ab, dann war die Aktion umsonst, sagt man aber zu, so war die Werbeaktion erfolgreich und man wird sich an den Bindungseffekten  erfreuen.


Peter Schaar


Wir unterhalten uns in der Sendung mit dem Bundesdatenschützer Peter Schaar über die Möglichkeiten der Anonymisierer im Netz. Es war ein bundesrepublikanisches Forschungsprojekt, wie man sicher stellen kann, dass die Spuren im Netz verwischt werden können. Solche Dinge ärgern natürlich einige Leute, die darauf angewiesen sind, genau zu wissen, was der oder der macht. Und so kam es vor einiger Zeit zur Sicherstellung von zwei Servern, die diese Anonymisierung vorgenommen haben. Wohlgemerkt: es handelte sich um Server, die von der Bundesregierung mit Forschungsgelden unterstützt wurden. Natürlich mussten die Rechner wieder freigegeben werden.

Jetzt - Anfang Januar 2007 ist dieses Forschungsprojekt ausgelaufen und die Anonymisierung wird zu einem kommerziellen Dienst ausgebaut. Viele Internetler, die von der Beschlagnahme der Server gehört hatten, waren jetzt unsicher geworden, ob dies überhaupt legal ist, wenn man seine Spuren im Netz verwischen läßt.

Wir fragten den Bundesdatenschützer Peter Schaar danach. Eine klare Antwort: Ja, sie sind gewollt und legal. In dem Gespräch werden noch weitere interessante Punkte angesprochen. Sind Sie gespannt.


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