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24.09.2007
Folge 69

Auch Philips steht in den Startlöchern

Bisher musste man meistens die großen Wirtschaftsplayer anstoßen, um in die neue Welt der Technik einzusteigen. Wir konnten in einem Privatissimum auf der Messe die neuen Ideen von Philips begutachten. Interessant war der Einstieg: Wir erfuhren, dass in Japan jedes Fernsehgerät eine Schnittstelle zum Internet hat - bei uns allerdings auf breiter Front: Fehlanzeige.
Bei Philips stellt man sich vor, dass in Zukunft das Internet eine große Rolle spielen soll. Natürlich will man die Elektronische Programmzeitschrift und den Emailverkehr auch auf das Fernsehgerät holen. Doch dann hapert es auch schon: Die Fernbedienung ist kein Mausersatz, so dass viele Wahlmöglichkeiten nicht genutzt werden können. Da wurde offensichtlich nichtb konsequent nach vorne geschaut und entwickelt. Auch die Qualität mancher videos aus Youtube ließ zu wünschen übrig.

Auf jeden Fall werden die Fernsehgeräte der nächsten Generation viel mehr können, als die Geräte, die nur ein Programm liefern.



Wir hatten die Möglichkeit Herrn Dr. Georg Lütteke, Direktor Neue Techniken, zu sprechen.


Mufin heisst lediglich Musik Finder


Diese oben abgebildete Gruppe stellt die Erfinder von MP3 dar. Das Bild wurde anlässlich des 10. Jahrestages gemacht. Den 20. Jahrestag haben wir ja auf der CeBit entsprechend mit einer eigenen Sendung gewidmet. Die offizielle Feier in Erlangen haben wir moderiert und es war ein großes Ereignis.

Wenn sich diese Köpfe weitere Gedanken machen, dann kann man erwarten, dass wieder etwas Besonderes dabei herauskommt. Diesmal ist das Produkt fast für mich entwickelt. Mein etwas schrulliges Hobby, Musik und nochmals Musik auf Platten zu verbannen führte natürlich dazu, dass ich mittlerweile völlig die Übersicht verloren habe, welche Musik ich überhaupt habe. Denn mittlerweile könnte ich mit meinen 192 kbit/s Files ununterbrochen Tag und Nacht ca. 7,5 Monate Musik dudeln, ohne dass eine Wiederholung dabei wäre.

Mit Mufin könnte wieder Ordnung in meine Sammlung einkehren. Denn Mufin hört sich automatisch die einzelnen Musikstücke an und legt einen elektronischen Steckbrief auf Platte. Mufin erstellt auch eine Datenbank, bei der aus dem ID3 Tag der einzelnen Titel die Interpreten, Titel, Alben usw. wiederauffindbar gespeichert werden. Zusätzlich kann ich mir eine Playlist automatisch erstellen lassen, wenn ich ein Genre vorgebe.



Die Entwicklung wurde im Institut von Prof. Karlheinz Brandenburg gestartet.

Mufin ist mittlerweile ein Produkt, das anfängt sich Musikliebhaber zu suchen. Es soll sogar eine Community aufgebaut werden. Ein Testexemplar dieser Software kann man bei http://www.magix.de herunterladen.

So soll Mufin Musikstücke über AudioID online identifizieren und Nutzern einen entsprechenden Hinweis auf einen Online-Anbieter präsentieren, wo das Stück direkt erworben werden kann. Mit jeder Suchanfrage wird zudem das Profil des Nutzers über seine Musikvorlieben präziser und der Nutzer kann sich mit Mufin über AudioID weitere Titel vorschlagen lassen, die seinem Profil und damit seinem Geschmack entsprechen.

AudioID wurde vom Fraunhofer Institut IDMT entwickelt, das auch für MP3 verantwortlich ist. Musik kann damit anhand eines physikalischen Musters, dem musikalischen Fingerabdruck, über das Mobiltelefon oder das Internet eindeutig identifiziert, verglichen, neu katalogisiert und schließlich empfohlen werden. Dieser Vorgang erfolgt vollautomatisch anhand der technischen Daten, ohne dass die Titel für eine Empfehlung vorab einzeln bearbeitet werden müssen.

Anders als bei anderen Empfehlungsdienstleistern mit Nutzer- oder Redaktionsbewertungen soll AudioID so den Zugriff auf mehrere Millionen Titel umfassende Datenbanken erlauben, die ohne redaktionellen Arbeitsaufwand erweitert und aktualisiert werden können. AudioID ist zudem Bestandteil des MPEG-7-Industriestandards.

Starten soll Mufin Ende des Jahres zusammen mit einem entsprechenden Community-Angebot.

Ich konnte ein paar Tage lang Erfahrungen mit dem Programm sammeln. Natürlich war meine Riesensammlung ein hartes Stück Arbeit. Ich habe noch lange nicht alles Titel einscannen lassen. Ich schätze einmal, dass das Programm so einen Monat zu tun haben wird.


Aus Lücken lernen

Sicherheitslücken in Software sorgen für enorme Schäden.  In einer Studie vom FBI aus dem Jahr 2005 ist von einem jährlichen Schaden für die US-Wirtschaft von 67 Milliarden Dollar durch Computerkriminalität die Rede.  Die Ursache für die meisten Schäden war verwundbare Software.  Forscher an der Universität des Saarlandes haben nun einen neuen Ansatz vorgestellt, der aus früheren Sicherheitslücken lernt und so automatisch vorhersagt, wie verwundbar eine Komponente ist.

