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05.03.2007
Folge 33

Gebrauchte Software - ohne Probleme?

Die Idee ist gar nicht abwegig. Wenn man bedenkt, dass man ein Auto, das 3 Jahre gefahren wurde, nicht unbedingt auf den Schrottplatz bringt, sondern es weiterverkäuft. Warum soll man das nicht auch mit gebrauchter Software machen. Hier ist sogar die Abnutzung der Ware nicht gegeben. Wenn jemand jetzt zum Beispiel von XP auf Vista umsteigt, so hat er ja eine noch gültige XP Lizenz, die er weiterverkaufen kann, an jemanden, der nicht das neueste Betriebssystem benötigt.

Lange Zeit war das Verfahren umstritten. Vor allem Microsoft sah es nicht so gern, dass plötzlich alte Versionen aufgemöbelt wurden. Da sich schon Firmen etablierten, die mit gebrauchter Software handelten, bedurfte es eines Schiedsspruches vom Bundesgerichtshof. Wie viele bereits erwarteten, so fiel der Spruch so aus, dass mit gebrauchter Software gehandelt werden darf. Das ist auch gut so.

Doch man stellte sich auf den Standpunkt, dass man solche Software nicht bewerben darf. Aber auch dies ist seit einigen Tagen vom Tisch. Der Bundesgerichtshof hat vor ein paar Tagen klar und deutlich für den Verbraucher geurteilt.

Was nun noch ausgehandelt werden muss ist der Status des neuen Besitzers der Software. Wurde mit dem Produkt auch ein Hotlineservice mitgekauft oder sind die Serviceleistungen mit dem Verkauf beendet. Hier wird sich noch einiges hin und her bewegen müssen.

Der Fall:

Um den Handel mit Lizenzen für "gebrauchte" Software gibt es immer wieder Reibereien, obwohl er nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs zulässig ist. Das Hamburger Oberlandesgericht entschied jetzt erneut zugunsten eines Gebraucht-Software-Händlers.

Mit einer einstweiligen Verfügung wollte ein Hamburger Softwarehändler dem Münchner Unternehmen UsedSoft verbieten, für gebrauchte Microsoft-Produkte zu werben.
Dieses Verbot wurde vom hanseatischen Oberlandesgericht aufgehoben, denn der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass unter bestimmten Bedingungen auch gebrauchte Software verkauft werden kann. Dann dürfe dafür auch geworben werden, stellte das Gericht in Hamburg konsequenterweise fest.



Wir werden das Thema aus zwei Seiten berichten. Zum einen werden wir den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr zur juristischen Lage befragen. Wie sieht es mit den Garantieansprüchen aus? Wie oft kann man ein Produkt weiterverkaufen? Hat man uneingeschränkte Rechte auf Updates? usw. usw.


Tobias Groten, Fa. Tobit

Zum anderen bot sich an, in Ahaus den Vorstandsvorsitzenden Tobias Groten von Tobit zu befragen, wie er die Situation der Hersteller sieht. Natürlich kann eine Version von David (Tobit's Hauptprodukt) an einen neuen User weitergegeben werden. Doch die heutige Software ist ähnlich stark serviceabhängig wie neue Autos. Wer mit gebrauchter Software neu anfängt, der benötigt den entsprechenden Support. Wenn der alte Vertrag keine Serviceleistungen mehr vorsieht, so muss man sich zusammensetzen und einen neuen Servicevertrag aushandeln.  Letztendlich können die Hersteller am längeren Hebel. Wenn sie keinen Support gewähren, dann kann eine neue Software zum Rohrkrepierer werden.


Wikia Search statt Google?

Viele Internetuser würden sich mittlerweile freuen, wenn der übermächtige Krake Google eine massive Konkurrenz bekäme. Es ist natürlich heute schwer, die gut geschmierte Maschine google zu toppen. Und doch könnte es einer schaffen, der wiederum auf die Mitarbeit vieler freiwilligen User hofft: Jimmy Wales, der Begründer der Wikipedia.



Er sieht bei den Ergebnissen der populärsten Suchmaschine Google bisweilen schlechte Qualität. Für ihn sei es kein Qualitätskriterium, wie Google die Websites nach Menge der Verweise zu sortieren. "Die menschliche Urteilskraft ist im Zweifelsfall viel effektiver", erläuterte Wales zu den Hintergründen des Projekts Wikia Search in einem Interview. Die Suchmaschine werde voraussichtlich noch in diesem Jahr vorläufig starten.

annt. Der neue Name macht deutlich, dass die geplante Internet-Suche Teil von Wikia ist, dem gewinnorientierten Unternehmen Wikia von Wales. Ziel ist es, den Nutzern mit einer Peer-to-Peer-Suche die Gelegenheit zu geben, Internetseiten nicht nur positiv oder negativ zu bewerten, sondern selbst an der Indexierung des Internets teilzunehmen sowie Bookmarks und Seiten-Favoriten bereitzustellen. Laut Wales geht es zudem darum, mit frei verfügbarer Software eine offene und transparente Suchmaschine zu schaffen.

