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31.03.2014
Folge 414

25 Jahre World Wide Web

Mit der Idee zum World Wide Web hat Tim Berners-Lee die Welt verändert. Eine technische Kommunikation ohne sein Konzept ist undenkbar. Es ist fester Bestandteil des Lebens geworden. Viele Geschäftsideen wären ohne das Internet nicht denkbar. Mit Rudi Kulzer habe wir über das Phänomen WWW und seinen Erfinder gesprochen.


Der Erfinder des WWW, Tim Berners-Lee auf einer Veranstaltung 2009 in Brasilien. (Quelle Silvio Tanaka / flikr)

Rudi Kulzer war schon ein früher Internetnutzer. Schon 1993, bevor das Netz öffentlich zugänglich wurde hat ein Bekannter von SUN in angeschlossen. Die Entwicklung hat er im Silicon Valley hautnah verfolgt. Aber, jetzt mal von vorne.

Die Idee war eigentlich eine Lösung für die interne Nutzung. Am 12. März stellte Tim Berners-Lee am CERN seinen Kollegen ein Konzept vor, wir die Daten zwischen den Standorten problemlos ausgetauscht werden können. Das Kernforschungszentrum CERN liegt an der französisch/schweizerische Grenze. Die Einrichtungen zu beiden Seiten der Grenze hatten jeweils eine eigene Infrastruktur, die nicht über die Grenzen hinaus kompatible war. Die geniale Idee von Tim Berners-Lee war, ein Protokoll zu schaffen, das über das damals nur den Forschern zugängliche Internet, Daten auszutauschen. Er dachte an ein spezielles Hyptertext Datenformat. Daraus entwickelte er und sein Kollege Robert Cailliau die Seitenbeschreibungsspreche Hypertext Markup Language besser bekannt unter dem Kürzel HTML. Die bis heute gültige Sprache konnte nicht nur Texte sondern auch Bilder und Links übermitteln, ohne dass das heute bekannte World Wide Web nicht so bunt und vielfältig wäre. Um die Daten sicher über das Internet übertragen zu können entstand das Hypertext Transfer Protocol besser bekannt unter seinem Kürzel http.  

Daneben entstand der erst Browser, der WorldWideWeb hieß. Den ersten Webserver, genannt CERN httpd, kann man heute noch im CERN-Museum bewundern. Es ist NextCube von der Firma NeXT, die Steve Jobs 1985 nach seinem Rauswurf bei Apple gründete. Das Betriebssystem NextStep ist übrigens die Basis für das heutige Apple MacOS. Damit die Browser die Hypertext Seiten auch finden konnten entstanden die Uniform Resource Locator oder URLs. Die heute so aktuell sind wie damals. Damit waren alle Komponenten zusammen die noch heute das World Wide Web ausmachen.

Die erste Webseite, die Berners-Lee kreierte, besser ein Kopie davon, ist heute noch aktiv und kann unter http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html aufgerufen werden. Es ist im Prinzip eine Beschreibung der Ideen und Techniken hinter dem WWW mit praktischen  Ratschlägen, wie man an einen Browser kommt oder wie man einen Webserver aufsetzt.

1990 veröffentlichten Berners-Lee uns Cailliau ihr Konzept. Dass sie damit die Welt der Kommunikation grundlegend verändern würden haben sie wahrscheinlich nicht gedacht. Als 1993 am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der University of Illinois die erste Version des Mosaic-Browsers entwickelt wurde, war es einfacher für die Wissenschaftlergemeinschaft, Dokumente auszutauschen. Der Mosaic-Browser ist der Vorgänger des Netscape Browers und des Firefox.

Tim Berners-Lee gründete 1994 am MIT, wo er einen Lehrstuhl hat, das W3C, das World Wide Web Consortium, das sich um die Standardisierung der Techniken im World Wide Web kümmert. Er ist bis heute der Vorsitzende dieses wichtigen Gremiums.

1995 wurde dann das Internet öffentlich zugänglich. Hiermit begann eine Entwicklung, die damals unvorstellbar war. Während 1993 nur ca. 1% des weltweiten Datenverkehrs über das Internet abgewickelt wurde, war es im Jahr 2000 bereits 51%. Schon 2007 wurde die Marke von 97% erreicht. Die heutigen Dimensionen sind kaum vorstellbar.

Im Jahr 2013 hat Intel zusammengestellt, was in einer Minute im Internet passiert: Pro Minute fließt über 640 Terabyte Datenverkehr. Es werden über 2 Millionen Suchanfragen bei Google gestellt. Über 200 Millionen Emails werden gesendet und zusätzlich noch 100.000 Tweets versendet. Pro Minute loggen sich eine viertel Million Menschen bei Facebook ein. Auf Flickr werden 3.000 neue Fotos hochgeladen und YouTube wird um rund 30 Stunden Videomaterial erweitert. Daneben entstehen 6 neue Wikipedia Beiträge und das Internetwarenhaus Amazon setzt pro Minute fast 85.000 US-Dollar um.

Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee
http://de.wikipedia.org/wiki/HTML
http://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext_Transfer_Protocol
http://de.wikipedia.org/wiki/NeXTcube
http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator
http://info.cern.ch/
http://de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web_Consortium
http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-414-25-jahre-world-wide-web.html



Musikmesse Frankfurt

Auf der Musikmesse zeigten wieder Hersteller aus aller Welt das umfassende Spektrum an Produkten rund ums Musizieren. Ob klassische Instrumente, akustische oder elektrische Gitarren und Bässe, Blech- und Holzblasinstrumente, Schlagwerk, Tasteninstrumente, elektronisches Equipment oder Computerhard- und –software, auf der  Musikmesse wurde das alles gebündelt vorgestellt werden.

Für mich als Musiker ist die Musikmesse und die parallel veranstaltete Prolight + Sound seit Jahren ein Muss. Da kann auch die CeBIT, die zur selben Zeit in Hannover stattfand nichts ändern. Das Messegelände in Frankfurt war an den 4 Ausstellungstagen voll. Immerhin haben sich 110.000 Besucher aus 142 Ländern über all das informiert, dass 2.242 Aussteller aus 57 Ländern den Besuchern präsentierten.

Die Trends sind eigentlich recht gegenläufig. Während die Anbieter von PA Systemen, also alles was man braucht um Säle und Arenen zu beschallen, auf Digitalisierung setzen, besinnen sich die Musiker wieder mehr auf analoge Instrumente.

Bei den Mischpulten ist zudem das iPad mittlerweile ein wichtiges Bedieninstrument geworden. Alle großen Hersteller haben digitale Mischpulte mit iPad im Programm. Hier spiele Android-Tablets keine Rolle. Der Vorteil für den Soundverantwortlichen ist, dass er während der Veranstaltung im Saal umhergehen kann und den Sound für die Zuschauer optimieren kann. Das Tablet ist dann per WLAN mit der Konsole verbunden. Hersteller wie Line 6, die seit neustem zu Yamaha gehören, haben Bühnenverstärker die ebenfalls mit dem iPad zusammenarbeiten. Entweder um Musikfiles abzuspielen oder den Verstärker einzustellen.

Bei den drahtlos Mikrofonen und Instrumentensendern, den sogenannten Funkstrecken war ja großer Handlungsbedarf, da viele der bisher üblichen Frequenzen für Mobilfunk freigegeben wurden. Aller namhaften Hersteller haben heute digitale Funkstrecken im Programm. Viele davon im 2,4 GHz-Bereich. Der wird allerdings auch vom WLAN genutzt. Ob es zu Interferenzen und Störungen kommt, wenn alle Sänger und Gitarristen auf 2,4 GHz senden und dann noch der Mischer per iPad bedient wird, wird die Zeit zeigen. Digitale Funkstrecken sind in der Regel nicht billig. Alesis zeigt allerdings eine digitale Funkstrecke für unter 100 Euro. Sie besteht aus einem Aufstecksender und einem Empfänger.

Außer bei den Keyboardern ist die Tendenz bei den Musikern zu analogen Instrumenten. Der Hype um Gitarren mit digitalem Innenleben ist sehr abgeklungen. Nur noch Roland und Line 6 sind hier aktiv. Die Instrumentalisten setzen auf Akustikgitarren mit Tonabnehmen und die herkömmlichen Elektrogitarren. Eine besonders exotische Gitarre zeigte Gittler Instruments. Sie besteht eigentlich nur aus dem Griffbrett, einem Metallrohr besteht. Als Bunde sind ebenfalls kleine Metallrohre aufgebracht. Saiten darüber gespannt und schon nach kurzer Eingewöhnung kann man das Instrument spielen. Zurzeit sucht de Herstellen nach einem deutschen Vertrieb.


Eine wirklich exotische Gitarre von Gittler Instruments (Foto: Gittler)

Als Verstärker sind nach wie vor konventionelle Röhrenverstärker beliebt. Nur vereinzelt zeigen die großen Anbieter, dass sie auch Digitaltechnik im Verstärker beherrschen um den Klang zu gestalten. Dabei werden dann immer analoge Röhrenverstärker und bekannte Lautsprecherboxen zu emulieren.

Ein ähnlicher Trend ist beiden Schlagzeugen zu verfolgen. Neben einigen kleinen chinesischen Anbietern sind eigentlich nur noch Yamaha und Roland mit elektronischen Schlagzeugen aktiv. Die Mehrheit zeigte herkömmliche Akustikschlagzeuge allerdings teilweise mit interessanten exotischen Hölzern.

Jedenfalls schlug mein Herz als Musiker bei vielen Anbietern und Instrumenten höher. Wobei vor allem die kleinen Gitarrenbauer immer wieder mit überraschenden Instrumenten aufwarten. Leider übersteigen die Kosten für diese tollen Instrumente den Etat eines Hobbymusikanten. Sie sind eher für Profis und vor allem Sammler. Jedenfalls freue ich mich schon auf die Musikmesse im kommenden Jahr 2015, die vom 15.-18. April, wieder in Frankfurt veranstaltet wird.

Siehe auch:
https://www.messefrankfurt.com/frankfurt/de/media/consumer-goods-entertainment/musikmesse/frankfurt/aktuelles.html
http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-414-musikmesse-frankfurt.html



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