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16.04.2007
Folge 45

Linux an den Schulen - warum nicht?

Es gab einmal eine Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung in St. Augustin, die sogenannte GMD. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre entwickelte man dort und an einigen Universitäten (Bielefeld) didaktische Computerprogramme, darunter auch ein Betriebssystem namens EUMEL (Extendable Multiuser Microprocessor).

Dazugehörig war auch eine Programmiersprache namen ELAN (Education Language). Diese wurde 1976 an der Technischen Universität Berlin und der GMD auf Anregung des Arbeitskreises Schulsprache entwickelt. Das Projekt war recht fortgeschritten und haperte allerdings an der Verfügbarkeit von entsprechender Hardware.

Wir waren damals in den Anfängen des Computerclubs geneigt, EUMEL und ELAN in unsere Sendungen zu nehmen; darüber zu berichten und vielleicht einen Startschuß zu setzen, um diese beiden Produkte innerhalb Deutschlands bekannt zu machen. Doch es wurde nichts daraus, weil wohl bei allen Partnern der Gedanke an die Durchsetzung etwas zu lahmen begann.

Dieses wäre eigentlich ein schönes didaktisches System gewesen, mit dem man unsere Kinder hätte gut unterrichten können. Da sind viele Begriffe im Konjunktiv benutzt und so ist aus all dem nichts geworden.

Doch bald begann man auch in den Schulminsterien über den einsetzenden Computerboom nachzudenken. Dass die Schulen auf irgendeine Weise nachziehen müssten, war vielen klar. Doch es war keinem klar, wie man die vielen benötigten Rechner in die Schulen bekommen soll. Damals herrschte noch Wildwuchs unter den Computersystemen. Jeden Monat wurde ein neuer Rechner vorgestellt und so kam es natürlich dazu, dass Schule A mit diesem System und Schule B mit diesem System die praktischen Einführungen machten.

Viele Lehrer setzten damals auf PASCAL als Programmiersprache, um nicht das verpönte BASIC einsetzen zu müssen.

Jedenfalls verlief der Informatikunterricht auf seltsamen Bahnen und landete weitgehend heute auf der Stufe, dass man mit dem gängigen Betriebssystem Windows auch einige Standardprogramme von Microsoft benutzt. Viele Lehrer sprechen davon, dass sie das lehren müssen, was draußen in den Betrieben gebraucht wird. Und das sei nun mal Word und Exel.

Einige Lehrer jedoch haben sich -meist durch Eigeninitiative- auch auf Linux spezialisiert. Sie sind selbst davon überzeugt, dass es bedeutend besser wäre, Linux an Schulen zu propagieren, als die Kinder zu "Klickern" auszubilden.



Ähnliches wurde uns von Anja Post bestätigt, die als Studienrätin am Dietrich-Bonhoeffer Berufskolleg in Detmold arbeitet. Sie unterrichtet die Fächer Betriebswirtschaftslehre und Informationswirtschaft im Vollzeitbereich und im dualen System. Des Weiteren ist sie am BLK-Modellversuch segel-bs beteiligt. Ihr Interessensschwerpunkt liegt als ausgebildeter Telecoach der Wirtschaft im Bereich E-Learning, in dem sie auch als Trainerin im Bereich der Schule aktiv ist.

Sie selbst nutzt privat Linux und käme nicht auf den Gedanken, jetzt schon Vista aufzuspielen. Doch sie bestätigte uns im Gespräch, dass die Wirtschaft Absolventen erwartet, die mit MS Produkten umgehen können. Da wären Linux Kenntnisse eher schädlich.

Wir können dem nicht ganz folgen. Entsteht hier nicht eine Schlinge, die sich immer mehr zuzieht? Wenn man Kinder am Tropf von MS ausbildet, dann wird man in den Betrieben letztendlich später nicht auf die Idee kommen, kostensparende Alternativen einzusetzen. Man fragt sich da wirklich, wie es dazu kommen kann, dass teure Lizenzen gekauft werden, die oft keinen Deut besser sind, als die kostenlosen Alternativen.

Auch dieses wird von Anja Post bestätigt. Zum Beispiel findet sie im Open Office eine Menge Möglichkeiten, auf die man bei MS Office verzichten muss.

Auf der Suche nach Gründen der Irrationalität wollen wir es mit diesem einen Gespräch über Linux an den Schulen nicht bewenden lassen. Doch Nachfragen an der Basis finden wir vielleicht einen Konsens.


ADSL - DSL - VDSL - Speed für die Leitung

Das Thema Internet in der Allgemeinhgeit ist wahlich noch kein altes Thema. Es setzte so langsam 1994 ein und entwickelte sich dann ganz schnell zum  Renner.

Gerne erzähle ich, wie der WDR in den Anfangsjahren sich mit einer halben ISDN Leitung begnügte, um den ganzen WDR ans Internet anzuschließen. 64 kbit/s für so viele Menschen. Das Ganze klappte natürlich nur, weil nur einige die Möglichkeit nutzten. Diese eine Leitung war bestimmt 2 Jahre aktiv, bis man dann auf ein komplettes ISDN Paket umstieg.

