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10.09.2012
Folge 333

OpenHAB - Open Source Heimautomatisierung

von Heinz Schmitz

Gerade in unseren TV-Produktionen haben wir uns hin und wieder mit Hausautomatisierung beschäftigt (zB. in den TV-Folgen 56, 60, 71, 72 oder 88). Alles gute Lösungen, die allerdings einen Nachteil haben. Es handelt sich um proprietäre Systeme. Mit einem Programm oder einer App all die verfügbaren Helfer kontrollieren ist unmöglich. Jeder Hersteller optimiert die Steuerung für seine Lösungen.

Das könnte bald anders werden. Die Open Home Automation Bus oder kurz OpenHAB (http://code.google.com/p/openhab/) stellt eine universelle, hersteller-, hardware- und protokollunabhängige Plattform rund um die Heimautomation dar. Es handelt sich um eine reine Java-Lösung auf Basis des quelloffenen OSGi-Frameworks von Equinox. Jetty dient als integrierter Webserver. Neben dem Zugriff über Browser sind auch openHAB iOS UI (http://code.google.com/p/openhab/wiki/iOS_UI) für Apples iOS und HABDroid (http://code.google.com/p/openhab/wiki/HABDroid) für Android als Zugangswerkzeuge verfügbar.



Der Initiator Kai Kreuzer hat nach zweieinhalb Jahren Entwicklung Fertigstellung von OpenHAB 1.0 gemeldet (http://kaikreuzer.blogspot.de/2012/08/openhab-1.html#!/2012/08/openhab-1.html). OpenHAB ist als Framework zu verstehen. Auf der einen Seite können leicht eigene Benutzeroberflächen realisieren werden, mit denen sich viele verschiedene Geräte steuern lassen, auch wenn sie auf unterschiedlicher Technik basieren. Auf der anderen Seite können die verschiedensten Techniken und Übertragungsformen wie mit Treibern in das Framework integrieren. Zudem ermöglicht OpenHAB eine Automationslogik über verschiedene Systemgrenzen hinweg. Unterstützt wird etwa auch KNX, ein Feldbus und offener Standard für die Haus- und Gebäudesystemtechnik.

Mit dem System lassen sich auch komplexe Regeln programmieren. Werte und Zustände lassen sich nicht nur in einer lokalen Datenbank oder Logfiles sichern, sondern auch in Cloud-Diensten.  Automationsaufgaben etwa für Heizung und Jalousien lassen sich zudem in einem Google-Kalender einrichten und verwalten. Die Skripte können direkt im Kalender definiert werden. OpenHAB sorgt dafür, dass sie zum korrekten Zeitpunkt ausgeführt werden.

Um möglichen Einbrechern vorzuspielen, dass jemand zu Hause ist, kann die Präsenzsimulation von OpenHAB auch selbst Events in den Kalender eintragen - die sich dann auch aus der Ferne verändern lassen. Ein aufwendiges Trainieren und Konfigurieren soll nicht nötig sein. Benachrichtigungen durch die Haustechnik können als Instant-Messages über das Chatprotokoll XMPP übertragen werden, etwa auf PCs mit GTalk oder Jabber sowie auf Smartphones oder auf Tablets. Über XMPP informiert OpenHAB nicht nur, sondern beantwortet Statusanfragen des Nutzers und nimmt Befehle für Geräte entgegen.

OpenHAB ist also kein fertiges Produkt, sondern ein Werkzeug für die Open Source Gemeinde, die jetzt ihre Rollladensteuerungen, Türschlösser, Heizungssteuerungen, Lichtschalter etc. einbinden und die Lösungen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen können.


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