ComputerClub 2
Sitemap Kontakt
  Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
Suche:   Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
  Aktuelle Sendung
  Nächste Sendung
  Sendungsarchiv
  Downloads


SENDUNGSARCHIV

01.10.2007
Folge 70

Suchmaschine schnüffelt Menschen aus

www.Spock.com. So heißt die Startseite einer neuen Idee. Menschen suchgen und finden. Ich fand diesen Artikel von Björn Maatz sehr lesenswert.

Eine Suchmaschine, die soziale Netzwerke durchstöbert und mit der sich gezielt nach Menschen suchen lässt: Was für Datenschützer der blanke Horror ist, soll noch im August Realität werden. Dann geht die weltweit erste "Leute-Suchmaschine" an den Start.

Rund 6,6 Milliarden Menschen teilen sich den Planeten. Prognosen der Uno zufolge werden es im Jahr 2025 bereits 8 Milliarden sein, 2050 sogar 9,2 Milliarden. Der Aufwand, neue berufliche oder private Kontakte zu finden, wird da eher größer. Das kalifornische Start-up Spock.com versucht nun, das Beste aus zwei Welten zu verbinden, nämlich Suchmaschinen wie Google mit sozialen Netzwerken wie Xing, Myspace und Facebook. Genau diese Homepages will Spock.com nämlich durchforsten, um Menschen im Netz ausfindig und damit Informationen über sie zugänglich zu machen.

Gefunden in der...
Zur Anschubfinanzierung haben die Risikokapitalgeber Clearstone Venture Partners und Opus Capital Ventures 8 Mio. $ in das Projekt gesteckt. Clearstone Venture Partners hatte zuvor bereits erfolgreich in den Onlinebezahldienst Paypal investiert, der später von Ebay gekauft wurde.

Bislang hat die Suchmaschine, die bislang nur als Beta-Version im Netz existiert, nach eigenen Angaben 100 Millionen Menschen registriert. Täglich kämen weitere Millionen hinzu. Noch im August will die kostenlose und werbefinanzierte Seite den Betrieb aufnehmen. Wer nicht exakt nach einem Namen oder einer E-Mail-Adresse suchen kann, dem stehen weitere Suchoptionen zur Verfügung: So kann man sich bei der Suche für ein Geschlecht entscheiden, das Alter oder den Ort eingrenzen sowie Schlagwörter angeben.

Von Naomi Campbell bis Klaus Kleinfeld
Es sollen "Ergebnisse rund um Menschen" präsentiert werden, sagt Mitbegründer Jay Bhatti, der Spock.com 2006 zusammen mit Jaideep Singh ins Leben gerufen hat. Unternehmen sollen so gezielt nach potenziellen Angestellten suchen können oder Selbstständige nach Auftraggebern.

Auf der Startseite sind jeweils die Top Ten der Rubriken Leute, Nachrichten und Suchbegriffe aufgelistet. So finden sich unter "Leute" etwa Großbritanniens Premierminister Gordon Brown, Model Naomi Campbell und sogar Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Zu den Topplatzierten unter "Nachrichten" zählen Sängerin Mariah Carey, die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Barack Obama sowie Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling. Die populärsten Suchbegriffe sind derzeit "Terrorist", "exekutiert durch den elektrischen Stuhl" und "Neurobiologe".

Die User haben Einfluss
Die in den Profilen angezeigten Informationen hängen zum Teil vom Votum der User ab, die direkt mit "Ja" oder "Nein" entscheiden können, ob die Infos korrekt und relevant sind oder nicht. Zudem können die Nutzer sehen, wer votiert hat und wie viele Ja- und Nein-Stimmen abgegeben wurden. Je mehr positive User-Rückmeldungen es gibt, desto prominenter werden die Ergebnisse bei einem Suchaufruf platziert. Laut Homepage hat die Community also einen entscheidenden Einfluss darauf, ob der Suchbegriff "betrunkener Fahrer" derzeit mehr Relevanz für US-Präsident George W. Bush oder Schauspielerin Lindsay Lohan hat. Nach dem gleichen Prinzip können auch Fotos auf- oder abgewertet werden.

