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13.09.2010
Folge 237

Schloss Dagstuhl: Zukünftige Karten für Menschen und Maschinen

Jeder von uns kennt herkömmliche Karten: Katasterkarten, welche Flurstücke und Gebäude enthalten, topographische Karten, welche das Gelände und darauf befindliche Objekte wiedergeben, oder abgeleitete Werke wie Freizeit- und Wanderkarten. Dass diese Karten heute digital produziert und bereitgestellt werden, ist keine Überraschung.

In den letzten Jahren ist jedoch ein neuer Kartentypus sehr populär geworden: Karten für Navigationssysteme, welche uns im Internet, auf einem Navigationssystem oder auf unserem Smartphone zur Verfügung stehen. Im Unterschied zu herkömmlichen Karten sind sie nicht nur digital sondern enthalten zusätzliche Informationen, die ein Navigationssystem in die Lage versetzen, Routen zu berechnen und uns zum Ziel zu führen. Obwohl uns dies selbstverständlich erscheint, markiert es dennoch einen Wendepunkt. Erstmals enthalten Karten Bestandteile, die ausschließlich für den Rechner bestimmt sind und uns nur mittelbar - in diesem Fall durch eine geplante Route und durch Fahranweisungen - zur Verfügung gestellt werden.

Die Entwicklung derartiger Karten, oder allgemeiner "Umgebungsbeschreibungen", steht erst am Anfang. Beispielsweise sind die folgenden Fragen interessant: Können wir in Zukunft Umgebungsbeschreibungen erstellen, welche es einem Fahrzeug (oder Nutzer eines Smartphone) ermöglichen, seinen Ort zu bestimmen - nur durch Aufnehmen einiger Bilder und (automatischem) Abgleich mit einer globalen "Karte"? In ähnlicher Weise, wie Menschen Orte wiedererkennen? Wie genau und zuverlässig wäre dies möglich in dynamischen Szenen, welche auch andere Personen und Fahrzeuge enthalten und durch Wechsel in Beleuchtung, Witterungsbedingungen und Vegetation gekennzeichnet sind? Ist es denkbar, die hierfür benötigten Umgebungsbeschreibungen durch die Nutzer selbst erstellen zu lassen, so dass ein ständiger "Datenstrom" zu einer stets aktuellen Karte führt, gewissermaßen einer kollektiven Vorstellung der örtlichen Situation?

Die Lösung dieser Fragen ist nicht nur der Schlüssel zu besseren, aktiven Fahrerassistenzsystemen, welche die Zahl der Unfälle deutlich reduzieren werden. Längerfristig wird auch die Entwicklung autonomer Fahrzeuge begünstigt, welche uns vom Zwang selbst zu steuern, befreien und uns Mobilität bis ins hohe Alter ermöglichen. Nicht zuletzt besteht auch ein rein wissenschaftliches Interesse daran, herauszufinden, welche Repräsentation der Umgebung geeignet ist, verschiedene Aufgaben des täglichen Lebens zu unterstützen.

Heute werden derartige Ansätze in verschiedenen wissenschaftlichen Gemeinden diskutiert. Das Ziel des Dagstuhl-Seminars "Dynamic Maps" ist es, Forscher aus der Geodäsie und Kartographie, des Bildverstehens, der Robotik und der Fahrerassistenz zusammenzubringen, um die Arbeiten in den jeweiligen Feldern zu verstehen, die Vorstellung von zukünftigen Umgebungsbeschreibungen zu konkretisieren und weitere Schritte zu koordinieren.

Mehr zu dem Dagstuhl-Seminar "Dynamic Maps" unter http://www.dagstuhl.de/10371


Sicherheit in der Wolke

Virtualisierung und das populäre Cloud Computing hilft Rechner effizienter auszunutzen. Die Hardware ist heute leistungsfähig genug, die Aufgaben mehrerer Server auszuführen. Dazu wird ein Hypervisor quasi als Betriebssystem installiert. Auf diesem laufen dann die virtuellen Maschinen, also die eigentlichen Rechner. Um nicht auf jeder virtuellen Maschinen die gleiche Sicherheitssoftware installieren zu müssen, hat zum Beispiel Trend Micro Deep Security eine Serversicherheitslösungen speziell für virtuelle Umgebungen.. Das Modul verfügt über VMware vShield Endpoint-Programmierschnittstellen zum Schutz vor Malware für virtuelle VMware-Maschinen. Auch andere Sicherheitssoftware Anbieter wie G-Data, Symantec, F-Secure etc. arbeiten an Lösungen für den Schutz virtueller Umgebungen.


Heinz Schmitz über virtuelle Umgebungen und die Möglichkeit der zentralen Sicherheitssoftware darin.

Diese Sicherheitspakete werden direkt am Hypervisor installiert. Sie können allerdings nicht auf die Inhalte und Prozesse in den virtuellen Maschinen zugreifen, denn die laufen isoliert in einer so genannten Sandbox. Allerdings laufen alle Datenströme für die virtuellen Maschinen über den Hypervisor. Diese Ströme untersucht die Sicherheitssoftware und kann so Schädlinge abfangen, bevor Sie im Rechner Unheil anrichten können.

Wir wichtig alle Hersteller diese Thema nehmen kann man daran sehen, dass die Standardisierungsorganistion Distributed Management Task Force (DMTF) zwei Dokumente veröffentlicht, die dabei helfen sollen, standardisierte Programmierschnittstellen für den Einsatz von Cloud-Systemen zu beschreiben. Die Dokumente – "Architecture for Managing Clouds" und "Use Cases and Interactions for Managing Clouds" – sind ein Arbeitsergebnis des letztes Jahr initierten "Open Cloud Standards Incubator", die als Basis für die weitere Standardisierung an in Cloud-Infrastrukturen zu verwendenden Schnittstellen und Formaten dienen sollen. Der DMTF gehören Unternehmen wie AMD, Cisco, Citrix, Dell, EMC, Fujitsu, HP, IBM, Intel, Microsoft, Oracle und VMware an.



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