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24.06.2013
Folge 374

Gestensteuerung per WLAN

Gestensteuerung ist momentan ein verbreitetes Thema. Mit unterschiedlichen Konzepten untersuchen Forscher und Firmen, wie die Interaktion mit Computern gestaltet werden kann ohne Tastatur und Maus. Wie bei „Minority Report“ sollen Rechner auf die Bewegungen reagieren. Dort wurde aber Sensorhandschuhe eingesetzt. Einen anderen Ansatz stellte uns Guter Logemann in der Folge 107 des ComputerClub² TV vor. (http://www.cczwei.de/index.php?id=tvissuearchive&tvissueid=128#a257). Mit der Microsoft Kinect lassen sich Anwendungen steuern. Gedacht war sie ursprünglich nur für die Steuerung von xBox-Spielen. Die Entwickler ließen aber keine Ruhe und so ist heute ein Programmierinterface auch für andre Anwendungen verfügbar.

Ganz anders der Ansatz den die Forscher der University of Washington  wählten. Ihre Idee ist die Vorhandenen WLAN Signale zur Gestenerkennung zu nutzen. Das Projekt WiSee (http://wisee.cs.washington.edu/) besteht aus einem “smarten” Empfänger, der WLAN-Übertragungen von allen im Haus befindlichen Geräten auswertet, also Smartphones, Laptops oder Tablets und natürlich WLAN-Router.

Die Idee ist, dass die Frequenz von WLAN-Signalen durch Bewegungen leicht verändert werden. Dieses als Doppler-Effekt bekannte Phänomen bezeichnet eine zeitliche Stauchung oder Dehnung eines Signals bei Veränderungen des Abstands zwischen Sender und Empfänger während der Dauer des Signals. In sehr geringem Maß entstehen Frequenzverschiebungen, wenn beispielsweise ein Smartphone zur Basisstation funkt und dabei durch eine beliebige Hand- oder Fußbewegung beeinflusst wird. Die Unterschiede betragen nur wenige Hertz, reichen aber zur Auswertung von Gesten aus.

Anders als die Gestenerkennung der Xbox funktioniert die WiSee-Technik auch jenseits des Raums, in dem der auswertende Baustein, also der Router steht. Die Funkeinflüsse, die Bewegungen verursachen, kann ein WLAN-Router nämlich auch über verschiedene Räume hinweg zur Gestenerkennung verwerten. Künftig könnte so die Steuerung von Haushaltsgeräten gelingen.

Die Störung eines elektromagnetischen Feldes nutzt im Nahbereich auch der Chip MGC3130. Das so genannte GEstIC  von Microchip (http://www.microchip.com/pagehandler/en_us/technology/gestic) baut vor dem Sensor ein homogenes Feld auf. Finger oder Hände stören dieses Feld. Die Auswertung dieser Störungen ergibt dann die Gesten die der Computer auswerten und zur Applikationssteuerung verwertet werden kann.


Die etwas andern Smartphones

Auch wenn Android den Markt der intelligenten Telefone und Tablets beherrscht gibt es auch noch andre Entwicklungen. Aus Finnland kommt das Sailfish Smartphone. Hersteller ist das Startup Jolla. Es wurde von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern aus der Taufe gehoben. Das besondere an Sailfish (https://sailfishos.org/)ist das Betriebssystem Sailfish OS (http://en.wikipedia.org/wiki/Sailfish_OS). Es handelt sich um eine optimierte Linux-Variante die auf Nokias MeeGo basiert, aus dem auch Tizen hervorging (http://www.cczwei.de/index.php?id=issuearchive&issueid=378).

Das Smartphone ist mit einem 4,5-Zoll-Display, einem Dual Core Prozessor, 16 GByte Speicher, einem microSD-Slot, einer 8-Megapixel-Kamera und einem wechselbaren Akku ausgestattet. Die Rückseite wird "The Other Half" genannt. Es ist ein Wechselcover, das mit dem Betriebssystem zusammenspielt. Die jeweilige Auswahl der Systemfarben, das Designthema und Anwendungsfavoriten sind mit dem Cover verknüpft. Mit der Rückenabdeckung wechselt der Anwender auch seine Systemumgebung. Das 399 teure Mittelklasse-Smartphone liegt soll zum Jahresende lieferbar sein. Interessant zu beobachten sein wird welchen Marktanteil sich das Linux-Telefon gegenüber den mächtigen Konkurrenten Android, iOS, Microsoft und Firefox OS positionieren und durchsetzten wird.

Auf Android setzt ein anderes Telefon, das ebenfalls in der Mittelklasse anzusiedeln ist. Das FairPhone (http://www.fairphone.com/) setzt auf Anwender die gegen die Ausbeute von Natur und Mensch sind. Das Smartphone soll nach Aussagen des niederländischen Startups  möglichst unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Auch die Mineralien, vor allem Coltan, aus denen die Schaltkreise eines Mobiltelefons hergestellt werden, sollen aus Minen kommen, von denen kein Bürgerkrieg finanziert wird. Die Endfertigung sollen chinesische Fabriken übernehmen. Das Smartphone verfügt über einen QuadCore Prozessor ein 4,3 Zoll Display und eine 8-Megapuixel Kamera. Von dem 325 Euro teuren Gerät sind ca. 5.000 vorbestellt du bezahlt worden. Mit dem eingenommen Geld sollen zunächst 20.000 Telefone produziert werden.



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