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04.08.2014
Folge 432

Der Mann hinter dem Password

Das Password ist mittlerweile über 50 Jahre alt, wie Rudi Kulzer berichtet. 1963 am MIT erfunden ist es bis heute der gebräuchlichste Zugangsschutz. Erfunden wurde es von Fernando Corbato.


Fernando Corbato, rechts, während eines TV-Interviews im Jahre 1963. (Quelle: Computer History Museum)

Mit Rudi Kulzer sprachen wir über eine Erfindung, die uns bis heute begleitet: Dass Password. Am berühmten MIT, dem Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, einem Vorort von Boston erblickte das Password das Licht der Welt. Die Wissenschaftler sahen damals die Notwendigkeit, ihre Daten vor den Augen Unbefugter zu schützen.

AM MIT standen damals schon Großrechner der Computer-Frühzeit. Hier auf der Festplatte und auf den Bändern speicherten die Forscher ihre Notizen, Au7fgaben und Resultate. Jeder konnte aber auf die Daten eines Jeden zugreifen. Der digitale Zettelkasten stand jedem offen. Hier kam nun Fernando Corbato ins Spiel. Der heute 88 jährige war damals junger Wissenschaftler am MIT und entwickelte dort ein Sicherheitssystem, mit dem seine Kollegen ihre Daten schützen konnten. Für den Zugriff benötigte man ein einen Zugangscode, eben ein Password.

Bis heute ist diese Sicherungsmethode im Einsatz und trotz aller Ideen, Entwicklungen und Versuchen ist es bis heute der mit Abstand am meisten genutzte Zugangsschutz. Mit ihm schützen wir unsere E-Mail Konten, unseren Online-Banking Zugang, die Online Einkaufskonten und natürlich unsere Rechner. Eine echte Alternative, die genauso einfach in der Handhabung ist und trotzdem Sicherheit bietet, wenn man verantwortungsvoll damit umgeht.

Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_Jos%C3%A9_Corbat%C3%B3
http://www.computerhistory.org/fellowawards/hall/bios/Fernando,Corbato/
http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-432-der-mann-hinter-dem-password.html



Die erste E-Mail erreicht Deutschland

Die E-Mail ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Informationen, Daten, Grüße etc. alles wird über das Netz ausgetauscht. Der erste Mailserver in Deutschland stand in Karlsruhe und empfing 1984 und 10:14 die erste Mail.


Die Anmeldebestätigung des amerikanischen CSNET war die erste E-Mail, die in Deutschland empfangen wurde. (Bild: KIT)

Sie ist das zentrale Kommunikationsmittel unserer Zeit: die E-Mail. Schnell und günstig lassen sich weltweit kurze Nachrichten ebenso austauschen wie große Datenpakete. Die erste E-Mail erreichte Deutschland an der damaligen Universität Karlsruhe (TH), dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie, vor 30 Jahren. Sie stellte erstmals über das Internet eine Verbindung zwischen dem amerikanischen Netzwerk CSNET (Computer Science Net) und dem neuen Karlsruher CSNET-Server her.

Am 3. August 1984 um 10:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit landet die erste direkte E-Mail Deutschlands aus dem ARPANET, dem Vorläufer des Internet, in den Postfächern von Professor Werner Zorn, Leiter der Informatik- Rechnerabteilung (IRA), und seinem damaligen Mitarbeiter Michael Rotert. Mit den Worten “This is your official welcome to CSNET. We are glad to have you aboard“, begrüßt die US-Amerikanerin Laura Breeden, Mitarbeiterin des CSNET Koordinations- und Informationszentrums bei Bolt Beranek & Newman (BBN) in Boston, die neuen deutschen Mitglieder des Netzwerks und erklärte damit offiziell die Betriebsbereitschaft des deutschen Servers.

Zwar wurden in Deutschland bereits vor dem August 1984 E-Mails versendet und empfangen, bei der Karlsruher Nachricht handelt es sich jedoch um die Erste, die an einen eigenständigen deutschlandweit verfügbaren E-Mail- Server über das Internet ging. Zuvor mussten sich die Nutzer telefonisch in amerikanische Computer einwählen. CSNET war ein in den frühen 1980er- Jahren in den USA entwickeltes Computer-Netzwerk, in dem sich verschiedene US-Hochschulen zusammengeschlossen hatten, um die Kommunikation zwischen den Wissenschaftlern zu erleichtern. Israel und Deutschland waren die ersten Nationen, die bereits 1984 an das CSNET angeschlossen waren.

Damals war es noch nicht abzuschätzen, wie rasant sich die E-Mail zu einem der wichtigsten Kommunikationsmedien entwickeln würde. Die wirtschaftliche Bedeutung habe damals niemand einschätzen können. "Wir haben das aus Entdeckerfreude gemacht und nicht an Geld gedacht", sagt Zorn, mittlerweile Universitätsprofessor im Ruhestand und Mitglied der Internet Hall of Fame. „Zwar haben Zeitungen damals darüber berichtet, aber es lief eher unter dem Label ,Exotenwissenschaft‘.“

Zorn als Gesamtverantwortlicher des CSNET-Dienstes für die Domäne „germany“ („administrative liaison“, heute „admin-c“) und Michael Rotert als Betreuer des CSNET-Mailservers („technical liaison“, heute „tech-c“) waren somit ab dem 3. August 1984 weltweit unter den Mailadressen „zorn@germany.csnet“ und „rotert@germany.csnet“ erreichbar. Mit dieser ersten E-Mail fiel in Karlsruhe der Startschuss für die heute so selbstverständlich und flächendeckend genutzte „Elektronische Post“. Der Grundstein dazu wurde bereits Ende 1982 mit dem Projektantrag „Interkonnektion von Netzen“ gelegt, in welchem Zorn dem Bundesforschungsministerium (BMFT) vorschlug, das geplante Deutsche Forschungsnetz (DFN) frühzeitig an das US- amerikanische Computer Science Net (CSNET) anzubinden.

Das von der National Science Foundation (NSF) geförderte CSNET hatte zum Ziel, über das militärisch finanzierte und damit stark eingeschränkte ARPANET hinaus, die Wissenschaftskommunikation national und international zu erleichtern oder überhaupt zu ermöglichen. Es war das erste System, dass die Kommunikationsprotokolle nutze, die denen des Internet entsprachen. Dank des Erfolges von CSNET wurden die weiteren Schritte zum NSFNET getan, das einige Jahre später das Rückgrat des Internets wurde. Daher spricht man auch vom CSNET als erstem „Internet“ und von der „erste deutschen Internet E-Mail“, um sie von anderen elektronischen Kommunikationsnetzen damals abzugrenzen, deren Entwicklung jedoch nicht zum Internet führten.

Am Rande bemerkt:
Zum genauen Zeitpunkt der Übermittlung gab es in der Vergangenheit Missverständnisse: Laura Breeden versendete die E-Mail am 2. August um 12:35 Uhr US-amerikanischer Zeit. Sie wurde an den Server CSNET-SH weitergeleitet und landete schließlich im sogenannten CSNET-Relay, in dem die Mails zunächst gesammelt und von Karlsruhe aus abgeholt werden mussten. Deshalb trägt die erste E-Mail in Karlsruhe das Datum des Folgetags und die Uhrzeit 10:14 Uhr.

Siehe auch:
http://heinz-schmitz.org/index.php/cc2-nachrichtenleser/cc2-audio-432-die-erste-e-mail-erreicht-deutschland.html



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