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08.11.2010
Folge 245

Datenschutz bei Google, Facebook & Co.

Google, Facebook & Co sind generell verdächtig. Nicht, dass sie kriminelle Handlungen begehen oder vertuschen. Das Problem sind die Datenmassen, die diese Netzwerke anhäufen und sammeln. Dabei gehen Sie mit den Daten ihrer Besucher oder Mitglieder nicht immer sehr sorgsam um. Kein Wunder dass Google als Datenkrake beschimpft wird. So wurde zum Beispiel bei den Fotos für Google Streetview „nebenbei und aus Versehen“ die WLAN Welt mit Kartographiert und, ebenfalls aus Versehen, Emails, Kennungen und Passwörter aus offenen netzen mitgeschnitten. bekannt ist, dass in 2 Jahren so rein zufällig 600 GBytes Daten gesammelt wurden. Das rief zum Beispiel die Justiz in Groß-Britannien auf den Plan, die gegen den Internetriesen Ermittlungen aufgenommen hat. Aber Google wird ab dem kommenden Jahr bessere Vorsorge treffen. Alma Whitten wurde zur Datenschutzbeauftragten ernannt und alle 23.000 Mitarbeiter sollen durch Schulungen für den Schutz privater Daten anderer sensibilisiert werden.


Heinz Schmitz zu den Herausforderungen beim Datenschutz in sozialen Netzwerken

Bei Facebook oder anderen sozialen Netzen ist das Geflecht sogar noch komplizierter. Zum einen werden Nutzerdaten gnadenlos weitergegeben, um der Werbewirtschaft potentielle Kunden zu bieten, gegen Geld natürlich. Natürlich wurde den Aufschrei der Medien, der Persönlichkeitsschutz verbessert, oder besser gesagt, die Möglichkeit seine eigenen Daten zu schützen wurden erweitert. User können sich vor der Weitergabe schützen, wenn sie alle geboten Sicherheitsoptionen finden und aktivieren. Was allerdings schon im Netz weitergegeben wurde, kann nicht mehr zurückgeholt werden, dass sieht die Infrastruktur des Internet einfach nicht vor. Bei MySpace, dass ja auch wie alle Internetkonzerne, von Werbung lebt, wird zum Beispiel beim Klick auf eine geschaltete Anzeige, die User-ID den angemeldeten Benutzers an den Werbetriebenden übermittelt. Die kann er dann natürlich für seine Belange auswerten. Sie als „Freund“ ausgeben oder zumindest die offen zugänglichen Daten in seine eigenen Datenbanken übernehmen.

Selbst die Politik erkennt langsam die Belästigungen, die die Änderungen im Umgang mit persönlichen Daten  mit sich bringt. Verbraucherministerin Aigner regt sich regelmäßig über die Internet Weltmächte auf. Innenminister De Maizière forderte kürzlich die Firmen auf, sich selber strenge Datenschutzregeln aufzuerlegen. Rechtlich sieht er, wie viele Juristen Probleme weil  §29a des Bundesdatenschutzgesetzes mit dem Artikel 5 des Grundgesetztes kollidiert, der die Meinungsfreiheit garantiert.

Abgesehen von diesen offiziellen Problemen freuen sich natürlich auch kriminelle über die offene Datenflut und vor allem über die neuen Möglichkeiten die die sozialen Netzwerke bieten. Ein beliebtes Einfallstor sind die virtuellen Freunde, die man zum Beispiel bei Facebook sammelt, Twitter, Xing, MySpace, den VZ-Netzen etc. sammelt. Social Engineering in der virtuellen Welt ist ungeheuer Erfolgreich und für den Cybergangster nahezu ungefährlich. Auch Unternehmen haben erkannt wie leicht Firmengeheimnisse über solche falschen Freunde absaugen lassen. Zwar kennen 75% der Firmen die Bedeutung sozialler Netze und fast die Hälfte setzt sie für eigene Geschäfte ein aber immer mehr große Unternehmen sperren die Zugänge für Ihre Mitarbeiter um dies Schwachstelle einzudämmen.

Über eine andere Möglichkeit die MySpace, Google, Twitter, Amazon, Flickr, Facebook und Co. bieten freuen sich Cybergangster ganz besonders: Das so genannte Session Hacking. Für die Sitzungen werden Miniprogramme, so genannte Cookies übertragen. Sie erleichtern die Kommunikation des Browsers mit dem Netzwerk. Obwohl die eigentliche Anmeldung in der Regel SSL verschlüsselt ist, erfolgt die Übertragung der Cookies ungesichert. So hat zum Beispiel der Entwickler Eric Butler ein Add-on für Firefox veröffentlicht mit der er Sitzungen kapern kann, indem er die Session Cookies stiehlt. Selbst wenn der eigne Rechner nicht verseucht ist und zu einem Botnetz gehört, stellt dass bei der Benutzung öffentlicher Hotspots eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.


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