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19.11.2012
Folge 343

Speicher für die Ewigkeit

Heinz Schmitz

Ewigkeit ist natürlich übertrieben, aber Daten aus der digitalen Welt für extrem lange Zeiträume zu sichern ist eine Herausforderung für die digitalisierte Gesellschaft. Der japanische Hitachi Konzern glaubt Daten mehrere Hundert Millionen Jahre speichern zu können.

Durch die begrenzte Lebensdauer von Magnetband, Festplatte, DVD und Co. sind alle Daten, die auf Datenträgern gespeichert werden in Gefahr. In unsere TV-Folge 30 (http://www.cczwei.de/index.php?id=tvissuearchive&tvissueid=43) haben wir uns schon mit dem Thema „Auch High-Tec schützt Daten nicht vor dem Vergessen“ befasst. Bei Wikipedia ist nachzulesen, wie kurz die Speicherdauer moderner Medien ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung). Während Informationen auf Steintafeln oder Papier tausende Jahre halten können, sind magnetische Medien wie Festplatten oder Optische Medien schon nach einigen Jahren unbrauchbar. Über Römer und Ägypter würden wir heute nichts wissen, wenn sie alle Daten auf Festplatten abgelegt hätten.

Darüber hinaus ist ein weiteres Problem, dass mit Datenträger und Lesegerät zwei kompatible Komponenten zur Verfügung stehen müssen um die Informationen zurückzugewinnen. Papier, Film, Schallplatte etc. sind mit unseren eingebauten Sensoren (Ohren und Augen) zu erfassen, aber ein Magnetband, eine Floppy, eine CD, eine BlueRay und so weiter benötigen Lesegeräte. Ist eines von beiden defekt oder nicht mehr vorhanden, so ist sind die Daten verloren. Ich besitze zum Beispiel noch Bernoulli Wechselplatten mit alten Bildern oder 8 Zoll Disketten im Tektronix-Format. Das lesen dieser Daten wäre heute, nach gerade mal ca. 20 Jahren eine Herausforderung. Welche Herausforderung für Archivare, die Daten für die Nachwelt erhalten wollen.

Eine Lösung  findet man zum Beispiel bei der Firma Syylex (http://www.syylex.com/) aus Villingen-Schwennigen. Sie bieten an, Daten auf eine DVD aus bruchsicherem Glas zu speichern. Diese GlasMasterDiscs sind nach den Berechnungen und Tests auch noch nach Jahrhunderten zu lesen. Allerdings, ob dann noch funktionsfähige Laufwerke zur Verfügung stehen oder ob jemand mit einem Mikroskop die Gigabyte über Gigabyte Daten entschlüsseln kann nicht sicher vorhergesagt werden.
 

Dauerhafter Speicher aus Quarz fasst 40 Mbyte pro Quadratzoll. (Foto: Hitachi)

Einen Schritt weiter geht Hitachi (http://www.hitachi.com/New/cnews/120924.html). Der japanische Konzern hat einen Speicher auf Quarzglasbasis entwickelt. Die Daten werden mittels Laser in die etwas briefmarkengroße Quarzscheibe gebrannt. In mehreren Fokussierungsebenen wird die Gitterstruktur des Quarzes gestört und dadurch Fehlstellen erzeugt, die 0 bzw. 1 repräsentieren. Ausgelesen werden die Daten per Mikroskop bzw. einem speziellen Scanner. Zur Haltbarkeit gibt Hitachi stolz mehrere Hundert Millionen Jahre an.  Die Quarzplättchen sind zudem mechanisch robust und resistent gegen einen Vielzahl von Chemikalien. Die Speicherdichte mit 40 Mbyte pro Quadratzoll ist nicht sonderlich hoch, kann nach Angaben der Forscher jedoch gesteigert werden. Ob aus der Entwicklung allerdings ein kommerzielles Produkt wird ist noch nicht entschieden aber für Regierungsstellen soll sie bald verfügbar sein.


Die Daten, gespeichert in der Quarzscheibe, sind auch mach Millionen von Jahren noch unter dem Mikroskop zu lesen. (Bild: Hitachi)

Es gibt also Hoffnung unserer Nachwelt die Unmengen an digitalen Daten, die wir tagtäglich produzieren, zu erhalten.




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