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24.01.2011
Folge 256

Spam 2.0

Spam-Mails sind allgegenwärtig. Sie machen mittlerweile mehr als 80% aller elektronischen Nachrichten aus. Jetzt werden unerwünschte Nachrichten der nächsten Generation modern. Nicht mehr nur Mails belästigen die Anwender über soziale Netze sollen die dunklen Zielen der Spammer erreicht werden. So beklagen Facebook-Nutzer so genannten Social Networking Spam.

Spam Attacken, die über das größte aller sozialen Netzwerke verbreitet werden, sind längst zum ernst zunehmenden Problem geworden. Das sehen auch 78 Prozent der Facebook-Nutzer so, wie eine Umfrage des finnischen IT-Sicherheitsanbieters F-Secure ergibt. Demnach haben mehr als 30 Prozent der aktiven Facebook-User mit unerwünschten Spam-Nachrichten zu tun – und zwar jeden Tag.


Heinz Schmitz über Spam in sozialen Netzen

Facebook bietet seinen Nutzern unmittelbaren und gleichzeitig vertraulichen Kontakt zu Freunden und Familie – nur so konnte das Portal innerhalb kürzester Zeit zum weltweit größten sozialen Netzwerk heranwachsen. Trotzdem stellt Social Networking Spam mittlerweile für mehr als drei Viertel der Facebook-Nutzer ein ernsthaftes Problem dar, wie eine Studie* von F-Secure belegt. Ganze 78 Prozent der Befragten empfinden Spam auf ihrer Facebook-Seite als störend, 49 Prozent geben an, häufig etwas in ihrem Newsfeed zu entdecken, das sie definitiv der Kategorie Spam zuordnen.  

Längst verbringen Internetnutzer mehr Zeit mit der Kommunikation über ein soziales Netzwerk als mit dem Schreiben von E-Mails**. Natürlich haben auch Spammer das erkannt und ihre Methoden dem neuen Medium angepasst.

Social Networking Spam hat einen enormen Zuwachs erfahren, was sich sowohl in zahlreichen Spam-Anwendungen als auch in Unmengen gefälschter Nutzerprofile zeigt. Zu diesen Spam-Anwendungen zählt beispielsweise der vermeintliche Facebook „Dislike Button“, der von 12 Prozent aller Facebook-Nutzer ausprobiert wurde. Noch größeren Zulauf – 20 Prozent aller Facebook-Nutzer – verzeichnet eine App, die verspricht anzuzeigen, wer das eigene Profil besucht hat. Sobald ein User eine derartige Spam-Anwendung aktiviert, wird sie mit allen seiner Freunde geteilt und verbreitet sich rasend schnell.

Die gefälschten Nutzerprofile verwenden meist das Profilbild einer verführerischen jungen Frau. Häufig wird über Monate hinweg eine lange Freundesliste aufgebaut, bevor die Fake-Profile dann ihre Spam-Attacken beginnen, mit denen in den meisten Fällen Seiten für Erwachsene angepriesen werden. „Diese Profile haben nicht selten mehr als 4.000 Freunde, damit ist ein immenser Zeitaufwand verbunden“, erklärt Sullivan.

Obwohl viele Facebook-Nutzer bereits schlechte Erfahrungen mit Spam gemacht haben, fühlen sie sich im weltweit größten sozialen Netzwerk dennoch wohl. 77 Prozent geben an, dass sie sich bei Facebook überwiegend sicher fühlen. Was ihnen dagegen Sorgen macht, ist die Frage, wie sie ihre Bankdaten und ihren guten Ruf im Netz schützen können. 29 Prozent fürchten sich vor Identitätsdiebstahl während es die größte Angst von 28 Prozent der befragten User ist, ihr Facebook-Konto könnte gehackt werden.

Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die Nutzer ihre Facebook-Identität eng mit ihrer wahren Identität verbinden. Eben diese enge Bindung, gepaart mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und einer lange Zeit überschaubaren Menge an Spam ließ Facebook seine Mitbewerber wie MySpace überholen.

Jetzt hat der Social-Network-Riese neue Schritte unternommen, gegen Spam anzukämpfen. So wurden beispielsweise rechtliche Schritte gegen vermeintliche Spammer eingeleitet. Außerdem wurden die Möglichkeiten, die die Plattform bietet, erweitert, so dass jetzt Kommentare als Spam gemeldet werden können und Unternehmensseiten über einen eigenen Spam-Filter verfügen.

Der beste Weg, Facebook Spam zu verhindern, führt jedoch immer noch über den gesunden Menschenverstand: Man sollte ausschließlich die Freundschaftsanfragen von Menschen beantworten, die man tatsächlich kennt und denen man vertraut.


Der digitale Radiergummi

In seiner Grundsatzrede zum Internet kam der Innenminister de Maiziere auf das wichtige Thema, dass Internetinhalte nicht für immer im Netz stehen bleiben. Heute ist es so, dass man peinliche Bilder und Berichte kaum wirkungsvoll löschen kann. Selbst wenn dieser Anbieter dem Wunsch nach Löschung nachkommt, so hat bestimmt ein anderer Betreiber bereits eine Kopie gespeichert.

Digitale Friedhöfe haben alle Daten, die jemals veröffentlicht wurden auf der Festplatte und damit abrufbar. Irgendwann wird sich diese Speicherung auch für die Unternehmen rentieren, denn irgendwann wird ein Betroffener auch Geld bezahlen, wenn dafür eine Löschung der Daten versprochen wird.



Prof. Michael Backes von der Universität Saarbrücken hat sich mit seinen Mitarbeitern eine Methode ausgedacht, um Bildern und Texten eine Lebensdauer mitzugeben.

Die Bilder werden verschlüsselt ins Netz gestellt. Will man, dass man diese Bilder ansehen kann, dann legt man den nötigen Schlüssel auf einem Server ab. Dieser Server kann auch der private Computer sein. Natürlich muss dann der Server ständig "online" sein.

Mithilfe des angefragten Schlüssels kann das Bild dann entschlüsselt werden. Zieht der Auto jedoch die Schlüsselabgabe zurück, dann wird die Bildübertragung verweigert.

Natürlich hat dieses Verfahren einige Schwachstellen. Wenn Provider die Bilder mit gültigem Schlüssel einlesen und sie ohne Verschlüsselung wieder abspeichern, dann hat man diese Methode überlistet.

Etwas umständlich zeigt sich die Praxis. Die Bildfreigabe soll über sogenannte Captchas gesteuert werden. Die meisten Zuhörer kennen diese grafischen Spielereien. man muss eine vorgegebene Zeichenfolge eintippen, um an das Bild zu kommen.

Bleibt zu warten, wie sich solche Vorschläge beim User durchsetzen.


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