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23.12.2013
Folge 400

400–mal Computer:Club² Audio-Cast

Als am 24.6.2006 der Computer:Club² wieder auferstand und der erste AudioCast Online ging, hat keiner geglaubt, dass es soweit kommen würde. Woche für Woche eine 30-Minütige Sendung. Mittlerweile produziert im virtuellen Studio. Am 23.12.2013 ist es jetzt soweit:

Wir haben die 400-ste Sendung fertiggestellt. Fast 4 Stunden Informationen, Erzählungen, Reportagen, Meinungen und Gästen im virtuellen Studio. Eigentlich fast wie ein normaler AudioCast –aber nur fast. Eben länger und mit mehr persönlichen Hintergrundinformationen.

Wir wünschen  viel Spaß beim Zuhören!

Wolfgang Back
Wolfgang Rudolph
Heinz Schmitz


Das Silicon Valley und seine Akteure


Rudi Kulzer verbrachte lange Jahre als Korrespondent im Silicon Valley, dem bekanntesten Hightech-Tal der Welt. Er traf dort Mensch und besuchte Firmen, die die IT-Welt prägen. Über einige Menschen Firmen und das Tal sprachen wir mit ihm.

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http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-400-das-silicon-valley-und-seine-akteure.html


Digitale Demenz

Da war sie wieder. Lange nicht mehr gesehen und doch noch wiedererkannt. Ein schwarzes, ca. 20 cm großes Stück flexiblen Plastiks, mit Pappe umhüllt und mit zwei Löchern versehen. Eine gute alte Bekannte, die 8“ Floppy. Sie war die erste ihrer Art, wurde vom guten alten Vater Shugart entwickelt und war zu ihrer Zeit ein einfach zu transportierender Datenträger, der schneller als die damals üblichen Magnetbänder war. Speicherkapazitäten von bis zu sagenhaften 720 KByte wurden erreicht. Aber wer hat noch ein 8“ Floppylaufwerk und welches Datenformat darf es bitte sein? Hier wäre vielleicht eine Adresse das Computermuseum in Boston oder Heinz Nixdorf Forum in Paderborn, wo es viele tot geglaubte aus der EDV-Welt zu bewundern gibt.

Die Pyramiden der alten Ägypter sind Objekte, an denen die Wissenschaftler sich heute, mehr als 3.000 Jahre nach ihrer Entstehung, immer noch ergötzen können. Die Hieroglyphen, die Keilschrift und wie auch immer die Zeugen der längst untergegangenen Kulturen heißen, sind ein lohnendes Betätigungsfeld für Forscher. In ein paar tausend Jahren, wenn Archäologen beginnen unsere Kultur auszugraben, haben sie es viel schwerer. Unser Hausmüll besteht nicht aus Schrifttafeln und Papiernotizen, sondern aus Datenträgern: Unzerstörbarer Kunststoff mit Magnetpartikeln beschichtet. Die Information wird dem Urenkel Schliemanns trotz Lupe und Mikroskop verborgen bleiben.

In der Vergangenheit hatte man nur sehr einfache Hilfen der Datenspeicherung. Wände, Felsplatten, Papyrus und was es auch immer gab, wurden als Schmierzettel für aktuelle Notizen, Verlautbarungen und Kunstwerke genommen. Später konnten, Dank Papier und Drucktechnik, geistige Ergüsse weniger schnell einer großen Leserschaft zur Kenntnis gebracht werden. Frühe Meisterwerke dieser Massenpublizistik sind Bibel und Koran.

Mit unseren modernen Methoden sieht es da anders aus. Die Aufzeichnungen sind mit den natürlichen Sinnen des Menschen nicht mehr zu erfassen. Wir haben das Aufzeichnungsmedium vom Lesegerät getrennt. Da die Information aber nur durch das Zusammenspiel beider Komponenten erfahrbar ist, ist der Inhalt unwiederbringlich verloren, sobald eine Komponente nicht mehr verfügbar ist.

Die letzten noch ohne Hilfsmittel zu entziffernden Massenspeicher der Datentechnik, waren Lochstreifen und Lochkarte. Zu Not kann man mit Hilfsmitteln aus dem Baumarkt auch noch eine Schallplatte abhören. Bei einer CD ist das aber schon aussichtslos. So ist auch die Arbeitsweise von Filmemacher Armin Maiwald zu verstehen, der seine lehreichen Filme für die Sendung mit der Maus seit jeher auf Film produziert. Auch die Bilder eines Films kann man zur Not mit Heimwerkermitteln wieder zum Leben  erwecken. Wäre Armin Maiwald in schon in der Anfangsphase auf Video umgestiegen, hätte er heute unlesbare Magnetbänder in seinem zimmerhohen Regal liegen.

