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29.04.2016
Künstliche Intelligenz als Wegbereiter autonomer Systeme (Heinz Schmitz)

Eine neue Generation autonomer Systeme wird vom Menschen vorgegebene Aufgaben selbstständig lösen können. Abhängig vom aktuellen Kontext generieren diese Systeme eigenständig einen Handlungsplan, der ein vorgegebenes Gesamtziel ohne Fernsteuerung und ohne Hilfe menschlicher Operateure erreicht. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass sie auch in ungewöhnlichen, bislang nicht bekannten Situationen sicher ihre Ziele mit den ihnen verfügbaren Ressourcen erreichen müssen.

Ein mittelfristiges Ziel ist es, autonome Systeme kontinuierlich laufen zu lassen, so dass diese Erfahrungswissen über einen langen Zeitraum ohne Unterbrechung aufbauen können. Ein solches semantisches Gedächtnis speichert alle Beobachtungen und Aktionen des Systems und kann zum maschinellen Lernen und zur Selbstoptimierung bis hin zu einer eingeschränkten Selbstreflexion genutzt werden. Besonders bei der Operation in toxischen Umgebungen oder Missionen ohne Rückkehrmöglichkeit für das autonome System ist die sichere Zugriffsmöglichkeit auf dieses als eine Art Black Box realisierte Langzeitgedächtnis für den Systembetreiber von größter Bedeutung. Autonome Systeme können nicht mit vollständigen und absolut sicheren Repräsentationen ihrer Umgebung operieren, denn sie müssen in bisher nicht explorierten, unzugänglichen, menschenfeindlichen oder durch Katastrophen dramatisch geänderten Umgebungen handlungsfähig bleiben.


Autonome Systeme müssen auch Information in Situationen nutzen können, die geprägt sind von Unsicherheit, Vagheit, Unvollständigkeit oder Ressourcenbeschränktheit. Hierbei hat die Grundlagenforschung der Künstlichen Intelligenz in der letzten Dekade unter anderem in den Technologiebereichen Bayessche Netze und Deep Learning enorme Fortschritte gemacht. Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Leiter der Arbeitsgruppe (AG) 5 „Technologische Wegbereiter“ des Fachforums stellt dazu fest: „Technologien der Künstlichen Intelligenz wie Maschinelles Lernen, automatische Handlungsplanung und intuitive Mensch-Technik-Interaktion sind die wesentlichen Schlüsseltechnologien für die nächste Generation autonomer Systeme.“

Über 60 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stellten im Fachforum Autonome Systeme Anwendungsbeispiele zur Technologieentwicklung vor und leiten daraus Vorschläge ab für gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Mit Prof. Dr. Frank Kirchner, Direktor des DFKI-Robotics Innovation Center ist das DFKI außer an der AG 5 auch an der Arbeitsgruppe 4 „Autonome Systeme in menschenfeindlichen Umgebungen“ beteiligt.

Siehe auch:
http://www.dfki.de
http://www.acatech.de/autonome-systeme
http://dl.dfki.de
http://www.heinz-schmitz.org/index.php/nachrichten-34.html



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