Bedenken von Datenschützern will Spock.com von Anfang an zerstreuen: Wer sich auf der Homepage wiederfinde, könne jederzeit die Löschung seines Profils verlangen. Auch könnten User das junge Unternehmen mit der Ermittlung beauftragen, woher die persönlichen Daten stammen. Das deutsche Netzwerk Xing jedenfalls sieht keine Probleme: "Spock.com greift auf Informationen zu, die im Internet frei verfügbar sind - insofern wird sich für unsere Mitglieder nichts ändern", sagte Xing-Chef Lars Hinrichs FTD Online. Die Nutzer könnten schließlich selbst entscheiden, welche Informationen sie freigeben.

Sensibler Bereich
Allerdings ist ein optionaler Bereich auf Spock.com besonders sensibel: Wer sein eigenes Adressbuch hochladen und seine Kontakte als Favoriten kennzeichnen möchte, muss auf der Homepage seine E-Mail-Adressen und Passwörter für Yahoo, AOL oder Gmail angeben. Das Spock-Team loggt sich daraufhin mit den Zugangsdaten des jeweiligen Users ein, um dessen Kontakte zu scannen. Das Unternehmen verspricht, weder Spam-Mails zu verschicken noch Kontakte anzuschreiben beziehungsweise die E-Mail-Adressen anzuzeigen, zu verkaufen oder auf einem anderen Wege in fremde Hände zu geben.

Mehr zum Thema
SchülerVZ: Sex-Bilder auf Schülerportal
Viren, Trojaner, Phishing: Web 2.0 im Visier Internet-Krimineller
Kontaktplattform: Millionen für StudiVZ
Dennoch hinterlässt der Zugang zum eigenen E-Mail-Postfach einen faden Beigeschmack. Die Macher von Spock geben unumwunden zu, dass sie auf Wunsch nur Profile löschen, wenn sie auch woanders, etwa in sozialen Netzwerken wie Xing, nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Denn wenn die Daten in der Ursprungsquelle nicht gelöscht sind, können sie auf Spock.com jederzeit wieder auftauchen.

Datenschützer sind entsetzt
"Wer Passwörter und E-Mail-Adressen hergibt, handelt naiv", sagte ein Sprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Die Datenschützer seien täglich damit beschäftigt, Menschen zu sensibilisieren, vorsichtig mit ihren Daten umzugehen. "Da muss man sich nicht wundern, wenn eine amerikanische Suchmaschine die Daten abgrast und an anderer Stelle weiterverarbeitet", sagte der Sprecher weiter.

Zurzeit sind die Start-up-Gründer auf Mitarbeitersuche: Zehn verschiedene Berufsprofile sind auf der Homepage ausgeschrieben, darunter Programmierer, Marketingspezialisten und Mitarbeiter für den Kundenservice. Laut Blogeintrag auf der eigenen Homepage soll sogar ein Vermittlungsbonus von 2500 US-Dollars gezahlt werden. Die Arbeit im Silicon Valley könnte sich lohnen: Das Unternehmen verspricht jedem Mitarbeiter einen neuen Mac und "gigantische Flachbildschirme". Und wem das noch nicht reicht: Es gibt auch freies Mittagessen und "Tonnen von Snacks".


E-Learning immer wieder aktuell

Ich kann mich noch gut an die Situation der 80er Jahre erinnern. Monatlich kamen neue Kleincomputer auf den Markt und schon bald wurde auch über eine Verwendung dieser kleinen Rechner in der Schule diskutiert.
Das Thema E-Learning war geboren - wenngleich es noch an sinnvollen Applikationen mangelte.
Doch schon bald kamen die ersten Programme für Kinder auf den Markt. Recht holprig und mit wenig Multimedia. Oftmals kamen sie nicht über einen Quizcharakter hinaus. Natürlich kann man heute mehr erreichen und es wird wieder diskutiert, ob der Rechner und mit ihm das Internet vielleicht den besseren Lehrer darstellt. Heute wie gestern jedoch ist das Ergebnis: Es muss eine Mischung existieren: Stures Lernen kann man mit dem Computer vollziehen, doch die Einordnung sollte schon mit einem Lehrer geschehen.

