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20.03.2016
Landminen mit neuer Technik aufspüren (Heinz Schmitz)

Viele Landminen sind mit herkömmlichen Methoden kaum zu finden. Ein neues Verfahren für die Minensuche basiert auf dem Bodenradar. Das Ziel ist es, ein Handheld-Gerät zu konzipieren, das verschiedenste Minentypen in unwegsamem Gelände zuverlässig detektiert.

In Kolumbien sind weite Landstriche mit Minen übersät, die mit herkömmlichen Techniken kaum zu finden sind. Ingenieure der Ruhr- Universität Bochum und der Technischen Universität Ilmenau entwickeln gemeinsam mit südamerikanischen Partnern ein neues Verfahren für die Minensuche, das auf dem Bodenradar basiert. Das langfristige Ziel ist es, ein Handheld-Gerät zu konzipieren, das verschiedenste Minentypen in unwegsamem Gelände zuverlässig detektiert und genauso leicht wie ein Metalldetektor verwendet werden kann.

Obwohl es in Kolumbien keinen militärischen Konflikt gab, sind viele Gebiete mit Landminen übersät, die Guerillakämpfer und Mitglieder von Drogenkartellen dort ausgelegt haben. Da die Sprengfallen nicht industriell gefertigt sind, sondern aus unterschiedlichen Alltagsgegenständen bestehen, sind sie mit herkömmlichen Methoden kaum zu finden.

Das internationale Forscherteam baute zunächst verschiedene Landminen aus Alltagsgegenständen, allerdings ohne Sprengstoff und nur mit leeren Zündkapseln. Diese bildeten die Ingenieure dann virtuell im Computer nach und simulierten das Radarsignal, das die jeweilige Mine hervorrufen würde.

In den simulierten Radarsignalen fanden sie Eigenschaften, die für Minen typisch sind, aber die von anderen Objekten wie Steinen oder Metallsplittern nicht erzeugt werden. Diese Informationen lassen die Wissenschaftler in die Verarbeitung der gemessenen Radardaten einfließen; ihr System soll so automatisch nach den minentypischen Eigenschaften suchen.

In der Theorie funktioniert das Verfahren bereits. Nun müssen die Ingenieure es in der Realität zum Laufen bringen und für den Einsatz in einem Handheld-Gerät optimieren. In weiteren zwei bis drei Jahren, so schätzen sie, könnte ein Prototyp vorliegen.

2015 einigte sich die FARC-Guerilla mit der kolumbianischen Regierung auf eine umfassende Minenräumung. Bislang sucht das Militär in dem Land hauptsächlich mit Metalldetektoren nach den Sprengfallen. Allerdings enthalten diese kaum Metall, und es befinden sich zahlreiche andere metallische Gegenstände im Boden.

„Von 2.000 gefundenen Objekten ist nur eines eine Mine“, sagt Dr.
Christoph Baer vom Bochumer Lehrstuhl für Elektronische Schaltungstechnik, der an der Ruhr-Universität mit Jan Barowski und Jochen Jebramcik vom Lehrstuhl für Hochfrequenzsysteme kooperiert. Das mache die Suche sehr beschwerlich.

Baer: „Alle Minen müssen gefunden werden, denn es ist ein humanitäres Projekt.“ Deshalb sei für das Team auch klar, dass es keine Patente geben werde. Die entwickelte Technik solle allen frei zugänglich sein.

Siehe auch:
http://rubin.rub.de/de
http://www.heinz-schmitz.org/index.php/nachrichten-34.html



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