Alles beginnt mit einem Leck: In einem Programm wird eine Sicherheitslücke bekannt, mit deren Hilfe sich ungebetene Gäste Zugang verschaffen können.  Dieses Leck wird dann vom Programmanbieter gestopft, der dann möglichst schnell eine reparierte Version verbreiten
muss.  All diese Aktivitäten werden systematisch in großen Datenbanken aufgezeichnet.  Auf diese Datenbanken haben sich die Forscher gestürzt.

"Wir haben zunächst einmal bestimmt, wo im Programm die meisten Sicherheitslücken auftreten", sagt Stephan Neuhaus, Doktorand am Lehrstuhl für Softwaretechnik.  "Wir bekommen eine regelrechte Landkarte: Je röter eine Komponente, desto verwundbarer ist sie".  Eine
solche Abbildung ermöglicht es den Programmierern, die verwundbaren Komponenten zu identifizieren und genau zu untersuchen.

Aber nicht nur das: Der Lösungsansatz kann auch vollautomatisch vorhersagen, wo die nächsten Lücken auftreten werden.  "Wir schauen uns an, mit welchen anderen Komponenten eine verwundbare Komponente zusammenarbeitet", so Thomas Zimmermann, der das Verfahren mit Stephan Neuhaus entwickelt hat:  "Es stellt sich heraus, dass verwundbare Komponenten mit ähnlichen Komponenten zusammenarbeiten".  In den Worten von Professor Andreas Zeller, dem Leiter des Projekts: "Sage mir, mit wem du sprichst und ich sage dir, wie verwundbar du bist".

Die Saarbrücker Forscher können so genau feststellen, wo es etwa im Web-Browser Firefox die meisten Sicherheitslücken gab, und wo es die nächsten Lücken geben wird.  "Einfach gesagt: Wenn Ihre Komponente etwas mit Scripting zu tun hat, wird sie deutlich verwundbarer sein", weiß
Stephan Neuhaus.  Für Internet-Profis mag das nicht sehr überraschend klingen.  Das Schöne am Saarbrücker Verfahren ist jedoch, dass es vollautomatisch arbeitet.  "Alles was wir brauchen, ist eine dokumentierte Fehler- und Änderungsgeschichte, wie sie von einschlägigen Werkzeugen automatisch angelegt wird.  Daraus können wir bestimmen, wo die nächsten Schwachstellen auftreten werden", so Andreas Zeller.


Prof. Andreas Zeller

Das sehen auch die Experten so.  Im November wird das Verfahren auf einer der wichtigsten Sicherheits-Konferenzen veröffentlicht, der ACM Computer and Communication Security in Virginia, USA.


Die Dissertation des Jahres

Am 26. September erhält Dr. Andrés Bruhns den Preis der GI (Gesellschaft für Informatik) für die beste Dissertation. Dieser Preis wird nur einmal pro Jahr vergeben und setzt natürlich ein summ cum laude der Doktorarbeit voraus. Der CCZwei gratuliert.



Dr. Andrés Bruhn hat den Olympus-Preis 2006 der Olympus Europa-Stiftung „Wissenschaft für das Leben“ für seine wissenschaftlichen Beiträge im Bereich Computer Vision erhalten. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit der Frage, wie Bewegungen in digitalen Bildfolgen effizient und mit höchster Genauigkeit berechnet werden können. Andrés Bruhn ist Mitarbeiter von Prof. Dr. Joachim Weickert am Lehrstuhl für Mathematische Bildverarbeitung der Universität des Saarlandes. Der Olympus-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr unter zwei Preisträgern aufgeteilt. Er gilt als die renommierteste  Auszeichnung auf den Gebieten Mustererkennung und Bildverstehen, die in Deutschland vergeben wird.

Die Forschungsarbeiten von Andrés Bruhn spielen bei zahlreichen Anwendungen eine wichtige Rolle. So lassen sich etwa Roboter besser steuern, wenn sie Bewegungen in ihrem Umfeld selbst einschätzen können. Videofilme können besser komprimiert werden, wenn die Bewegungen der einzelnen Objekte kompakt beschrieben werden können. Auch in der medizinischen Bildverarbeitung, zum Beispiel beim Vergleich der Informationen aus Computertomographie-Bildern und Aufnahmen aus der Kernspintomographie, kommen ähnliche Algorithmen zum Einsatz. Außerdem können durch die von Bruhn entwickelten Verfahren dreidimensionale Rekonstruktionen aus Stereobildern in hoher Qualität erzeugt werden.

Die Bildverarbeitungsgruppe um Professor Joachim Weickert wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, so vor zwei Jahren mit dem renommierten Longuet-Higgins Award und mehreren Best Paper Awards. Zur Vertiefung der Forschung und Lehre im Computer-Vision-Bereich startet die Universität des Saarlandes in diesem Wintersemester den Master-Studiengang „Visual Computing“.  An dem neuen englischsprachigen Studiengang ist die Informatik, Mathematik und Mechatronik der Universität des Saarlandes beteiligt, außerdem die Medizintechnik des Fraunhofer Instituts für Biomedizinische Technik in St. Ingbert sowie das Saarbrücker Max-Planck-Institut für Informatik.


http://www.master-visual-computing.de


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