Man denke nur an die tollen Errungenschaften der letzten paar Jahre, wie z.B. Video 2000, Betamax, U-Matic und Ampex in der Videotechnik, Schallplatten, Tonbänder, CP/M - Disketten, ¼ Zoll Bandkassetten, C64 - Datenkassetten, Mainframe-Wechselplatten etc. Sie sind dem Vergessen preisgegebene Datenträger, die man als funktionslosen Schmuck an die Wände hängen kann.

Die schon zitierte 8 Zoll Floppy ist kein Einzelfall. Die nächsten Kandidaten mit Verfallsdatum stehen schon fest: die Compact Kassette, die Floppy, die CD, die DVD, die MD-Medien, die Zip-Medien, die DAT-Kassetten, die Videodisk, die VHS-Kassette, die Papierfotos, der Schmalfilm um nur einige Mitglieder der immer länger werdenden Warteschlange der Auslaufmodelle zu nennen. Und was hilft da die CD, die 1000 Jahre hält, wenn es dann kein CD-Laufwerk mehr gibt.

Ob allerdings die Lösung von Scott McNealy, Ex-Chef des Ex-Serverherstellers SUN, der Weisheit letzter Schluss ist, ist genauso zweifelhaft. Er vertrat immer die Ansicht alle Informationen ins Internet zu stellen damit sie dauerhaft erhalten bleiben. In Praxis heißt das aber auch nur, dass sie auf Plattenspeichern in Servern in digitaler Form gespeichert werden. Wenn das Internet jedoch wegen der Überfrachtung durch Viren, Spam-Mail und Hacker durch einen Nachfolger ersetzt werden sollte, wer soll all das Wissen auf die neue Plattform heben und wer entscheidet dann, welche Information erhaltenswert ist und welche besser gelöscht wird.

So wie die 8 Zoll Floppy der Vergangenheit angehört, werden viele Datenspeicher folgen. Diese Geschichte steht auf Papier und ist somit mehrere hundert Jahre haltbar. Aber, ob das dann noch jemanden interessiert?


Prallfelder verändern den Alltag

Manchmal träumt man ja von Erfindungen oder der Entdeckung physikalischer Phänomene, die das Leben wirklich verändern könnten.

Wir schwitzen hier in der heißen Wüste Nevadas. Hier, gleich hinter den Bergen von Las Vegas liegt das Fantasy-Valley. Touristisch ist es nicht erschlossen, da im die Attraktivität des Valley of Fire oder des Death Valley fehlt. Hier sitzt seit 7 Jahren die Firma Prall-Technologies. Sie ist zurzeit noch absolut unbekannt, könnte bald aber zu einem der wichtigsten Unternehmen der Welt aufsteigen. In dem 17-Mann Unternehmen wurde das Prallfeld entwickelt, dass in vielen Bereichen unser Leben grundsätzlich verändern könnte.

Bei dem Prallfeld handelt es sich, wie der Name schon sagt, um ein Kraftfeld, das es Gegenständen schwer oder unmöglich macht, es zu durchdringen. Nach Aussage von Firmengründer Mac Phisto handelt es sich um ein Kraftfeld, das dem Gravitationsfeld ähnlich ist. Jedoch werden keine Körper angezogen, sondern abgestoßen. Unabhängig von der Masse des auftreffenden Objektes ist die Stärke des Prall-Effektes ausschließlich von der Energie abhängig, die dem Prallfeld zugeführt wird.

Der Durchbruch gelang vor vier Jahren, als man es schaffte die Massestrahlung zu entschlüsseln. Zunächst wurde per Computersimulation ein Feldgenerator entworfen. Er detektiert diese Massestrahlung und reflektiert sie dann. Das Verfahren gleicht, sehr vereinfacht, der Reflexion des Lichtes in einem Spiegel. Die Theorie, dass eine phasenverschobene Reflexion der Massestrahlung, einen abstoßenden Effekt hat, wurde dann schon mit den ersten Prototypen nachgewiesen.

