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21.03.2011
Folge 268

Eine Panne löst die andere ab: E10 der Rohrkrepierer

Wir haben heute in der Sendung einmal unser Unbehagen über die Behandlung der Regierung dargestellt, die sie den Bürgern zukommen lässt. Anstatt ihrer Aufgabe nachzukommen, Schaden der Bürger zu vermeiden, scheint das Gegenteil gang und gäbe zu sein.

Die Sache mit dem neuen E10 Kraftstoff entwickelt sich zu einer Nullnummer, bei der lediglich ein Gewinner feststeht: das Budget des Bundesfinanzministers wird kräftig aufgestockt. Eigentlich kann man es nicht glauben: wenn die Tankstellen nicht genügend E10 verkaufen, so werden sie mit einem Strafzoll von 2 C/Liter für die vermeintlich "falsch" verkaufte Sorte. Also auf Super und Super Plus werden Strafzölle erhoben, die komplett in die Taschen der Bundesregierung verschwinden.



Doch es existieren noch viel mehr Probleme. Gespräche mit Pressesprechern der Autoherstellern hat unisono ein brennendes Problem aufgezeigt. Sollte der mit E10 getankte Motor kurze Zeit nach der Erstbefüllung seinen Geist aufgeben, dann werden die Hersteller zunächst einmal dem Verbraucher selbst die Schuld einreden. "Er müsse den Gegenbeweis erstellen. Heißt: ein Gutachter muss herangezogen werden, der vom Verbraucher bezahlt werden muss.
Egal, was der Gutachter in seinem Bericht niederschreibt: der Hersteller wird mit einem Gegengutachten antworten. Ein zweites Gegengutachten obliegt jetzt wieder dem Verbraucher. Ob er das überhaupt noch finanziell wagen kann, sei dahingestellt.

Diese Aussichten sind nicht gerade verbraucherfreundlich zu nennen.


Ein Jahrzehnt Cybercrime

Eigentlich ist es erst seit 1995 öffentlich erreichbar, das Internet. Schnell haben, nicht nur der Handel, sondern auch Kriminelle dieses neue Kommunikationsmittel in ihre Geschäftsmodelle eingebaut. Vor allem das vergangene Jahrzehnt bescherte Internetnutzern völlig neue Arten der Kommunikation, des Informationsaustauschs und der Abwicklung von Geschäften. Doch auch der Missbrauch des Netzes florierte in dieser Zeit: Internetverbrechen verzeichnete zweistellige Wachstumsraten und erleichterte die Verbraucher um mehrere hundert Millionen US-Dollar jährlich.


Heinz Schmitz über Aktivitäten von Kriminellen im Internet

Laut InternetWorldStats.com hat sich die Zahl der Internetnutzer von 361 Millionen im Jahr 2000 auf fast zwei Milliarden im Jahr 2010 mehr als verfünffacht. Die explosionsartige Zunahme von Chancen, im Internet Geld zu verdienen, machte das Onlinemedium gleichzeitig zu einer Fundgrube an Möglichkeiten für Cyberschurken. So sind allein im letzten Jahr 2.092.444 neue Schädlinge aufgespürt worden.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die wichtigsten Schadprogramme und Betrugsstrategien des letzten Jahrzehnts.

Schadprogramme
1. „ILOVEYOU“ und seine falsche Liebeserklärung (geschätzter Schaden: 15 Mrd. $)
Millionen von Internetnutzer fielen im Jahr 2000 auf eine E-Mail mit der Betreffzeile „ILOVEYOU“ herein und öffneten die angehängte Datei, die statt des angekündigten Liebesbriefes einen Virus enthielt. Der berüchtigte Wurm zwang viele Unternehmen und Behörden, ihre E-Mail-Systeme bis zur Entfernung der Schädlings herunterzufahren und verursachte weltweit einen Schaden von 15 Milliarden US-Dollar.

2. Die Masseninfektion durch MyDoom (geschätzter Schaden: 38 Mrd. $)
Dieser schnell um sich greifende Wurm schlug erstmals 2004 zu und richtete laut McAfee den größten finanziellen Schaden an. Durch die Menge an Spam, die er versendete, verlangsamte er den weltweiten Internetzugriff um 10 Prozent und schränkte den Zugriff auf einige Websites um 50 Prozent ein. Durch Produktivitätseinbußen und entgangene Online-Verkäufe entstand ein Schaden in Milliardenhöhe.

3. Die heimliche Zerstörungswut von Conficker (geschätzter Schaden: 9,1 Mrd. $)
Der Wurm Conficker aus dem Jahr 2007 repräsentiert eine Generation von Schädlingen, deren Entwickler zunehmend professionell vorgingen. Er infizierte zunächst Millionen von Computern und lud dann Malware von Websites nach, die von seinen Schöpfern kontrolliert wurden.

4. Gezielter Angriff auf industrielle Anlagen (Schaden: unbekannt)
Im letzen Jahr kam mit Stuxnet ein neuer Virentypus erstmals in die Fänge der Virenjäger. Ziel ist nicht der normale User und sein PC. Ziel waren industrielle Steuerungen. Im dem speziellen Fall sollten anscheinend die Zentrifugen der Atomanlagen im Iran gestört werden. Neu ist auch, dass der Schädling fast ein halbes Jahr Zeit hatte sich zu verbreiten, bevor er entdeckt wurde.

Betrugsstrategien
1. Falsche Antivirensoftware
Einer der heimtückischsten und erfolgreichsten Scams der vergangenen Jahre besteht im Vertrieb angeblicher Antivirensoftware. Die Betrüger suggerieren über Pop-up-Fenster, dass die Computer und Daten der Nutzer gefährdet sind und bieten ihnen den Kauf einer Software an, die das Problem beheben soll. Tatsächlich werden jedoch die Kreditkartendaten des Opfer abgegriffen; bei der vermeintlichen Antivirensoftware handelt es sich um ein Schadprogramm.


2. Phishing
Phishing – der Versuch, Nutzer zur Preisgabe persönlicher Informationen zu bewegen – ist eine der verbreitetesten und beständigsten Online-Bedrohungen. Phishing kann per E-Mail, Instant Messaging, falschen Freundschaftseinladungen oder Postings in sozialen Netzwerken erfolgen.

3. Gefälschte Websites
Cyberkriminelle wurden in den letzten Jahren zunehmend versiert in der Erstellung täuschend echt wirkender gefälschter Websites. Von Onlinebanking-Sites über Auktionsplattformen bis zu Internetkaufhäusern: Überall legen Betrüger Fallen aus in der Hoffnung, so in den Besitz von Kreditkartendaten oder anderen persönlichen Informationen zu gelangen.

Die Spezialisten der McAfee Labs (www.mcafee.com) prognostizieren für die Zukunft eine weitere Zunahme von Betrugsversuchen in sozialen Netzwerken, etwa durch Links auf bösartige Websites, angebliche Freundschaftseinladungen oder Phishing. Es ist zu erwarten, dass die Betrüger dabei immer intelligenter vorgehen und ihre Angriffe zunehmend auf die Person des Opfers zuschneiden – insbesondere dann, wenn die Nutzer weiterhin in großem Stil Informationen über sich im Internet preisgeben. Aktuell sind besonders Java Sicherheitslücken bei den Schadsoftware Programmierern beliebt – alle 15 Sekunden tritt einen neuer Schädling auf. Java ist auf ca. 79% aller PCs installiert und bietet so einen breite Basis für Angriffe.


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