Dafür gibt es nach Einschätzung von Wales Bedarf: "Viele Firmen aus der zweiten Reihe wollen Zugang zur Internet-Suche über offene Software, zum Beispiel Apache, bekommen. Eine offene Gesellschaft braucht Offenheit und Transparenz in ihren Institutionen. Die Art und Weise, wie die Suche im Internet organisiert wird, ist daher fundamental." Bei Google wisse man hingegen nicht, wie der Algorithmus funktioniert, mit dem das Internet durchsucht wird, meint Wales. Es sei ein Problem, dass die Google-Suche zum Beispiel durch kommerzielle Interessen beeinflussbar sei.


Jimmy Wales

Wikia Search, für das laut Wales mittlerweile 40 Festangestellte arbeiten, wird von Investoren wie dem Online-Einzelhändler Amazon, dem Wagnisfinanzierer Bessemer, den Lotus-Gründer Mitch Kapor und den Netscape-Erfinder Marc Andreesen unterstützt. In einer ersten Finanzierungsrunde seien 4 Millionen US-Dollar zusammengekommen, eine endgültige Zahl werde nicht veröffentlicht, sagte Wales. Finanzieren soll sich Wikia Search über Werbung. Schließlich gebe es keinen Zweifel, dass Suchmaschinen "extrem attraktiv" für Werbekunden seien.

Ich könnte mich für dieses Projekt auch erwärmen, um aus den Fängen einer Allmacht zu entwischen. Wir lassen  in der Sendung  Jimmy Wales zu Wort kommen.


Viren - immer verrückter

Als wir 1983 zum ersten Mal über Computerviren berichteten, da lächelte man noch über uns. "Jetzt sind sie ganz durchgedreht" mag der eine oder andere gedacht haben. Doch als dann Prof. Brunnstein von der Uni Hamburg bei uns im Studio war und wir Viren in Funktion zeigen konnten, machte man sich ernstere Gedanken. Damals kreierten wir auch den falschen Begriff "der Virus" und wollte damit die Unterschiedlichkeit der Computerviren gegenüber biologischen Viren kennzeichnen, die ja bekanntermaßen ja als "das Virus" bezeichnet werden. Aus der damaligen Zeit stammt auch ein Zuschauervorschlag, wie man Computerviren entfernen kann: man muss die Festplatte schneller drehen lassen - dann werden die Viren von der Zentrifugalkraft davongeschleudert. Wäre es nur so. In der Folgezeit haben die Virenschreiber manch einen das Zittern gelernt. Nicht selten wurde so mancher PC beschädigt.



Der Alptraum jedes PC-Nutzers sind Viren, die die gesamte Festplatte löschen. Informatiker der Universität des Saarlandes haben jetzt herausgefunden, dass nicht nur manipulierte Programme, sondern auch harmlos erscheinende Textdokumente den Computer attackieren können. Zum Beispiel können präparierte Textdokumente Dateien auf der Festplatte eines Benutzers löschen. Außerdem ist es möglich, ein Textdokument so zu manipulieren, dass auf verschiedenen Rechnern das gleiche Dokument unterschiedlich angezeigt wird. Dadurch kann beispielsweise der Preis eines Kaufvertrages nachträglich geändert werden. Prinzipiell sind diese Manipulationen auch bei den weit verbreiteten PDF-Dokumenten möglich. Die Informatiker werden ihre Forschungsergebnisse auf der CeBIT 2007 (15. bis 21. März) am Stand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) und im Future Talk vorstellen.

Die Informatiker am Saarbrücker Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptographie haben untersucht, wie Textdokumente im Viewer, also dem Programm, mit dem die Textdateien angesehen werden, bestimmte Prozesse auslösen können. Am Beispiel eines elektronischen Kaufvertrages konnte folgendes Problem aufgezeigt werden: Ein Käufer unterzeichnet einen elektronischen Kaufvertrag mit Hilfe einer elektronischen Signatur. Dieser Kaufpreis sollte nun nicht mehr nachträglich geändert werden können, ohne dabei die Signatur zu zerstören. Es sei jedoch möglich, den Kaufvertrag bereits vorher so zu präparieren, dass das signierte Dokument auf verschiedenen Rechnern unterschiedliche Kaufpreise anzeige. Man könne außerdem in den Quellcode der Textdateien Befehle einschleusen, die auf dem Rechner des Betrachters Aktionen auslösten, im Extremfall das Formatieren der Festplatte.


Prof. Michael Backes

Ein weiteres Problem betrifft die anonyme Begutachtung von wissenschaftlichen Texten. Die Saarbrücker Informatiker zeigten, dass es möglich ist, in ein Textdokument Schreibfehler einzubauen, die bei verschiedenen Betrachtern – in diesem Fall den Gutachtern – unterschiedlich erscheinen. Üblicherweise kommentieren die Gutachter anonym den eingereichten Text. Durch geeignet präparierte Texte kann später anhand der Kommentare auf den einzelnen Gutachter zurück geschlossen werden. Die Anonymität dieses Begutachtungsprozesses kann also über solche Manipulationen außer Kraft gesetzt werden. Das Forschungsteam von Prof. Dr. Michael Backes an der Universität des Saarlandes wird seine Forschungsergebnisse auf der größten internationalen Konferenz für Sicherheitsthemen, dem “IEEE Symposium on Security and Privacy” in Oakland (USA) im Mai 2007 vorstellen.

Vorab aber wird Prof. Backes mit CCZwei reden und über die neuen Gefahren berichten. Neue Horrorszenarien entwickeln sich.


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