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18.10.2010
Folge 242

HTML5 - Die Zukunft der Webseiten

Sie ist mittlerweile in die Jahre gekommen, die Sprache, in der Webseiten über das Internet in die Browser gelangen. Die zurzeit aktuelle Version der Seitenbeschreibungssprache HTML4.1 (Hyper Text Markup Language) wurde im Jahr 1999 definiert, lange vor Web 2.0, sozialen Netzwerken, YouTube etc. Mangelnde Bandbreite und fehlende Algorithmen machten Video on Demand für alle zur Fiktion.



Heinz Schmitz über HTML5, der zukünftigen Seitenbeschreibungssprache des Internet.

Seit der Weigerung von Applechef Steve Jobs, Abobe Flash auf seine iPhones und dem iPad zu implementieren, verstärkt sich das Interesse an HTML5 (http://de.wikipedia.org/wiki/HTML5), der neuen Seitenbeschreibungssprache für Internet Inhalte.

Neu ist die Idee einer neuen HTML-Version nicht. Schon im Jahre 2004 wurde von der WHATWG (http://www.whatwg.org/), der Web Hypertext Application Technology Working Group, einer der vielen Arbeitsgruppen rund um das Internet, begonnen HTML5 zu definieren. Ende 2006 stieß dann  Tim Berners-Lee vom CERN, dem Vater des World Wide Web, zu der Gruppe. Das World Wide Web Consortium, oder kurz W3C (http://www.w3.org), verfolgt zu dem Zeitpunkt noch ein anderes Ziel. Alle Webinhalte sollten, nach Meinung der Gruppe, als XML strukturiert werden. XML ist aber eigentlich eine formale Datenbeschreibungssprache. HTML beschreibt aber das Aussehen einer Seite. Das XHTML2.0 wurde zunächst parallel zur Entwicklung von HTML5 betrieben. 2007 gab das W3C allerdings seien Bemühungen auf und die Arbeit konzentriert sich dem auf HTML5. Leider ist trotz der langen Entwicklungszeit noch keine endgültige Version standardisiert. Zurzeit sind der siebente Arbeitsentwurf und ein „Editors Draft“ vom 7. Oktober 2010 (http://dev.w3.org/html5/spec/Overview.html) die aktuellsten Dokumente. Eine Prämisse ist dem Konsortium sehr wichtig: HTML5 soll bestehendes erweitern ohne es Einzuschränken. Im Klartext auch zukünftige Browser die für HTML5 optimiert sind werden weiterhin bestehende Webseiten anzeigen können.

Im Gegensatz zum Vorgänger ist HTML5 (http://www.drweb.de/magazin/html5-ueberblick) sehr strukturiert. Damit wird der Aufbau von Dokumenten und Seiten übersichtlicher und leichter. Bisher war HTML immer ein „Ableger“ von SGML oder Standard Generalized Markup Language (http://de.wikipedia.org/wiki/Standard_Generalized_Markup_Language), einer enorm mächtigen normierten  verallgemeinerten Auszeichnungssprache. HTML5 wird nicht mehr als solche Tochter betrachtet und kann daher in der Entwicklung auf die Bedürfnisse des Internet optimiert werden.

Mit DOM (Document Objet Model) steht ein Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung über die sich Automatisierungsprozesse realisieren lassen. Das es mehr Datentypen als bisher geben wird, werden diese in Mikroformaten oder besser in Resource Description Framework Attributes beschrieben (http://de.wikipedia.org/wiki/Mikroformate#Alternativen).

Neben Texten und Grafiken beschäftigt sich HTML5 auch mit Multimediadaten. Für Bilder beschrieben die Typen “figure“ und „legend“. Neben dem eigentlichen Bild (figure), wird direkt eine Bildunterschrift (legend) zugeordnet.

Besonders wichtig wird oft die direkte Einbindung von Videos in Seiten hervorgehoben. HTML5 kennt „audio“ und „video“ mit denen der Browser dann umgehen muss. Allerdings gibt es hier Einschränkungen gegenüber den ursprünglichen Ideen. Sollten ursprünglich die freien Codecs der ogg-Vorbis-Famile (http://www.vorbis.com/) die  Basis der eingebauten Player bilden haben die mitarbeitenden Firmen ihre eignen Interessen mit durchgesetzt. Apple möchte das eigene Quicktime Format weiterentwickeln und Adobe setzt auf das verbreitete Flash-Format, das auf vielen Webseiten die Basis für Audio und Video-Inhalte bildet.

Schon heute sind die aktuellen Webbrowser mehr oder weniger HTML5 kompatibel. Auf der Webseite http://html5test.com/ kann jeder den von ihm verwendeten Broser bewerten lassen. In 16 Abteilungen wird die Kompatibilität zum bisherigen Entwicklungsstand beurteilt. Browser können dort von 0 bis 300 (Kompatibilitäts-) Punkte erhalten. Wir haben einige Browser getestet und waren erstaunt, wie weit die Ergebnisse auseinander lagen. Der Schwächste Proband bei dem Test war der Internet Explorer 8 und der Sieger war ganz klar Google Chrome sowohl unter Windows wie auch unter Linux.


Der Kompatibilitätstest der einzelnen Browser zeigt sehr unterschiedliche Ergebnisse

Wer heute schon sehen will, was mit HTML5 möglich ist kann zum Beispiel sich auf der Seite http://html5demos.com/ oder auf http://html5gallery.com/ Experimente und Demos für verschiedene Browser anzeigen lassen. Die Standardisierung sollte eigentlich Mitte 2010 abgeschlossen sein. Leider ist noch nicht abzusehen wann die derzeitigen Entwürfe von allen ab genickt und dann zum Standard werden.


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