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04.10.2010
Folge 240

Der Heatball - ein interessantes Heizprojekt.

Wir haben es alle am eigenen Leib verspürt. Plötzlich gab es in den Geschäften die alte bewährte 100 Watt Glühlampe nicht mehr zu kaufen. Kurze Zeit später war die 75 Watt Glühlampen dran. Der Tausch der Leuchtmittel wird nicht von jedem Fachmann positiv bewertet. Der Ersatz sind die Energiesparlampen, die es zum Teil ja in sich haben. Wir tauschten die Glühlampen für ein giftiges Produkt. Denn mit den Quecksilberresten in den Sparlampen ist nicht zu scherzen.Auch die Entsorgung bietet Probleme. Zum einen dürfen diese Lampen nicht im Hausmüll verwertet werden, zum anderen nimmt nicht jeder Händler die Lampen zur Entsorgung zurück.
Zum Glück hat sich Siegfried Rotthäuser http://www.heatball.de etwas Sinnvolles einfallen lassen.
Um die freiwerdenden Fassungen weiterhin zu benutzen, hat er das Produkt Heatball entwickelt und auf den Markt gebracht. Das Heizgerät hat einen relativ hohen Wirkungsgrad (95 Prozent). Die 5 Prozent Verluste werden in Licht umgesetzt.

Jeder, der sich den Heatball anschafft ist bei der Rettung des Regenwaldes dabei. Denn 30 Cent gehen an eine Stiftung Regenwald.

Leider waren die Heatballs nach Bekanntwerden relativ schnell ausverkauft. Über eine Neubeschaffung wird nachgedacht.


Industrial Ethernet - das Netz erobert die Fabrik

Der Wurm Stuxnet (http://www.cczwei.de/index.php?id=news&newsid=531) hat Weltweit aufhorchen lassen. Obwohl er sich seit über einem Jahr durch das Internet schlängelt, wurde er erst im Juni entdeckt und hat trotzdem dann noch tausende Rechner verseucht. Besonders betroffen waren Industrieanlagen im Iran. Neu an dem Schädling waren nicht nur die extrem ausgereiften Angriffsmechanismen, sondern auch das eigentlichen Angriffsziel. Das waren industrielle Steuerungen der Firma Siemens, wie man Sie in Autofabriken, in Raffinerien, in Maschinenbaubetrieben und auch in Kraftwerken findet.

Über den jeweiligen Windows Steuerrechner sucht der Wurm die programmierbare Steuerung und kann sie dann kontrollieren. Im Fall von Stuxnet, so iranische Experten, war er ausschließlich zur Spionage programmiert und hat keine aktiven Schäden hinterlassen. Mittlerweile soll er aus allen Steuerungen entfernt worden sein.

Zum ersten Mal ist so bekannt geworden, dass ein Computerschädling industrielle programmierbare Steuerungen angreift. Möglich werden solch fatale Angriffe, weil immer mehr Steuerungen per Netzwerk zu erreichen sind.


Heinz Schmitz über den Einsatz von Netzwerktechniken im industriellen Umfeld.

Der Feldbus, der oft für die Verbindung von Steuerungen und Kontrollrechnern eingesetzt wurde und wird, ist nicht so normiert, wie es aus dem Vernetzten Büroumfeld gewohnt. Selbst Stecker und vor allem Kabel haben die unterschiedlichsten Ausprägungen. So setzt auch die Industrie auf eine Netzwerktopologie, das Industrial Ethernet (http://de.wikipedia.org/wiki/Industrial_Ethernet).

Hier gibt es standardisierte Stecker, wie den bekannten RJ-45- allerdings in einer Industrieversion- und einigen Lichtleitern, die unempfindlich gegen elektrische Impulse sind. Die Verkabelung realisiert man mit Cat 5 bis Cat 6 Kabeln, bekannt auch aus dem Büroumfeld.

Allerdings unterscheiden sich die Anforderungen Hard- und Software erheblich. Die Hardware wird in Schaltschränken verbaut und üblicherweise auf so genannten Hutschienen installiert. Router, Switches würden sonst bei den Erschütterungen, die in Fertigungsbetrieben üblich sind, durch die Schränke purzeln. Die Geräte werden nicht nur mechanisch grob beansprucht. Öldämpfe, Lösungsmittel oder Staub sind allgegenwärtig. Deswegen sind die Geräte auch in der Regel lüfterlos, denn der Schmutz würde sonst in das Gerät gezogen. Temperaturen von -40 Grad bis über 70 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Büroelektronik gibt unter solchen Bedingungen schnell den Geist auf.

Das Ethernet ist von der Grundidee eigentlich nicht für Steuerungsaufgaben ausgelegt. Hier kommt es auf schnelle, definierte und zuverlässige Antwortzeit an. Ein Kran, der gegen einen Endschalter fährt, muss sofort anhalten. Verzögerungen könnten schlimme Folgen haben – er könnte zum Beispiel abstürzen.  Für das Industrial Ethernet (http://www.pdv.reutlingen-university.de/rte/) hat man Reaktionszeiten von weniger  als einer Millisekunde vereinbart. Alle beteiligten Netzwerkkomponenten müssen natürlich wissen, das Datenpakete, die Steuerungsinformationen beinhalten, absoluten Vorrang haben, sonst kommt es zum Crash.

Die Standardisierung, die man im normalen Netz kennt, gibt es im industriellen Umfeld leider nicht. Trotz aller Bemühungen ist es nicht gelungen, einheitliche Datenströme zu vereinbaren. So existieren parallel Protokolle wie Sercos-III, SaftyNet p, Varan, Profinet IO, EtherNet I/P, Powerlink, FL-Net oder EtherCAT (http://www.anybus.de/technologie/ethernet.shtml)

Gerade die Erleichterung der Planung von Anlagen und der Vereinheitlichung vieler Komponenten macht das Industrial Ethernet für Fertigungsbetriebe, Gebäudeautomatisierung, Chemische Industrie, Verkehrsleitsysteme etc. so attraktiv. Ob ein Wurm wir Stuxnet diese Entwicklung bremst ist unwahrscheinlich. Die Experten werden aber in der Zukunft verstärkt auch auf die Sicherheit der Prozessautomatisierung achten.


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