ComputerClub 2
Sitemap Kontakt
  Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
Suche:   Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
  Aktuelle Sendung
  Nächste Sendung
  Sendungsarchiv
  Downloads


SENDUNGSARCHIV

15.01.2007
Folge 26

Darf jeder senden?

Wenn man aus der Ecke des Öffenlich Rechtlichen Rundfunks kommt, dann hat man mit den Regularien vielleicht mehr zu tun, als andere, die viele Dinge leichter sehen können. Als wir unsere Internetsendung CCZwei begannen, hatte ich mehrmals darüber diskutiert, dass wir eine Sendung produzieren, die alle Merkmale einer professionellen Ausstrahlung entspricht.



Unsere Sendungen sind redaktionell sorgfältig aufgearbeitet, das Format entspricht einer vergleichbaren Hörfunksendung, die Sendungen sind in einem festgelegten Zeitrahmen. All dies spricht für eine "normale Sendung". Wir legen diese Sendung auf einen Server und jeder, der Lust hat, kann sich diese Sendung ohne Einschränkung anhören. Ob er dies heute oder morgen macht, ist seinem Willen entsprechend möglich.

Als ÖR - Mann weiß ich noch, wie damals der Rundfunk und das Fernsehen definiert waren. In Zeiten der Antennen war die Definition darauf projiziert, dass eine Antenne rundstrahlt und viele oder besser alle, die wollten, konnten dieses Signal empfangen. Dann war es Rundfunk und deshalb galt auch lange Zeit  die GEZ Pflicht, wenn ein Radio oder ein Fernsehgerät mit einer Empfangsantenne ausgestattet war. Das konnte eine Ferritantenne oder ein Stück Draht sein. Auf die gleiche Weise wurde das Fernsehen definiert. Es fiel auch unter den Rundfunkgedanken.

Nun haben wir in der Zwischenzeit so einige technische Neuerungen erlebt. Nach dem reinen Antennenfernsehen kam das Kabel und der Satellit dazu. Hier war man mit der Gesetzgebung schnell fertig: auch hier dienen Antennen, um aus den Ausstrahlungen Rundfunk oder Fernsehen zu machen.  Also gebührenpflichtig.

Wo es aber mir im Moment geht, das ist die Genehmigung, dass man Sendungen überhaupt ausstrahlen darf. Dafür wurden die begehrten Sendelizenzen verteilt. Nur wenige kamen in den Genuss, eine solche Genehmigung abzustauben. Ohne Lizenz war man eben ein illegaler Schwarzsender und wurde empfindlich dafür bestraft.

Um das einigermaßen gerecht zu handhaben, wurden in jedem Bundesland Medienanstalten gegründet, die von der GEZ Gebühr bezahlt werden. Sie sollten und sollen bis dato dafür sorgen, dass es auf den knappen Frequenzen in der Luft, im Kabel und auf dem Satelliten gerecht zugeht.  

Mit Aufkommen des Internets musste man wieder neu denken. Wenn jemand von jemandem eine Hör- oder Fernsehsendung empfängt, dann entspricht dies nicht mehr dem Rundfunkgedanken, denn kein anderer hat die Chance, diese Sendung auch zu empfangen. Aus Rundfunk wird Sender und Empfänger und das ist kein Rundfunk, denn es kann keiner sonst daran teilnehmen.  Auch war jetzt das Antennenmotiv außer Kraft gesetzt. Denn wenn ich meinen MP3 Stream ziehe, gibt es keine Antenne.

Eigentlich wäre hier Schluss gewesen. Eigentlich. Doch man hat dann neu definiert, ohne den Zuhörer und Zuseher zu befragen oder ihn überhaupt zu informieren. Heute gilt, wenn man im Internet an einer multimedialen  Übertragung teilnimmt  und diese ohne Beschränkung empfangen kann, dann ist dies Rundfunk der neuen Definition.  Geschickt gemacht.

CCZwei ist eine Sendung, die die Prädikate 'Rundfunksendung' trägt und daher auch nach der neuen Definition einer Sendelizenz bedarf. Diese Erkenntnis war unsere Motivation, bei der Landesmedienanstalt um eine Sendelizenz nachzufragen. Wir wollten eben auf der sicheren Seite sein.

Welche Ergebnisse sich dabei ergaben werden wir in der Sendung erörtern. Dürfen wir oder dürfen wir nicht? Spannende Momente.


TB - Wir sind noch nicht am Ende!

Es gab eine Zeit in der Computertechnik, da waren sie unbekannt. Dann gab es eine Zeit, da waren sie unbezahlbar, dann gab es eine Zeit, in denen sie der Konkurrenz immer wieder ein Schnippchen schlugen, dann gab es eine Zeit, in der ein Bit oder Byte immer billiger wurde ....

Die Auflösung des Rätsels sind die Festplatten, die uns seit langer Zeit begleiten. Doch anfangs der 80 er Jahre war das noch ein fast unbezahlbares Experiment. Eine 5 Megabyte Platte kostete 1983 satte 15.000 Mark. Aber immerhin 5 MB. Was konnte man darauf nicht alles speichern? Unglaublich und nicht vorstellbar.

Es muss so um 19994/995 gewesen sein, als ich eine Festplatte bekam, die in einem Computer mit EISA Betriebssystem steckte, die sage und schreibe 1 GByte Speicher vorhielt. Die Platte alleine kostete 8.000 Mark und war ein unvorstellbarer Luxus. Was sollte man da nur speichern?

