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SENDUNGSARCHIV

09.04.2012
Folge 317

Das historische Farblabor des WDR steht heute an der Uni Wuppertal

Die heutige Sendung hat mich persönlich sehr interessiert, da es viele Überschneidungen gibt, die ich während meiner WDR - Zeit selbst erlebt habe, zumindest in Form von Berichten der Kollegen. Das Farblabor des WDR war eine wichtige Station hin zum Farbfernsehen nach dem PAL Verfahren.
Es gab noch keine einschlägigen Versuche mit dem PAL Standard. NTSC, das amerikanische Farbsystem, hatte dagegen schon Jahre seine Fähigkeiten in der Praxis gezeigt. Doch jeder, der in den frühen 60er Jahren von Amerika zurück kam, berichtete über Macken im System. Es gab viele Farbfehler und Ungereimtheiten in der Übertragung.
Genau deshalb wurden in Europa zwei weitere Standards geboren. In Deutschland und in vielen anderen Ländern siegte das PAL Verfahren. In Frankreich, Russland und den Ostblockländern sendete man in SECAM und nutzte jedoch die PAL Technik im Studio.

1963 wurde in Köln Ehrenfeld das Farblabor installiert und einige Mitarbeiter aus der Technischen Direktion des WDR für die wichtigen Aufbauarbeiten abgestellt. Die schillernde Figur in diesem Testlabor war wohl der Chef der Truppe, der gleichzeitig auch Technischer Direktor des WDR war: Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Josef In der Smitten.


Prof. Franz Josef In der Smitten (gestorben 2010)
http://www.wdr.de/unternehmen/technik/rundfunk_gestern/prof_in_der_smitten.jsp

Das Farblabor war natürlich ein begrenztes Projekt, denn 1967 zur Funkausstellung in Berlin sollte alles parat sein. Dann nämlich eröffnete Willy Brandt den Regeldienst des PAL Farbfernsehens. Am Anfang war die Schar der Zuschauer natürlich noch sehr begrenzt. Denn es musste ja unbedingt ein neues Fernsehgerät her, das auch farbtauglich war. Immerhin war der Systemwechsel abwärts kompatibel, wie man heute sagen würde: Das neue Sendesignal bediente auch die alten Schwarzweiß Geräte. Dennoch musste zuerst eine preisliche Hürde überwunden werden 4000 - 5000 Mark musste man für ein farbtaugliches Gerät hinblättern. Hinzu kam, dass am Anfang gerade einmal 10 Stunden in der Woche in Farbe gesendet wurde.


Prof. Dr. Uwe E. Kraus em, Bergische Universität Wuppertal
http://www.agaf.de/IEEE-Fellow.txt

Mit Karl-Ulrich Oberlies verband uns lange Jahre das Thema Technik im WDR. Er entwickelte damals noch in der Hauptabteilung Systementwicklung und Schulung beim WDR massgeblich Verbesserungen beim Videotext und bei der Einführung des VPS Signals zur automatischen Steuerung von Videorekorden.
Zwischenzeitlich entwickelte man auch in seiner Abteilung ein Konkurrenzsystem zu unserem Vdeodat im Computerclub. Dass wir in die ersten sichtbaren Zeilen gingen gefiel ihm gar nicht. Das Videoprint Verfahren fand natürlich unter dem Dach des Videotextes statt. Doch dieses wiederum gefiel uns nicht, denn wir wären immer von der Videotextredaktion abhängig gewesen. So konnten wir selbst unsere Texte in das Videosignal einbringen.


Karl-Ulrich Oberlies, Technologie-Referat WDR

Wir hatten uns eine Stunde Redezeit vorgenommen und konnten nur peripher die Entwicklung des Fernsehens in den Jahren 1963 bis 1967 beleuchten. Für uns drei Diskutanten stand das Fernsehen im Mittelpunkt unserer besten besten Berufsjahre. Alle 3 liebten die Technik und den Fortschritt. Alle 3 blicken auf erfolgreiche und praktische Jahre zurück.

Viel mehr zu den geschichtlichen Fakten gibt es z.B. unter der nächsten URL
http://www2.uni-wuppertal.de/FB13/LNT/Farblabor/Farblabor_main.html

Auch beim WDR lohnt es sich, in der Geschichte zu stöbern.
http://www.wdr.de/unternehmen/technik/rundfunk_gestern/technische_geraete.jsp

Zu Beginn der Sendung wurde versprochen, vereinzelte Führungen von kleinen Gruppen durch das Versuchslabor zu machen. Es muss eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Labor per Email stattfinden. Dies ist die Emailadresse
hist-fs-labor.uni-wtal@web.de


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