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07.11.2011
Folge 295

MeeGo wird Tizen

Heinz Schmitz

MeeGo war/ist der Versuch, Linux auch für mobile Geräte wie Smartphones und TabletPCs bereit zu stellen. Bisher war der Versuch nicht von Erfolg gekrönt. Aber Intel gibt nicht auf und aus MeeGo wird nun Tizen.

Der Chipriese Intel hatte MeeGo zusammen mit dem Handy-Weltmarktführer Nokia im Februar 2010 angekündigt. Ziel war eine offene Software-Plattform für alle Arten von Geräten von Smartphones und Tablet-Computern bis hin zu Fernsehern zu etablieren. Dann kam Google mit Android auf den, das je ebenfalls auf Linux basiert. Schnell wurde es, zum Liebling der Smartphone und TabletPC-Hersteller, weil es Lizenzfrei ist und die Entwicklung schneller voranging als bei MeeGo. Die Software-Macht Google steckt eben viele Ressourcen in die Entwicklung.

Nokia, durch hatte zudem den Anschluss an die Smartphone Entwicklung verpasst und geriet in den Abwehrkampf. Nicht zuletzt wegen der Milliardenzahlung von Microsoft entschied der ehemalige Microsoft-Manager und jetzige Nokia-Chef Stephen Elop für einen enge Partnerschaft zu seinem ehemaligen Arbeitgeber. Anfang dieses Jahres entschied Nokia sich für Microsoft Windows Phone als nächstes Smartphone-Betriebssystem. Offiziell, weil die Entwicklung von MeeGo zu lange dauere. Diese Woche brachten die Finnen zwar noch ihr erstes MeeGo-Telefon N9 auf den Markt, aber nicht in den wichtigsten Smartphone-Märkten.

Nach dem Ausstieg von Nokia bekommt MeeGo einen Nachfolger. Unter dem Namen Tizen soll eine offene Software-Plattform auf Basis des Betriebssystems Linux entstehen. Die Federführung bei dem Projekt übernehmen Intel und Samsung, ebenfalls ein Schwergewicht im Markt für intelligente mobile Telefone.

Tizen soll konsequent auf HTML5 ausgelegt sein, das es zum Beispiel erlaubt, Video-Inhalte ohne weitere Player-Software direkt im Internet-Browser wiederzugeben. Die erste Version der Software soll im ersten Quartal 2012 erscheinen.

Auch Tizen soll, wie sein Vorgänger, nicht nur Basis von Smartphones und Tablets, sondern auch Heimelektronik oder Autoradios werden. Zudem soll das Betriebssystem mit seinem Vorgänger MeeGo kompatibel sein. Hinter dem neuen Projekt steht auch die LiMo-Stiftung mit Panasonic, NEC, Telefónica oder Vodafone, die Linux auf mobilen Geräten voranbringen will.



Smartphones als Helfer im Katastrophenfall

Bei großen Katastrophen kann die Infrastruktur so gestört werden, dass  Rundfunk, Fernsehen, Telefon und Mobilfunk ausfallen. Das Handy wird oft als Informationsinstrument für Helfer und Retter eingesetzt. Allerdings ohne Netz ist es vollkommen nutzlos – bis jetzt. Wissenschaftler der TU Darmstadt (http://www.fi.tu-darmstadt.de) haben eine Software entwickelt, mit der Smartphones automatisch und autonom ein energieeffizientes Ad-hoc-Netzwerk aufbauen können. Die Telefone können dann etwa Sensorinformationen über die Umgebung austauschen.

Zeit und Informationen sind zwei entscheidende Faktoren bei der Ersthilfe im Katastrophenfall. Um angemessen handeln zu können, müssen sich die Helfer schnellstmöglich einen Überblick über die Lage verschaffen. Die Wissenschaftler setzen hierbei auf die Hilfe von Smartphones. Sie sind schon ab Werk mit einer Vielzahl an Sensoren wie GPS, Lage- und Bewegungssensoren oder einem digitalen Kompass ausgestattet. Mit Hilfe dieser Fühler können sie die Umgebung abtasten und eignen sich daher hervorragend zum Sammeln von Sensorinformationen über ihre Umwelt, wenn – wie in Katastrophenfällen – die herkömmliche Infrastruktur ausgefallen ist.

Die Forscher haben daher ein System von autonom agierenden Smartphones im Katastrophenfall entwickelt, dem sogenannten Overlay-hybrid Network (OHN). Sobald die Geräte ein spezielles SOS-Signal erhalten, nehmen sie selbständig zueinander Kontakt auf und organisieren sich zu einem Ad-hoc-Netzwerk. Innerhalb dieses Netzwerks agieren und kooperieren die einzelnen Smartphones als Sensorknoten und handeln eigenständig aus, welches Gerät welche Daten sammelt und zu welchem anderen Gerät es die Informationen überträgt. Das Ergebnis soll eine optimale Informationslage für die Einsatzkräfte bilden. Durch die Zusammenarbeit der Geräte verhindern die Entwickler, dass die helrfer vor Ort sowohl in einer Flut an Informationen zu ertrinken als auch einen möglichen Datenstau – den Supergau bei einer Katastrophe, bei der jede Sekunde zählt.

Ein ebenso wichtiger Gesichtspunkt ist der Energieverbrauch, da die Akkulaufzeiten der Geräte limitiert sind. Die Darmstädter setzen deshalb bei der Datenübermittlung auf eine Kombination aus Bluetooth und W-LAN. Während man per W-LAN zwar eine gute Reichweite erzielt und die Datenübertragung innerhalb kurzer Zeit durchgeführt ist, verbraucht diese Technologie auch große Mengen an Energie, wodurch der Akku sehr schnell entladen wird. Bluetooth dagegen hat einen geringen Energieverbrauch, erreicht aber auch nur eine limitierte Reichweite und benötigt relativ lange Zeit. Ist die Batterielaufzeit eines Geräts fast am Ende, sendet es daher die Daten via Bluetooth an einen nahe gelegenen Nachbarn mit besseren Batteriewerten. Dieser kann die Informationen dann per W-LAN weiterleiten. Diese Methode ermöglicht eine optimale Bandweite und Reichweite bei einem niedrigstmöglichen Energieverbrauch.


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