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05.02.2007
Folge 29

Ärger mit Paypal

Paypal - so wurden wir ja in einer der letzten Sendungen belehrt, heißt Zahlkumpel. Manchmal gibt sich der Kumpel gar nicht kumpelhaft. Wir erhielten eine Email von einem Zuschauer, der sich kräftig geärgert hat. Es geht immerhin um 17000 Euro.

Der Fall: Der Zuhörer hatte das Glück, eine Ladung Nintendo Wii bei der Einführung der Konsole auf Lager zu haben. Da  der Ansturm auf diese Boxen immens war, ging die Ware bei ebay weg wie geschnittenes Brot. Und so sammelte sich dieser Betrag innerhalb kurzer Zeit auf dem Konto von Paypal an. Gang und gäbe wäre es ja nun gewesen, dass der Verkäufer sein Geld bekommen hätte.

Dafür erhielt er Post von Paypal, die Lieferantenrechnungen anmahnten. Das ist kein übliches Verfahren in der Wirtschaftswelt. Offensichtlich war man bei Paypal der Meinung, dass es nicht sein kann, dass da jemand legal Ware anbietet, wo doch alle Welt nach den Wii's schreit.

Wer sich dagegen stellt, der wird schnell abserviert. Das Konto wird gekündigt und das Geld -immerhin 17000 €- wird für 180 Tage oune Zinsen gebunkert. Man will evtl. Regressansprüche damit abdecken.

Seltsame Methoden, die Firmen einfach aus der USA auf unseren Markt bringen, ohne dabei nachzudenken, ob es überhaupt legal ist.


Kompression bei e-plus

Wir hatten in der letzten Sendung -fast beiläufig- über das Komprimieren von Bildern im Mobilfunk berichtet. Dieses brachte viele Reaktionen hervor, die uns von Zuschauern zugeschickt wurden. Offensichtlich ist es ein großes Thema, das stiefmütterlich von manchem Provider behandelt wird.

Nehmen wir den Fall eines Fotografen, der davon lebt, dass er seine Bilder verkaufen  kann. Oftmals steht er unter Zeitdruck und muss die Bilder per Handy übertragen. Ist er z.B. Kunde von eplus, dann wird es ihm passieren, dass man aus seinem Original JPEG mit 1 MB ein Bild von neuem Format überträgt. Es kann sein, dass nur noch 200 kByte ankommen, denn bis zur fünffachen Ausgangsgröße wird komprimiert.  

Der Verlag, der auf das Original wartet, wird sagen: "Was schickt der uns denn. Völlig unbrauchbare schlechte Qualität." Grund sind die Kompressionen, die eplus ohne Nachfrage vornimmt. Eine Anfrage an die Pressestelle brachte es zutage. "Wir brauchen bei dem Kunden nicht nachzufragen, da er ja nur Vorteile von der Komprimierung hat". Einen solchen Blödsinn hat man selten gehört.

Bei anderen Providern ist man da ein bisschen besser aufgestellt. Hier komprimiert man nur, wenn es um das Browsing geht. Und kann man Vorteile haben, dass nicht alle Bilder in voller Größe übertragen werden. Aber : wenn man nicht will, dann kann man ds Feature bschalten. Das ist in Ordnung.

Natürlich wird das Komprimieren mit ufkommen von schnellen Mobildiensten immer unnötiger. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, einem 2 MBit DSL Kunden die Bilder noch zu komprimieren. Ebenso sind die HDSPA Dienste mit fast 3.6 MBit/s nicht mehr auf eine Komprimierung angewiesen.



So werden manche Features von der Entwicklung eingeholt und sie werden überflüssig. Nachdem niemand von eplus für ein Gespräch zur Verfügung stand, konnten wir mit dem Pressesprecher von T- Mobil, René Bresgen , sprechen. Bei der Telekom soll die Komprimierung fair behandelt werden. Jeder hat die Möglichkeit sich für oder gegen eine Kompression zu entscheiden


Das Aus bei 1&1

Einer der größten Europäischen Provider stellt 1&1 dar. Der Aufstieg der Firma zu dieser Größe ist eine einzige Erfolgsstory. Ich erinnere mich noch an ganz frühe Zeiten, als Btx noch ein großes Thema war. Der damalige und heutige Chef der Firma ist Ralph Dommermuth. Er ist sicherlich einer der erfolgreichsten Internet Unternehmer in Deutschland.


