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05.09.2011
Folge 286

Webian-Shell als Benutzeroberfläche fürs Web

Heinz Schmitz

„Welcome to Webian Shell 0.1“ klebt wie ein gelber Sticker mitten auf dem Bildschirm. Es ist die erste Version eines Vollbildbrowsers, das von einer Open Source Community entwickelt wird. Mit der "Webian Shell" (http://webian.org/shell/) ist ein Open Source Projekt gestartet, das zum Ziel hat, einen Vollbildbrowser zu entwickeln, der als Tor zum Internet dienen soll. Die Idee stammt vom britischen Entwickler Ben Francis. Dahinter steckt der Gedanke, dass User und ihre Computer den klassischen Desktop oft gar nicht mehr brauchen. Die Shell präsentiert sich als Nutzeroberfläche, die alte Gewohnheiten berücksichtigt. Das Designkonzept hatte er bereits im Juni 2009 veröffentlicht. Dann stellte Google sein Chrome OS  vor. Beiden Ansätze sind sich sehr ähnlich, indem sie Web-Applikationen als wesentlichen Bestandteil der Computernutzung ins Zentrum rücken. Die Entwicklung wurde dann zunächst eingestellt, wird aber im Rahmen einer Open Source Community jetzt weitergeführt. Der erste Prototyp von Webian Shell bietet einen sehr minimalistischen Vollbild-Browser mit einem weitgehend leeren Startbildschirm. Doch hat Francis viele Ideen für die Zukunft. Dazu zählen beispielsweise mehrteilige Startbildschirme mit Widgets, wie sie auf Android-Smartphones zu finden sind, sowie Bildschirmtastaturen für Touch-Computer.


Viel ist noch nicht zu sehen auf der Open Source Benutzeroberfläche fürs Web (Quelle: Webian.org)

Webian Shell beruht dabei auf dem Mozilla-Labs-Projekt Chromeless (http://mozillalabs.com/chromeless), das als Plattform für Experimente mit neuen Browser-Interfaceideen gedacht ist. Der Fokus auf Web-Apps bei Webian Shell ist eine klare Parallele zu Googles Arbeit an Chrome OS. Der Brite zeigt somit auch Ideen auf, wie derart Web-orientierte Betriebssysteme sich entwickeln könnten. Dass die Mozilla Labs mit Chromeless eine Plattform spezifisch für UI-Experimente im Browser gestartet haben, hat Francis doch noch zu einer Umsetzung bewegt. Denn damit ist es möglich, schnell funktionierende Prototypen mithilfe gängiger Web-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript zu realisieren.


E-Post und die Probleme damit

Heinz Schmitz

Mit dem E-Postbrief (http://de.wikipedia.org/wiki/E-Postbrief) will die Deutsche Post den Briefdienst um eine elektronische Komponente erweitern. „Über den E-Postbrief sollen Bürger, Wirtschaft und Verwaltung zuverlässig und vertraulich elektronisch kommunizieren können. Mittels des SSL-verschlüsselten Webportals können elektronische Nachrichten als Online-Brief zwischen Kunden des E-Postbrief-Dienstes versendet werden“, so eine Anpreisung des E-Postbrief(http://www.epost.de).


Briefe elektronisch zustellen (Quelle: Deutsche Post)

Teilnehmen können nur registrierte Mitglieder, die sich mit Lichtbildausweis identifizieren. Briefe könne dann per E-Mail an einen anderen Teilnehmer oder an das Druckzentrum der Post geschickt werden. Dort werden sie ausgedruckt, kuvertiert und konventionell zugestellt. Eine Übermittlung, egal ob elektronisch oder per Zusteller kostet, wie ein normaler Brief 55 Cent.

Allerdings ein E-Postbrief ist nicht gleich Brief, den das Briefgeheimnis ist strender als das Fernmeldegeheimnis, dem E-Mails unterliegen. So darf die Deutsche Post AG nicht mehr damit werben, der E-Postbrief sei "so sicher und verbindlich wie der Brief" und er übertrage "die Vorteile des klassischen Briefes ins Internet". Das hat das Landgericht Bonn nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) entschieden Die Werbung erwecke nach Auffassung der Richter den Eindruck, dass auch rechtlich relevante Erklärungen verbindlich mit dem E-Postbrief versendet werden können. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

In einigen Fällen ist für eine rechtsverbindliche Erklärung die Schriftform zwingend vorgeschrieben, etwa bei der Kündigung eines Wohnungsmietvertrages. Der Brief muss dabei eigenhändig unterschrieben sein. Fehlt die Unterschrift, gilt die Erklärung als nicht abgegeben. Das Schriftformerfordernis kann bei der elektronischen Kommunikation nur durch eine qualifizierte elektronische Signatur ersetzt werden. Diese Möglichkeit besteht beim E-Postbrief jedoch nicht. Verbraucher können durch die falsche Annahme, elektronische Post sei so verbindlich wie ein Brief, Fristen versäumen und erhebliche Nachteile erleiden.


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