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09.03.2010
Senioren meiden Internet aus Angst (Heinz Schmitz)

Die meisten Web-Auftritte sind nicht für die Nutzung durch ältetre menschen entworfen worden. Nur 40 Prozent der über 65-Jährigen sind aus diesem Grund online. Bedenken wegen Internetkriminalität und Datensicherheit, Unsicherheiten und Ängste prägen die Einstellung zum Internet.

Das Internet hat sich bei älteren Menschen noch immer nicht als nützliches Medium etabliert. Nach wie vor existiert eine digitale Kluft zwischen den Generationen. Wie die Universität Zürich im Auftrag des Senioren-Dienstleisters Pro Senectute (http://www.pro-senectute.ch) aufzeigt, wird das Web erst von rund 40 Prozent der über 65-Jährigen genutzt. Dies wäre anders, wenn das Netz altersgerechter wäre, meinen die Experten. Der Großteil der Senioren sieht im Internet bisher aber "keinen persönlichen Nutzen". Vielmehr herrschen Bedenken wegen Internetkriminalität und Datensicherheit, Unsicherheiten und Ängste.

Die Mehrheit der so genannten "Offliner" begründet ihre Internet-Abstinenz mit Zugangshindernissen wie Kompliziertheit, Unsicherheit und hohem Lernaufwand. "Hier ist jedoch zwischen verschiedenen Ängsten zu unterscheiden", meint Hans Rudolf Schelling, Geschäftsführer des Zentrums für Gerontologie an der Universität Zürich. Während Bedenken wegen Cyber-Kriminalität, Viren oder Phishing dauerhaft sein dürften und auch bei "Onlinern" auftreten, könne man die Angst vor der Kompliziertheit und die Unsicherheit vor dem technischen Umgang durch "Learning by Doing" überwinden.

Von den Kosten für Hardware und Webzugang ließe sich hingegen nur ein Drittel an der Nutzung des Internets hindern. "Je höher das Alter, desto geringer ist die Internetnutzung", erklärt Schelling. Während der Anteil der Onliner bei den 65- bis 69-Jährigen bei 58 Prozent und bei 70- bis 74-Jährigen noch über der Hälfte liegt, schrumpft er bei über 85-Jährigen auf acht Prozent. Das größte Potenzial, um Zugangsängste abzubauen, ortet der Experte in Angeboten, die älteren Menschen einen Mehrwert und persönlichen Nutzen bieten. Dies könne etwa beim Online-Einkauf bei eingeschränkter Mobilität der Fall sein. Bei geringeren Zugangshemmnissen würden allerdings rund ein Drittel der Offliner das Internet nutzen.

Die User unter den Senioren nutzen das Internet mit 88 Prozent überwiegend, um mit anderen Menschen per E-Mail in Kontakt zu treten. Darüber hinaus dient das Web als Service-Infrastruktur und Informationsmedium. Es wird genutzt, um Fahrpläne abzurufen, Reisen zu planen, Informationen über Ämter, Behörden bzw. Gesundheitsthemen zu suchen oder Zeitungen und Zeitschriften zu lesen. Als Unterhaltungsmedium kommt dem Internet bei Senioren anders als bei jüngeren Menschen hingegen eine untergeordnete Rolle zu.

Das PDF-zur Internet-Nutzung im Alter steht zum Download zur Verfügung: http://www.mediadesk.uzh.ch/articles/2010/senioren-und-internet--mit-passender-unterstuetzung--geht-ein-drittel-der-offliner-online/BerichtIKT_def.pdf  
(Quelle: http://www.pressetext.de)

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