Zunächst, so Firmenboss Mac Phisto, versuchte man die detektierte Strahlung, die ja jeder Körper aussendet, zu reproduzieren. Diese Versuche wurden aber wegen des hohen Energiebedarfs schnell wieder aufgegeben. Portable Systeme wäre so nie zu realisieren gewesen. Durch Differenzanalysen und neu definierte Phasenkorrekturalgorithmen fanden die Tüftler das Verfahren, dass sie reflektive Phasendrehung nennen.

Jedes Objekt, das auf das Prallfeld trifft, erzeugt damit sein eignes Gegenfeld und stößt sich quasi selber ab. Energie ist nur nötig um die Phasendrehung vorzunehmen und den Reflektionsverlust auszugleichen. Über die Steuerung der Reflektionsverluste wird auch die Dichte des Prallfeldes geregelt. Bei 100% Reflexion ist das Prallfeld undurchdringlich und bei 0% ist es nicht vorhanden. Bei Versuchen stellte man fest, dass ein 50% Feld, die Aufprallenergie eines Körpers um nahezu 85% reduziert. Anders als bei mechanischen Auffangsystemen, muss das Zielobjekt nicht die Aufprallenergie aufnehmen und absorbieren. Durch die Reflexion wird diese Energie zum "abbremsen" des auftreffenden Objektes verwand und dient damit zur Kraftabsorbierung.

Heute ist man in der Lage, ein portables Prallfeld zu erzeugen, das z.B. in einem Auto untergebracht werden kann. Hier sieht Mac Phisto auch die primäre Anwendung seines Verfahrens. Er will den Verkehr sicherer machen. Prallfeldgeschützte Autos sind absolut sicher vor Unfällen. Allerdings kann es immer noch zu Kopfverletzungen kommen, wenn sich das Fahrzeug überschlägt und die Insassen nicht angeschnallt sind.

Man will allerdings kein 100% Prallfeld einsetzen sondern eine Begrenzung bei ca. 70% vornehmen. Damit sind zwar Unfälle möglich, die aber ausschließlich Blechschäden erzeugen. Damit, so Mac Phisto, werden die Verkehrsteilnehmer nicht zu leichtsinnig und die Autowerkstätten behalten einen Teil ihrer Arbeit.

Nachteilig ist zurzeit noch, dass das Mobil-Prall-Feld (MPF) nicht absolut transparent ist. Man nimmt es von Außen als leichten Schleier war. Im Feld hat man den Eindruck, dass man sich in leichtem Nebel befindet. Die Ursache vermutet man in der Eigenmasse der Photonen, die beim Aufprall auf das Kraftfeld ebenfalls phasenverschoben reflektiert werden. Die Macher sind sicher, diesen für den Straßenverkehr nachteiligen Effekt, noch vor der Markteinführung zu eliminieren.

Zukünftig wollen die Entwickler sich auf den Personenschutz konzentrieren. Hier fehlen allerdings noch kleine leichte Energiequellen für so ein Personal-Prall-Feld (PPF). Selbst wenn man auf die Absorbierung des Photoneneffektes verzichtet und die Felder in modischen Farben anbietet, braucht man immer noch etwas mehr Energie als für ein Handy. In Nevada, so Mac Phisto, ist die Versorgung kein Problem, weil man reichlich mit Sonne gesegnet ist, aber in gemäßigten Regionen wie in Europa ist diese Problem so einfach nicht zu lösen.

Die Anwendung der PPF's sieht der Firmenvordenker vor allem im Sicherheitsbereich. Die schusssichere Weste wird dann der Vergangenheit angehören. Straßenüberfälle und Vergewaltigungen sind dann nahezu unmöglich. Sorgen macht man sich allerdings um die Militärs. Sie könnten durch den Schutzmechanismus zu leichtsinnig werden. Die Hemmschwelle zu einem bewaffneten Konflikt könnte heruntergesetzt werden. Allerdings sind die Prallfelder gegen bakterielle und chemische Kampfstoffe sowieso unwirksam.

In Nevada rechnet man mit einem ersten Serienprodukt noch in dieser Dekade. Verhandlungen mit Herstellern haben begonnen. Bis jetzt fehlen konkreten Ergebnisse.

Der Versuch von Seiten der Geheimdienste, das Projekt geheim zu halten, wurde allerdings erfolgreich abgewehrt. Mac Phisto ist fest davon überzeugt, dass seine Prallfelder ebenso erfolgreich sein werden wie die PCs, Tablets oder mobile Telefone, ein heute nicht mehr zu eliminierender Bestandteil unseres Lebens.

Und dann, ja dann klingelte der Wecker und der Traum war vorbei


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