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01.07.2013
Folge 375

Flash-Speicher erobern die Rechenzentren

Rudi Kulzer

Privat ist die Technologie längst Standard, etwa in Smartphones oder in iPods. Die Rede ist von so genannten Flash-Speichern, bei denen Daten anders als bei traditionellen, sich drehenden Festplatten in Chips gespeichert werden. Nun sollen die neuen Speicher in großem Stil auch die Rechenzentren der Unternehmenswelt erobern. " Speichern in schneller Flashtechnik gehört derzeit zu den fundamentalen Veränderung in der IT-Industrie“, sagte Tom Rosamilia, der Hardware-Chef  von IBM, dem Handelsblatt am Rande eine Technologiekonferenz in Las Vegas.

Nach enttäuschenden Zahlen im letzten Quartal hatte IBM-Chefin Ginni Rometty den Manager an die Spitze der Hardware-Gruppe gesetzt. Seitdem gilt Rosamilia als potentieller Nachfolger von Rometty, solte sie wie bei IBM üblich mit 60 ausscheiden. Entsprechend gespannt waren die Gäste der Technologiekonferenz in Las Vegas auf das, was Rosamilia zu berichten hatte. Der zeigte sich davon überzeugt, dass Flash zur grundlegenden Technologie für Datenspeicher in Unternehmen wird. Flash-Speicher legen die Daten im Gegensatz zu mechanisch-magnetischen Festplatten in nichtflüchtigen Chip-ähnlichen Strukturen ab. Ein extrem schneller und preiswerter Zugriff auf Unternehmensdaten ist damit möglich.

Nach Ansicht von IT-Experten zählt Geschwindigkeit neben den Kosten zu den Hauptargumenten für eine  Investitionsentscheidung von Unternehmen. Da die Menge der verfügbaren Daten explodiert, gleichzeitig der weltweite Wettbewerbsdruck durch die Vernetzung stetig wächst, brauchen die Manager immer leistungsfähigere IT-Werkzeuge, um bei diesem Rennen mithalten zu können. Darauf setzt auch Rosamilia, der in Las Vegas  eine neue IBM Flash System Familie angekündigt. Möglich sei der großflächige Einsatz der neuen Technologie auch, weil deren Preise mittlerweile deutlich gesunken sind. Die Leistung von Speichern wird über die Datentransfers pro Sekunde gemessen. Fachleute sprechen  von sogenannten I\Os, Inputs und Outputs pro Sekunde.

Im Wettbewerb mit herkömmlichen  Festplatten mit drehender Mechanik hat Flash hierbei mittlerweile Nase vorn. Flash-Speicher bieten bei gleichem Preis eine schnellere Installation, eine bessere Leistung und verbrauchen dabei auch noch weniger Platz in den Rechenschränken und zudem weniger Energie.

Rosamilia spricht deshalb bereits von einem  Wendepunkt im Markt für Rechenzentrums-Technologie. "Heute stehen die Kosten für die eingegebenen Daten  pro Sekunde im Zentrum der IT-Kalkulation in Unternehmen. Die Möglichkeit, bei gleichem Preis mit Flash eine deutliche schnellere Implementierung zu erzielen, verbunden mit erheblich besserer Leistung, geringeren Platzdarf  und Energieverbrauch sind für Anbieter und Kunden eine obligatorische Herausforderung".

Gleichzeitig brach der  IBM-Manager eine Lanze für das lizenzfreie Betriebssystem Linux. Nachdem sich die euphorischen Erwartungen an die Alternative etwa zu Microsofts dominantem Windows-System nicht erfüllt hatten, wird Linux von vielen mittlerweile abgeschrieben und als Nischenlösung angesehen. Doch davon will Rosamilia nichts wissen. Nach Ansicht des IBM Hardware-Chefs spielt das Betriebssystem  in der Unternehmens-Welt eine immer wichtigere Rolle. IBM habe in den zurückliegenden Jahren über  3400 Unternehmen von Wettbewerbern zu Linux geholt, konterte Rosamilia. Damit  sei Linux ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für IBM.

Auch Hewlett-Packard setzt auf schnelle Speicher für Unternehmensdaten. HP zeigte vergangene Woche auf seiner Kundenmesse Discovery 2013, ebenfalls in Las Vegas, eine Erweiterung seiner Converged-Storage-Produktreihe um das Flash-optimierte Speichersystem HP 3PAR StoreServ 7450. Es bietet ebenfalls Eingangs/Ausgangs-Vorgänge pro Sekunde sowie niedrige Verzögerungszeiten ohne dabei für mehr Komplexität im Rechenzentrum zu sorgen, verspricht HP.

