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18.03.2016
Sicher durch Simulation (Heinz Schmitz)

Wie virtuelle Crashtests Autoinsassen bei Unfällen schützen. Damit die Zahl der Verkehrstoten weiter sinkt, arbeiten Wissenschaftler daran, die Sicherheit von Automobilen mithilfe von Computer-Simulationen zu optimieren.

Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 3.475 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Gegenüber den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Verkehrstoten erheblich verringert: Im Jahr 1971 fielen hierzulande noch über 21.000  Menschen tödlichen Verkehrsunfällen zum Opfer. Der Rückgang bei den Opferzahlen ist neben den strengeren Vorschriften im Straßenverkehr auch dem technischen Fortschritt geschuldet, denn die so genannte Crashsicherheit von Automobilen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert. Damit die Zahl der Verkehrstoten weiter sinkt, arbeiten Wissenschaftler im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) daran, die Sicherheit von Automobilen mithilfe von Computer-Simulationen zu optimieren: Je genauer und realistischer die virtuellen Tests sind, desto höher ist die Crashsicherheit von Automobilen. In dem Forschungsvorhaben „UmCra“, das im Rahmen der IGF von dem AiF-Mitglied Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT) organisiert wurde, haben Wissenschaftler nun Modelle entwickelt, mit deren Hilfe die Vorhersagekraft von Crashsimulationen weiter verbessert werden konnte. Die vorwettbewerbliche IGF ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen.

Karosserieteile durchlaufen während des Konstruktionsvorgangs unterschiedliche Prozess-schritte, beispielsweise Wärmebehandlungen und Umformungen. Dadurch lassen sich wichtige Eigenschaften wie Zugfestigkeit oder Bruchdehnung von Karosseriestählen variieren und an den jeweiligen Einsatzort im Automobil anpassen. Bislang wurden die Auswirkungen der thermischen und mechanischen Bearbeitungsprozesse auf die Bauteile in aufwendigen Materialversuchen bestimmt und in Realtests überprüft.

Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft e.V. am Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) in Sankt Augustin, der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) in Bremen und des Instituts für Festkörpermechanik (IFKM) der Technischen Universität Dresden haben ein Materialmodell entwickelt, mit dem sich die Wirkungen der unterschiedlichen Vorbehandlungen auf Karosseriestähle vorab berechnen und virtuell darstellen lassen. Damit wird die Notwendigkeit realer Crashtests auf ein Minimum reduziert, denn mithilfe des Modells können die Entwickler im Automobilbau vorhersagen, wie sich ein bestimmtes Bauteil im Falle eines realen Crashs verhalten wird. In Kombination mit den bereits üblichen Crashsimulationen in der Automobilindustrie wird damit die Vorhersagekraft von Crashtests erheblich verbessert: Das Automobil wird sicherer und die Fahrzeuginsassen werden bei Unfällen besser geschützt. Auf der Strecke bleibt der Crashtest-Dummy: Er könnte bald ausgedient haben.

Siehe auch:
http://www.aif.de
http://www.aif.de/innovationsfoerderung/industrielle-gemeinschaftsforschung.html
http://www.bmwi.de
http://www.hightech-strategie.de/
http://www.heinz-schmitz.org/index.php/nachrichten-34.html



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