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07.05.2007
Folge 48

Wer frech zockt, der gewinnt auch mal

Ich bin auf eine Abzockmasche hereingefallen. Ich landete auf einer Seite, die mir versprach, die Herkunft meines Namens  zu erklären. Genealogie nennt sich das und so heisst auch die Webseite.www.genealogie.de. Ich dachte dann, dass der Computer mir schnell mal erzählen wird , dass "Back" nun was mit "Backen" zu tun hat und deshalb die Abstammung natürlich auf einen Bäcker zurückführt. Das jedenfalls kam immer bei vorherigen Versuchen heraus.

Jetzt aber hatte ich die Rechnung "ohne den Wirt gemacht". Denn der meinte und meint, ich hätte damit eine Datenbankabfrage für 60 Euro für mindestens ein Jahr abonniert. Von der Leistung der Datenbank kam bisher gar nichts. Zu meinem Namen fiel ihr nichts ein. Noch nicht mal die Abstammung vom Bäcker.

Das war's dann mit dieser Internetseite. Kein Ergebnis und Tschüss. Halt: jetzt nach einem Jahr kam ein Schreiben eines Rechtsanwalts aus Bonn mit der Adresse "Inkassodezernat".

Ein Blick ins Internet brachte Gewißheit. Es handelt sich um eine Abzockkanzlei, die offensichtlich damit ihren Lebensunterhalt verdienen muß. Die Schreiben sind maschinengeneriert und ziemlich unverschämt. Ich verstehe sowieso nicht, wie man sich als offensichtlich studierter Rechtsanwalt solchen Dingen annehmen kann. Da muß irgendetwas völlig falsch gelaufen sein. Ein Fall für Richterin Barbara Salesch oder für Richter Alexander Hold?


Biometrie ist nicht ohne Probleme

Wir haben als Menschen schon tolle Computer eingebaut. Vor allem unsere Wahrnehmung und optische Erkennung  ist unübertroffen. Ein kurzer Blick genügt manchmal,um eine Person wiederzuerkennen, die man vielleicht vor 20 Jahren zum letzten mal gesehen hat. Da sind die Versuche, dieses auch mit dem Computer auszuüben, noch meilenweit entfernt. Um sicherzugehen genügt meistens sogar eine biometrische Methode nicht aus. Man mß zwei oder drei Werte abfragen. Da gibt es u.a. ja noch denFingerabdruck, den man zur biometrischen Erkennung hinzufügen kann. Da gäbe es dann noch die Iriserkennung, indem man sich die Netzhaut anschaut. Man könnte noch die akustische Stimmprobe hinzuzählen.

Als Menschen machen wir dies recht perfekt. Wir stellen in einem Prüfvorgang mehrere Symptome fest. Passt die Stimme zur Erinnerung? Passt das Gesicht in das abgespeicherte Raster? Sind die Bewegungungen so, wie man sie erlebt hat? Mitunter ist es auch das Rasierwasser oder das Parfum, das mit der Person abgespeichert wurde. Dann wird man sich an Besonderheiten erinnern: Vielleicht fehlt ein Finger, oder die Person zieht das Bein nach ... oder oder.

Für alle Innenminister muß es geradezu magisch sein, biometrische Daten in der Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Wenn man einen Computer dazu bringen kann, automatisch das Fahnderauge zu ersetzen, Tag und Nacht mit gleicher Aufmerksamkeit die Bilder abzuscannen, so kann diese Möglichkeit das Innenministerherz nicht kalt lassen. Phantastisch ist die Aussicht: an der Grenze, im Flughafen, am Bahnhof und und und sind Überwachungsstationen eingebaut, die automatisch die vorbeigehenden Menschen abscannen. Die, die einen deutschen Reisepass dabeihaben, sind die leichtesten Probanden. Hier kann man RFID Chip auslesen, auf dem ein Bild von der Person gespeichert ist.
Die Datenbank erkennt dann "Klaus Müller" oder "Manfred Meyer". Die zusätzlich ausgelesenen Daten geben dann Sicherheit: "Jawohl, das ist Klaus Müller, geb. am soundsovielten"

Alles ziemlich gespenstisch. Doch die Politik betreibt einen seltsamen Kurs. Obwohl man weiß, dass der Code zum Auslesen von RFID Daten geknackt ist, will man unbedingt an dem Reisepass mit biometrischen Daten festhalten.



Auch die Wissenschaft hat ihre profunden Bedenken. Wir sprechen in der Sendung mit Professor Andreas Pfitzmann, der auch die Bundesregierung in punkto Sicherheit beraten hat. Er ist mit dem, was in Berlin so abläuft nicht zufrieden. Da gibt es viel zu revidieren.


Warum gibt es kaum Linux vorinstalliert?

Das ist in der Tat schon etwas komisch. Wenn man morgens die Tageszeitung aufschlägt und die Angebote durchforstet, dann entdeckt man immer Computerangebote mit vorinstalliertem Windows. Und immer ist das aktuell. Wenn Vista XP ablöst, dann erhält man eben immer nur Vista - das vermeintlich bessere System.

Man muss lange suchen, bis man jemanden findet, der für seine Clientel Linux auf den frischen Rechner aufspielt.

Mit Werner Heuser haben wir so jemanden gefunden. Es war interessant, zu erfahren, wie sich die Kunden ihre Installation vorstellen. Da gibt es Leute, die wollen mit all dem gar nichts zu tun haben. Die wollen nur das neueste Linux auf dem Rechner haben, ohne vielFirlefanz rund um das Betriebssystem zu machen.



Dann gibt es wieder die andere Gruppe, die unbedingt über ein Zusatzprogramm diskutieren muß. Wenn der Rechner ohne Probleme läuft, dann stimmt etwas nicht. Dann wir solange gebohrt, bis ein Problem auftritt. Es ist interessant, dem Gespräch zuzuhören.


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