„Unternehmen und Behörden können unvorhersehbare Arbeitslasten nicht kosteneffizient verwalten, wenn sie mit unterschiedlichen, voneinander getrennten Storage-Systemen arbeiten“, sagte David Scott, der bei HP für Speicher verantwortliche General Manager. „Mit dem neuen 3PAR StoreServ erhalten Kunden maßgeschneiderte Speicher-Lösungen, die geschäftskritischen neuen Anforderungen gerecht werden ohne neue getrennte Speicher zu schaffen, die nicht miteinander arbeiten können.“


Wirtschaft sieht hohe Gefährdung durch Cybercrime


Sicherheitsexperten in der deutschen Wirtschaft sehen in der Gefährdung durch Angriffe auf die IT und die Telekommunikation sowie in Spionage- und Ausspähangriffen aktuell und auch in Zukunft das höchste Gefährdungsrisiko für Unternehmen. Terrorismusgefahren werden eher geringer eingeschätzt. Dies sind zentrale Aussagen der 11. WIK/ASW-Sicherheits-Enquete, einer umfangreichen Befragung der Sicherheitsfachzeitschrift WIK mit der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft - ASW, an der 279 Sicherheitsexperten teilgenommen haben.

Insgesamt sehen die Teilnehmer besorgt in die Zukunft: 77% der Befragten gehen davon aus, dass die Gefährdung der Wirtschaft durch Sicherheitsrisiken weiter zunehmen wird. Fast keiner der Experten (1%) erwartet eine Abnahme und 22% denken, dass die künftige Gefährdungslage auf dem bisherigen Niveau fortbestehen wird.

Das drängendste Problem ist für Sicherheitsexperten in der Wirtschaft, wie auch schon die Befragungen 2010 und 2008 ergeben haben, nach wie vor die Gefährdung von Unternehmensdaten und -kommunikation durch Angriffe unterschiedlichster Art. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68%) - fast alle aus der klassischen, nicht-IT-orientierten Security - gehen davon aus, dass die Belastungen durch IT-Kriminalität künftig steigen werden. Auch kostenmäßig belasten die IT-Gefährdungen die Wirtschaft in zunehmendem Maße. 75,9% der Befragten gehen davon aus, dass die Aufwendungen für die IT-Sicherheit in den nächsten zwölf Monaten real steigen werden. Entsprechend erhofft die Wirtschaft auch mehr Unterstützung durch den Staat: 60,5% wünschen verstärkte behördliche Maßnahmen gegen Cybercrime.

Auch bei der aus Sicht der Experten zweitwichtigsten Bedrohung - „Ausspähung und Wirtschaftsspionage“ geht eine Mehrheit (58%) von einem Anstieg aus. Trotz der Gefährdung haben betriebliche Know-how-Schutz-Konzepte allerdings keine herausgehobene Bedeutung. So gehen knapp 30% der befragten Sicherheitsexperten davon aus, dass es in ihrem Unternehmen kein schützenswertes Know-how gibt. Doch auch in Unternehmen, die sich bewusst sind, dass Know-how geschützt werden sollte, hat der Schutz Lücken: In 36% dieser Unternehmen konnten oder wollten die Experten noch kein Konzept umsetzen, das Informationsabflüsse erschwert.

Mit der behördlichen Unterstützung bei der Abwehr von Spionage aller Art sind die Sicherheitsexperten mehrheitlich zufrieden: 70% sind der Auffassung, dass der Staat genug für die Spionageabwehr tut (26% hoffen auf ein zusätzliches Engagement, 4% auf weniger). Ein gutes Drittel (35%) wünscht sich allerdings mehr Informationen zum Wirtschaftsschutz.

Häufigste Delikte, mit denen die Sicherheitsexperten in den vergangenen 24 Monaten konfrontiert wurden, waren Diebstähle (85% der Befragten), unkorrektes Verhalten von Mitarbeitern (Mitarbeiterdelikte – 66%, „Zeit-Diebstahl“ - 69%), Einbrüche (67%) und Sachbeschädigung (Vandalismus – 64%, Graffiti – 58%). 66% aller Enquête-Teilnehmer sahen sich in den vorausgegangenen zwei Jahren mit mindestens einem tatsächlichen Cybercrime-Fall konfrontiert. Jeder Fünfte gab an, dass dabei auch mindestens einmal ein Produktionsrechner angegriffen wurde.

Für 2013 bis 2015 wollen die befragten Security-Manager (ohne Sicherheitsdienstleister) im Schnitt in ihren Unternehmen jährlich 1,88 Mio. € (2010 - 2012 waren es jährlich 1,91 Mio.€) für Sicherheitstechnikinvestitionen bereitstellen. Am häufigsten wurden Investitionen in die Videoüberwachungstechnik, in den baulichen Brandschutz, in Zutrittskontrolle und elektronische Schließtechnik sowie in den Perimeterschutz genannt.



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