Die Zeit zog ins Land und die 1 GB Platte war bald Vergangenheit. Es folgten unglaubliche Steigerungen. Immer dann, wenn es so aussah, dass die Platte auf der Verliererposition war (CD mit 700 MB, danach DVD mit 4.7 GB), war die Entwicklung schon darüber hin weggelaufen. Und jetzt zeigen die Ingenieure so richtig, was sie können. Aus der 1 Gigabyte Platte von 1994 wird ab sofort die 1 TByte Platte. TByte das sind Terabyte. Tausend Gigabyte oder 1 Million Megabyte oder eine Milliarde Kilobyte. Wie man es will. Es ist ein immenses Speichervolumen und doch ist es für viele Anwendungen wieder sehr wenig.

So dürfte der WDR in seinem Archiv pro Tag Terabytes produzieren - doch so langsam wird diese Technologie auch bezahlbar. Die ersten 1TB sollen 399 Euro kosten.
Und eine Tatsache ist äußerst interessant. Diese Platten werden erst im Consumermarkt angeboten - danach erst im Profimarkt. Hier sind die vielen Film und Musiksammler angesprochen.

Ich bin da auch angesprochen, denn meine Musiksammlung in MP3 ist mittlerweile auf 700 GB angewachsen. Das ist nicht mehr weit weg von der 1 TByte Grenze, die natürlich auch kein 1 TByte groß ist, sondern "nur" 930 Gigabyte, wenn alles formatiert ist.

Wir sprechen mit einem Ingenieur der Firma Hitachi, die gerade erst am 5. Januar das erste funktionierende Muster vorgestellt haben.


Ist das alles in Ordnung?

Wir sind angehalten, alle Techniken zu nutzen, damit die Geschäftsmodelle sich rentieren. Wenn wir zu den Mobilfunkern gehören, dann kann es allerdings sein, dass sich auch andere Dienste um die Gespräche kümmern und einfach den Inhalt abhören. Für uns als User ist die Welt weitgehend in Ordnung, weil wir davon nichts mitbekommen. Doch Abhören ist ein anderer  Dienst, den wir selbst nicht bestimmen können. Das sind andere, die zum Teil illegal ihre Ohren auf unsere Kommunikation richten. Das perfide daran ist, dass wir selbst überhaupt nicht mitbekommen, dass wir abgehört werden. Oder können wir da doch ein Riegel davor schieben. In der Diskussion ist derzeit ja, was der Staat sich für Rechte herausnimmt, um teilweise gegen das Grundgesetz, an Geheimnisse heranzukommen.

Natürlich müssen die Behörden mit technischen Mitteln gleichziehen mit den illegal operierenden Personen. Doch alles muss auf dem Boden des Grundgesetzes bleiben und darf nicht ausufern.

Kann ich denn eigentlich feststellen, ob ich abgehört werde? Es gibt Tricks und Hintertüren. Natürlich ärgert das die, die glauben, dass keiner etwas von ihrer Abhörarbeit mitbekommt.

Mal sehen, was in der Sendung zu Tage gebracht wird. Spannend wird es allemal.


Ich komme immer ans Ziel



Ich kann mich noch gut erinnern an eineSendung im Jahr 1985, als ein VW Manager mir eine Visitenkarte überreichte, auf der ein Barcodeähnlicher Code abgebildet war. Er sagte mir: Sie werden irgendwann einmal ins Auto einsteigen und meine Karte einstecken - und dann fahren Sie genau zu mir.

Damals war das viel Zukunftsspinnerei, doch heute ist das  eigentlich State of the Art. Gleichgültig, wie man seine geographischen Daten eingibt - ob über Barcode oder über Text.

Wir bekommen dann eine Supernavigation vorgeschlagen, mit der wir das Ziel (meistens) finden. Doch das reicht den Ingenieuren noch nicht. Man könnte doch dem Autofahrer die vor ihm liegende Strecke dreidimensional  einspielen. Er sieht dann im Autodisplay das, was sich draußen in der Realität abspielt. Links ein Hochhaus und rechts ein Leuchtturm. Natürlich kann der Leuchtturm angeklickt werden, um mehr von seiner Geschichte zu erzählen. Das kann soweit gehen, dass er von seiner Lichtfolge erzählt und für Nachfragen auch seine Fresnel Optiken preisgibt.

Jedenfalls denken die Autofirmen über den Einsatz von 3D in der Navigation nach. Was eignet sich da besser, als auf das weltumspannende Google Earth zurückzugreigen. Doch plötzlich tun sich da ganz neue Probleme auf. Das Problem der Rechte an den Bildern ist noch lange nicht geklärt.

Doch irgendwann werden wir auch im Auto in einer 3D Welt navigieren. Wahrscheinlich dauert es gar nicht mehr so lange.



zurück zum Archiv
Anhören:


Audiodatstream
Download 128 Kbit/s (~27 MB)
Download 32 Kbit/s (~7 MB)
Ogg Vorbis 56 Kbit/s (~12 MB)
RSS Feed (Audiocast, letzte 5 Sendungen)
RSS Feed (Audiocast, alle Sendungen)

Druckversion Impressum Haftungsausschluss