Neue E-Learning-Systeme stellte die Forschungsgruppe um Dr. Erica Melis (Universität des Saarlandes und Deu  tsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI) vor. Der Lernende kann Übungsaufgaben am Computer selbständig bearbeiten, erhält Vorschläge für zu vertiefende Inhalte und wird bei richtigem Vorgehen gelobt und ermuntert. Das System passt sich zudem seinem Benutzer an und bietet die für ihn geeigneten Inhalte und Übungen in einem jeweils angemessenen Lerntempo an.


Dr. Erica Melis

Dr. Melis ist Mathematikerin und sie hat in dem aktuellen Projekt natürlich die Mathematik als Lernstoff ausgewählt. Die Ergebnisse des Versuchs sind interessant.

http://www.activemath.org/


So etwas will man haben - neue Netzstrukturen

Irgendwie finde ich es immer toll, wenn nach dem Studium direkt ein SpinOff entstehen kann. So ist die neuartige Software-Technologie von der Universität des Saarlandes jetzt kommerziell verfügbar

Aufnahmen des heimischen Videorekorders von unterwegs mit dem UMTS-Handy abrufen, die CD-Musik drahtlos auf alle HiFi-Geräte im Haus übertragen und per Webcam den Gast vor der Haustür ansprechen – möglich macht diese Vernetzung von Multimedia-Geräten eine Software, die an der Universität des Saarlandes entwickelt wurde. Sie heißt „Netzwerk-Integrierte Multimedia Middleware (NMM)" und wird jetzt von dem neuen Unternehmen Motama weltweit vermarktet. Das Unternehmen haben Absolventen der Universität des Saarlandes, Dr. Marco Lohse und Michael Repplinger, gemeinsam mit Philipp Slusallek, Professor für Informatik, gegründet. In der NMM-Technologie, die bisher schon als Open Source-Variante getestet werden konnte, stecken sechs Jahre intensive Forschungsarbeit. Etliche Hersteller von Handys, Heimelektronik und Sicherheitstechnik, aber auch die großen Telekommunikationsunternehmen haben in Saarbrücken bereits ihr Interesse bekundet.

Immer mehr Multimedia-Geräte wie Fernseher, Stereoanlagen, digitale Video-Recorder, aber auch Handys oder Geräte zur Gebäudekommunikation verfügen über ausgereifte Netzwerk-Schnittstellen. Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen und inkompatiblen Technologien sind bisherige Anwendungen jedoch oft auf den reinen Datenaustausch beschränkt oder unterstützen nur bestimmte Geräte oder Netzwerke. „Bisher fehlte die Möglichkeit, einfach auf die im Netzwerk verfügbaren Geräte und deren Fähigkeiten zuzugreifen“, erläutert Dr. Marco Lohse. Mit der "Netzwerk-Integrierten Multimedia Middleware (NMM)" wird erstmals eine Technologie angeboten, mit der unterschiedliche Geräte einfach und sicher vernetzt werden können – im Heimnetzwerk und darüber hinaus.

Die Software-Architektur NMM erlaubt es, transparent alle im Netz vorhandenen Geräte zusammenzuschalten und auch die Kontrollmöglichkeiten auf das Netz auszudehnen. Dadurch entstehen ganz neue, "virtuelle" Geräte: Das Handy kann auf den CD-Spieler zugreifen und die Musik drahtlos auf mehrere Hifi-Geräte im Haushalt übertragen. „Um eine perfekt synchrone Wiedergabe von Audio und Video-Inhalten auf verschiedenen Endgeräten kümmert sich automatisch unsere Software.“ zeigt Dr. Lohse einen der vielen Vorteile der NMM-Software auf.

Aufgrund der Plattformunabhängigkeit der Software können beliebige Netzwerke und Geräte unterstützt werden, wie zum Beispiel der heimische Windows PC, oder Handys, aber auch verschiedene Embedded-Geräte mit dem Betriebssystem Linux, wie beispielsweise Settop-Boxen für den Fernsehempfang.