Ralph Dommermuth

Ich erinnere mich noch, als er als junger Mann in den 80er Jahren bei mir in der Redaktion saß und mir das Angebot machte: "Ich kaufe Ihnen Ihr Btx mit den Kunden ab". Für mich war klar, dass ich das nicht wollte, denn dafür war mir jeder einzelne Btxler zu wertvoll, um seine Daten weiterzugeben. Soweit nur zu den Storys, die man sonst nicht zu hören bekommt.
1&1 hatte letztens so etwas ähnliches wie einen Email GAU. Es fielen plötzlich 6 Server auf einmal aus, die im Email Bereich positioniert waren. Das klingt viel mit den Servern - doch die Gesamtzahl der Rechner liegt bei 40.000. Da sind schnell mal einer oder zwei kaputt. Aber sechs? Das war zuviel und so lagen Emails in der Gegend herum und konnten nicht transportiert werden.
Die Technik hat dann die Lösung gefunden und neue Server installiert. Auch die Software wurde verbessert und erkennt jetzt früher bevorstehende Zusammenbrüche.
Wir sprachen mit dem Pressesprecher der Firma 1&1, Andreas Maurer.


Das Aus für den Bundestrojaner

Dieses Urteil von heute Morgen freut mich besonders. Wie kann jemand auf den Gedanken kommen, eine illegale Aktion einzusetzen, um an Informationen zu gelangen. Das Grundgesetz erlaubt solche Machenschaften auf keinen Fall. Doch unser Innenminister Sch... denkt, dass alles erlaubt ist, was dem Staat so in den Kopf kommt.

So könnte man doch einem Verdächtigen einen Trojaner auf den Computer platzieren, der als Aufgabe hat, alles auf der Festplatte zu untersuchen, um die Ergebnisse anschließend an die Polizei zu melden. Jeder Privatmann, der so etwas im Schilde führen würde, wäre fällig. Eine dicke Anzeige wegen Maschinenmißbrauchs wäre  die Folge.

Zum Glück haben einige Leute aufgepasst und einen Vorlage beim Bundesgerichtshof platziert. Heute kam das Urteil: Es ist verboten, den Trojaner, der ja mittlerweile schon zum Bundestrojaner hochstilisiert wurde, zur Ermittlung einzusetzen. Das ist eine tolle Entscheidung, denn man muss sich das mal vorstellen: da wird ein Trojaner positioniert, der ein bestimmtes Verhalten hat. Er muss ja auf der Festplatte etwas unternehmen, was normalerweise von einem aktuellen Virenscanner als ungewöhnlich erkannt wird. Das Programm würde Alarm schlagen. Doch damit wäre den Ermittlungsbehörden ja nicht geholfen.

Also muss es Gespräche gegeben haben, wo alle Virenschutzproduzenten einer Forderung zugestimmt haben: diesen Trojaner melden wir nicht. Da fängt man an, an die Wirksamkeit von Schutzprogrammen zu zweifeln.



Und noch etwas ist ganz bedrohlich. Kurz nachdem das Urteil verkündet wurde, meldete sich schon die Pressestelle des Innenministeriums mit einem Statement von Sch... "Man muss jetzt schnellstens die Rechtsgrundlage verändern, damit man einen erneuten Vorstoß machen kann.

Zwei Programmierer wurden eingestellt, um den Trojaner zu positionieren. Einige 100.000 Euro wurde reserviert, um  die Leute und die Aktion bezahlen zu können. Das soll alles hinfällig sein? Kann doch wohl nicht sein - da muss man etwas drehen. Dieser Richter am Bundesgerichtshof - ist der noch tragbar?


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