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09.06.2014
Folge 424

Rechenzentren, quo vadis?

Rechenzentren sind seit Beginn der elektronischen Datenverarbeitung die Zentrale für Rechner und Daten. Mit Rudi Kulzer sprachen wir über die Vergangenheit der Rechenzentren, ihre gegenwärtigen Aufgaben und der Paradigmenwechsel, dem sie aktuell unterliegen.


Unser Gesprächspartner Rudi Kulzer kennt Rechenzentren und die dort anfallenden Anforderungen.

Seit Beginn der IT, in den 1940-er Jahren war das Rechenzentrum die zentrale in der die Computer zu finden waren. Waren es im Anfang die Ungetüm der ersten Stunde, wie zum Beispiel der Whirlwind vom MIT oder der Z3 von Konrad Zuse. In diesen frühen Anfängen experimentierten Ingenieure und Wissenschaftlern mit den neuen Möglichkeiten, die Ihnen ihre elektronischen Ungetüme boten.

In den 1960-er Jahren hielten die kommerziellen Rechner, allen voran die IBM-Großrechner, Einzug in Firmen, Banken, Hochschulen und Instituten. Meine ersten Erfahrungen machte ich bei der Kreissparkasse, die gerade eine IBM 360 mit immerhin 4KByte Arbeitsspeicher hatte und Lochkarten dienten als Ein- Ausgabe Medium und als Massenspeicher.

Schnelle Sprachen andere damalige Größe auf den Zug auf und so waren bald eine Reihe Rechenriesen auf dem Markt, die die von Burroughs, NCR. RCA, Control Data, General Electric, Honeywell, BULL, Scientific Data Systems um nur einige zu nennen.  Auch deutsche Hersteller wie Siemens und Telefunken mischten auf dem Markt der elektronischen Datenverarbeitung mit.

Neben den Großrechnern war damals Digital Equipment, mit den kleinere PDP- und VAX-Rechnern aktiv und damals sogar, hinter IBM, die Nummer zwei auf dem Weltmarkt. In dieser Sparte der sogenannten mittleren Datentechnik konnte man auch Prime Computer, Data General, Honeywell, Hewlett Packard, Dietz, AEG-Telefunken, Siemens, Nixdorf, Mai, Mannesmann finden. Von dieser (nicht vollständigen) Liste sind außer Hewlett-Packard aller von Markt verschwunden oder in anderen Unternehmen aufgegangen. Der Arbeitsplatzrechner hat sie vom Markt gefegt.

Mit dem PC, der Personal Computer, wurde das Ende der Rechenzentren erwartet. Apple und IBM haben den Markt vollkommen umstrukturiert. Viele Firmenlenker haben diesen Marktwechsel nicht erkannt oder ignoriert und gehören der Vergangenheit an. Die zweigeteilte Welt bestand also aus den Großrechnern im Rechenzentrum und die unzähligen Arbeitsplatzrechnern in den Büros. Erst die Vernetzung hat diese beiden Welten zusammenwachsen lassen.

Mit dem Aufkommen des Internet erweiterte sich das Aufgabenfeld der Rechenzentren dramatisch. Neben die Hostcomputern, die für transaktionsorientierte Verarbeitung nach wie vor eingesetzt werden, fanden sich plötzlich auch kleinere Server, die auf der PC-Architektur aufsetzen. Web-Server, Datenbanken, Mailserver etc. laufen auf den respektlos genannten Pizzaboxen. Der Arbeitsplatzrechner, wird in vielen Anwendungen wieder zum Terminal, dessen Programme geschützt und gesichert im zentralen Rechenzentrum laufen. Mit dem aktuell so modernen Cloud Computing verlagern sich immer mehr Anwendungen wieder in die zentralen Rechnerräume.

Dieser Trend wird zukünftig noch stärker zu beobachten sein, denn neue Anforderungen an die Analyse von Daten, die Sicherheit der Anwendungen und die Abwehr von Hackern und kriminellen Kreisen verändert auch die Arbeitsweisen. Das Stichwort Big Data umfasst den Wunsch der Firmen und ihrer Lenker, Möglichst aller erreichbaren Daten, egal in welchem Format zu Speichern und unmittelbar auszuwerten. Daraus sollen dann Kennzahlen und Grafiken abgeleitet werden, die es den Unternehmen ermöglichen unmittelbar auf sich verändernde Märkte oder Anforderungen zu reagieren.

Cloud Computing, als wichtiger Zukunftsfaktor stellt auch neue Herausforderungen  an Datensicherheit, Ausfallsicherheit. Allein dadurch über die transaktionsorientieren Mainframes immer mehr wichtige zentrale Aufgabe. Spezialdienste, wie die Auskunftsmaschine Watson von IBM hilft Experten, mehr Wissen aus dem elektronischen Helfer zu bekommen. Und Supercomputer werden nicht nur bei der Wettervorhersage, sondern auch bei der Big Data basierten Marktanalyse ein wichtiges Wort mitreden.

Das Rechenzentrum ist also nicht tot, so wie wir in den 1980-er Jahren dachten, als der Siegeszug der Personals Computers in Fahrt kam. Wir erleben durch Cloud Computing eine Renaissance der zentralen Datenverarbeitung und Big Data stellt Herausforderungen an die Analysemaschinen, die ein Arbeitsplatzrechner einfach nicht leisten kann. Natürlich werden Web-, Daten- und Mailserver ihre Plätze behalten, aber die Aufgaben des Rechenzentrums wechseln nach unserer Ansicht in Zukunft.

Siehe auch:
http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-424-rechenzentren-quo-vadis.html



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