Dr. Marco Lohse und Michael Repplinger

http://www.motama.com


Alles wird nach Redmond gepetzt.

Windows Vista Phonehome WGA ist die Spitze des Eisbergs

Dass zahlreiche Windows-Anwendungen nach Redmond telefonieren, ist bekannt. Unter Vista nahm ihre Zahl einmal mehr zu, und Microsoft ließ sich weitgehend freie Hand, was mit den ermittelten Daten angefangen werden darf. Neu ist alles nicht, die umfassende Auflistung von Softpedia zeigt jedoch das Ausmaß der Phonehome-Funktionen recht drastisch auf.

Windows Update, Web Content, Digitale Zertifikate, Auto Root Update, Windows Media DRM, der Media Player, Malicious Software Removal/Clean On Upgrade, Network Connectivity Status Icon, Windows Time Service und der IPv6 NAT-Service Teredo sammeln Daten für MS. Will man sie nutzen, muss man zustimmen, dass sie Daten nach Redmond übermitteln. Zwar kann das pauschal abgelehnt werden, damit sperrt man sich jedoch vom Update-Programm Microsofts aus.

Vista bringt weitere Dienste und Tools mit, die gerne telefonieren: Aktivierung, Customer Experience Improvement Program (CEIP), Gerätemanager, Driver Protection, Dynamic Update, Event Viewer, File Association Web Service, Games Folder, Error Reporting for Handwriting Recognition, Input Method Editor (IME), Installation Improvement Program, Internet Printing, Kindersicherung, Plug and Play, Plug and Play Extensions, Program Kompatibilitäts-Assistent und -Wizard, Properties, Registrierung, Rights Management Services (RMS) Client, Update Root Certificates, Windows Control Panel, Windows Help, Windows Mail (in Zusammenhang mit Windows Live Mail, Hotmail oder MSN Mail) und der Windows - Fehlerbericht sind nur einige der Dienste, die sich ebenso bei Microsoft melden wollen.

Weitere Anwendungen und Dienste, die nach Hause telefonieren: WGA, Windows Defender, Support, das Windows Media Center und natürlich der Internet Explorer 7.

Die Identifizierung eines spezifischen Rechners bzw. dessen Nutzer ist nicht immer und unbedingt möglich - beispielsweise sind mit den Protokollen gesendete Hardware-Prüfsummen nicht unbedingt eindeutig. Zu einigen Diensten kann (bzw. muss) jedoch eine Mailadresse angegeben werden oder können persönliche Daten bis hin zum Wohnort angegeben werden. Die Informationen werden laut Microsoft natürlich zur Aktualisierung und Sicherung des Systems verwendet, zum einspielen notwendiger Updates etc. pp. - im Privacy-Statement behält man sich indessen weitergehende Maßnahmen vor. Vor allem Punkt b) der folgenden Passage dürfte einen Freibrief für einige unpopuläre Maßnahmen Microsofts darstellen:

"Microsoft kann persönliche Informationen über Sie offenlegen, falls dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder im guten Glauben erfolgt, dies sei notwendig a) um rechtlichen Forderungen zu entsprechen, die an Microsoft gerichtet werden; b) um die Rechte Microsofts zu schützen und zu verteidigen (inbegriffen der Durchsetzung unserer Enduser-Abkommen); oder c) um in dringenden Fällen die persönliche Sicherheit von Microsoft-Mitarbeitern, der Nutzer unserer Dienste oder Teile der Öffentlichkeit zu schützen."

Gibt es niemanden, der Einhalt gebietet?



zurück zum Archiv
Anhören:


Multibitratestream (32/56/128 kbit/s) Mediaplayer
Download 128 Kbit/s (~27 MB)
Download 32 Kbit/s (~7 MB)
Ogg Vorbis 56 Kbit/s (~12 MB)
RSS Feed (Audiocast, letzte 5 Sendungen)
RSS Feed (Audiocast, alle Sendungen)

Druckversion Impressum Haftungsausschluss