Natürlich ging es dann Schlag auf Schlag. Bald war die 2MBit Leitung geschaltet, bei der wir wie klein Fritzchen davorsaßen, als es plötzlich beim Download von irgendetwas ganz schnell ging. 2 MBit/s - das war ein Traum. Doch heute sitze ich zu Hause vor 6 MBit/s und hätte eigentlich lieber die 16 MBit/s - privat. Das alles mag nach Gigantomanie riechen - doch das Ende ist noch lange nicht erreicht.

Mein Schlüsselerlebnis hatte ich, als ich Mitte der 90er Jahre auf einem Technischen Kolloquium bei der Telekom in Darmstadt in ihrem Forschungslabor besuchte. Nach vielen Vorträgen wurde uns ein Laborbesuch avisiert. In einem viel zu kleinen Raum zwängten wir uns dann mit 20 Personen. Der Raum war auch deshalb so klein geworden, weil eine Riesentrommel mit 6 Kilometer aufgewickeltem Telefonkabel den meisten Platz einnahm.

Und dann geschah etwas, was ich zuerst nicht glauben wollte, Von einem Videorekorde VHS nahm man das Videosignal ab. Um es recht deutlich zu machen, nahm man eine Krokodilklemme und verband sie mit einem schwarzen Kasten. Auf der anderen Seite der Kabeltrommel nahm man mit einer zweiten Krokodilklemme das Signal wieder ab und führte es in einen schwarzen Kasten. Nicht zu glauben: das angeschlossene Fernsehgerät zeigte mehr schlecht als recht das Bild vom Videorekorder jetzt auf dem Fernsehgerät. Zauberei?

Mir kam es so vor, denn alles, was ich je an der Uni gelernt hatte musste ich Bord schmeissen. Video durch so ein langes Kupferkabel?

Dieses Erlebnis ist wirklich schon Geschichte. Was dann in den wenigen Jahren danach passierte ist kaum zu beschreiben. Und heute stehen wir wieder vor einer Revolution. Aus dem ADSL (Analog Digital Subscriber Line) wurde DSL und DSL2+ und schließlich VDSL.

Wenn man die Zahlen hört, die uns bald beglücken sollen, dann kann man noch auf viele Innovationen hoffen. Mittlerweile ist ein VDSL mit 50 MBit/s schon ein lahmer Hund. Netcologne verlegt derzeit Anschlüsse mit 100 MBit/s. Und selbst diese Zahlen sind nicht das Ende der Fahnenstange. 200 MBit/s, gar 300 oder 500 MBit/s sind physikalisch denkbar.



Wo das Ganze hingeht und wer das Ganze braucht, erörtern wir in der Sendung mit Hans Rudolf Werner, CTO von Sphairon GmbH.


Wieder neue Abmahnwelle?

Die Möglichkeit, jemand gegen Geld abzumahnen, ist eine der größten Fehlentwicklungen der Juristerei. Da hat jemand einen Fehler begangen, von dem er vielleicht gar nichts weiß. Irgendein geldgieriger Anwalt machtsich zum Lebenserwerb diesen Fehler ausfindig zu machen <und ihn abzumahnen, dass er so etwas zu unterlassen hat. Es folgt eine Unterlassungszusage und dann eine dicke Rechnung des Anwalts. Für seinen außerordentlich hohen Arbeitsaufwand will er 1600 Euro haben. Das kann so manchen armen Schlucker umwerfen.

Jetzt ist wieder was im Busche, was noch schlimmer werden kann. Die große Brüsseler Bürokratie hat wieder etwas geboren. Eine Fehlgeburt kann es leicht werden. Betroffen sind diesmal die Provider und letztendlich der Endkunde.

Bisher war es so, dass man natürlich mit Hilfe der IP Adresse die dazugehörige Person beim Provider erfragen konnte, wenn es einen richterlichen oder staatanwältlichen Beschluß gab. Ansonsten hatte hatte der Provider keinerlei Verpflichtung, die Personalien herauszugeben. Doch wird das Brüsseler Gesetz, das in  deutsches Gesetz umgesetzt werden muss, so verabschiedet, wie die Ausführungen derzeit sind, so soll der Provider einem Betroffenen auch ohne Richter oder Staatsanwalt Auskunft geben.

Szenario: da gibt es eine IP Adresse, die ständig Musik von einem Künstler herunterlädt. Der Künstler vermutet, dass dies für eine illegale Sache ist und verlangt vom Provider die Herausgabe der Personalien. So kann es eigentlich nicht gehen, denn jeder Provider müsste sein Justitiariat um xx Anwaltsstellen erweitern.


RA Oliver Süme

Was Der ECO Verband (Verband der Internetwirtschaft) davon hält , verrät uns der juristische Sprecher des Verbands.


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