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10.12.2012
Folge 346

Unsichere Weihnachtszeit

Das Weihnachtsgeschäft ist nicht nur für Internethändler die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Sicherheitsexperten von G Data und F-Secure rechnen damit, das Cyber-Kriminelle in diesem Jahr wieder verstärkt Online-Käufer ins Visier nehmen werden. In den kommenden Wochen könnten vermehrt Spam-Mails mit vermeintlichen Schnäppchen-Angeboten, gefälschte Benachrichtigungen von Paketdiensten und vermeintliche Versandbestätigungen großer Online-Shops unachtsame Empfänger in die Schadcode- und Phishing-Falle locken.

So steigt auch mit der Nachfrage nach einem Produkt die Gefahr nach mit Malware infizierten Links bei der Suche im Internet. Einkäufer, die sich dann gezielt auf die Suche nach den besten Angeboten im Internet machen, können dabei auch Opfer von Malware-Bedrohungen werden. Bei der Suche nach dem billigsten Schnäppchen ist aber Vorsicht geboten, denn Google Suchresultate verweisen unter Umständen auch auf mit Malware hinterlegte Links oder böswillige Webseiten, die einen ungeschützten Rechner oder ein Smartphone mit verschiedenster Malware bedrohen – und im schlimmsten Fall auch Nutzerdaten für das Onlinebanking abfangen.

Am attraktivsten werden für Malwareentwickler die nachgefragtesten Produkte sein. Ein Blick in die Prognosen von Marketinganalysten und eine Analyse der Wunschlisten von Onlineshops lässt erwarten, dass Suchanfragen nach diesen Geräten nun steigen werden. Hier einige Produkte, die aufgrund der zu erwartenden Suchanfragen wahrscheinlich am meisten von Cyberkriminellen benutzt werden, um Malware zu verbreiten:

- Die Nintendo Wii U: Die Wii U gilt als potentieller Verkaufsschlager im Vorweihnachtsgeschäft.
- Kindle Fire HD: Tablets sind en Vogue und ein 7-Zoll-Tablet zu einem Preis von 199 Dollar sollte eine Fülle von Suchanfragen auslösen.
- iPad mini: Das weiße iPad Mini war bei der Ersteinführung innerhalb von Minuten ausverkauft.
- Videospiele: Neue Titel wie Halo 4 oder Call of Duty Black Ops 2 lösen bestehende Verkaufsrekorde ab.
- Der Film „The Hobbit“: Vor dem Kinostart am 13. Dezember wird schon im Vorfeld viel nach dem Fabelwesen von J.R.R. Tolkien gesucht werden – auch auf unsicherem Terrain.
- Windows 8: Mit der Einführung von Microsoft Windows 8 werden immer mehr Informationen zum Thema gesucht, Kaufangeboten Tipps und vermeintlich hilfreichen Tools – eventuell finden sich so auch unseriöse Tools.
- iPhone 5 und Samsung Galaxy 3:  Die Prognosen für die Verkaufszahlen sind hoch, einzelne Händler kündigen schon jetzt bedeutende Nachlässe an.
- Touchscreen Handschuhe: Nicht nur Smartphones sollen Hände schmeicheln, auch die entsprechenden Handschuhe, um selbst bei kalten Temperaturen komfortabel den Bildschirm bedienen zu können.
- Furby: Das „Remake“ des Verkaufsschlagers und Kuscheltiers der 90er Jahre wird es nicht nur als Puppe sondern auch als App geben.
- Breaking Dawn als DVD: Der zweite Teil der „Twilight“-Sage hat bereits einen Gewinn von 30,4 Millionen Dollar eingebracht.

Online-Käufer können bei ihren Weihnachtseinkäufen für ihre eigene Sicherheit sorgen. Experten geben, wie alle Jahre folgende Tipps für einen sicheren Online-Einkauf.

Keine Experimente bei Online-Shops
Die beste Möglichkeit, das Risiko im Vorfeld schon zu minimieren ist der Kauf bei dem Händler des Vertrauens. Bei Händlern, die man nicht kennt, oder die den Eindruck machen, nicht frequentiert zu sein, sollte man sehr vorsichtig sein.

URLs händisch eingeben
Die Zieladresse des Online-Shops soll immer manuell eingegeben werden, anstatt über Google etwa nach amazon.com zu suchen. So landet man sicher auf der Original-Webseite anstatt auf Malware-injizierten Links zu Scam-infizierten Seiten.

Sicherheitslösungen mit Browsing Protection verwenden
Ein Browsing-Schutz blockiert schädliche Websites automatisch, so dass Sie völlig unbesorgt im Internet surfen können

Updaten und Schutz des PCs
Dieser Standardratschlag gilt besonders für Anwender, die sich auch bei der Bezahlung des Einkaufs auf Online-Banking verlassen. Dazu gehört nicht nur das Updaten von Sicherheitslösungen, sondern auch das Updaten anderer Anwendungen. Das kostenlose F-Secure Health Check Tool macht die Überprüfung der Aktualität der Software auf dem Rechner einfach. Die allermeisten Bedrohungen lassen sich mit Software auf aktuellem Stand sicher und zuverlässig vor Gefahren schützen.

Jede URL soll vor dem Einkauf sorgfältig geprüft werden
Die URL eines seriösen Onlineshops beginnt mit https:// und gewährleistet durch ein zusätzliches Maß an Sicherheit einen sicheren Zugriff auf das Internet.

Nur in sicheren Umgebungen einkaufen
Online-Einkäufe sollten immer nur von einem geschützten PC oder Netzwerk aus getätigt werden. Ein Computer in einem Internet-Café hat eventuell einen Keylogger installiert, der die Eingabe von Kreditkartennummern oder Passwörtern protokolliert. Ein offenes WiFi-Netzwerk ist vielleicht komfortabel, aber zugleich auch ein Risiko beim Online-Banking oder Online-Einkauf.

Mobile Geräte schützen
Wer seinen Einkauf vom Smartphone oder Tablet tätigt, sollte Sicherheitssoftware auch für mobile Geräte installieren. Ganz wichtig ist dabei auch ein Diebstahlschutz, der bei Verlust oder Diebstahl verhindert, dass das Gerät per Fernzugriff gesperrt werden wird. So verliert man im Zweifelsfall nur die Hardware, aber nicht auch noch die Kontrolle über das Geld.

Öfter auf die Kontoauszüge blicken
Anwender sollten immer nur mit einer Kreditkarte online einkaufen und dessen Auszüge regelmäßig überprüfen. Gerade in den Zeiten der schnellen Online-Überweisung sollte jeder Kunde einmal die Woche seine Kontoauszüge überprüfen. Je länger ein Cyberkrimineller Zugriff auf ihre Kontodaten hat, umso massiver kann er Probleme verursachen.


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