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27.05.2016
Gibt es eine Gesellschaft nach dem Geld? (Heinz Schmitz)

Mit dem digitalen Wandel in der Gesellschaft und der so genannten „Industrie 4.0“ wird immer mehr Arbeit vom Menschen auf Computer und Roboter verlagert. Funktioniert damit das herkömmliche Modell von Arbeit gegen Bezahlung weiter?

Wer einer Erwerbsarbeit nachgeht, möchte Geld verdienen. Doch gehören Euro und Cent auch zu den Gesellschaftsmodellen der Zukunft? Diese Frage stellt perspektivisch der Medienkulturwissenschaftler Prof. Dr. Jens Schröter von der Universität Bonn. Zusammen mit Wissenschaftlern der WU Wien, der LMU München und des Commons-Institut e.V. in Bonn bearbeitet er das Projekt „Die Gesellschaft nach dem Geld. Mit dem digitalen Wandel in der Gesellschaft und der so genannten „Industrie 4.0“ wird immer mehr Arbeit vom Menschen auf Computer und Roboter verlagert. Funktioniert damit das herkömmliche Modell von Arbeit gegen Bezahlung weiter? „Wenn die Bedürfnisse der Menschen anhand recht genauer Kaufprofile bekannt sind und die Produktion weitgehend automatisch läuft, warum brauchen wir dann überhaupt noch den Umweg über das Angebot- und-Nachfrage-Prinzip des Geldes?“, fragt Prof. Dr. Jens Schröter, Medienkulturwissenschaftler an der Universität Bonn.

Zudem erschütterten mehrere Finanzkrisen in den vergangenen Jahren global die Märkte. Da drängt sich die Frage auf, ob es Alternativen zur Bezahlung mit Geld gibt. „Diese Frage ist vielleicht auf den ersten Blick befremdlich, doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass dies gar nicht so abwegig ist“, sagt Prof. Schröter. Zum Beispiel im Mittelalter habe Geld nicht die Rolle gespielt, die es heute einnimmt. Im 21. Jahrhundert arbeiten schließlich ehrenamtlich Aktive ohne Bezahlung. Menschen in krisengeschüttelten Ländern finden Wege ohne Geld, in Form von selbstorganisierten und solidarischen Initiativen, mit denen zunächst etwa durch Suppenküchen oder Kliniken für Arbeitslose eine grundlegende Versorgung sichergestellt werden soll.

Der Wissenschaftler der Universität Bonn untersucht zusammen mit dem Ökonom Dr. Manuel Scholz-Wäckerle von der Wirtschafts-Universität Wien, dem Soziologen Dr. Hanno Pahl von der LMU München und Dr.-Ing. Stefan Meretz vom Commons-Institut e.V. in Bonn, wie der fortschreitende digitale Wandel möglicherweise auch Gesellschaftsformen ohne Geld vorantreiben könnte. „Wir freuen uns sehr, dass die VolkswagenStiftung dieses explorative Projekt auf unbekanntes Terrain fördert“, sagt Prof. Schröter. Ziel des Vorhabens ist ein Buch zum Thema, das aus einem Guss von allen Teilnehmern gemeinsam geschrieben wird. Deshalb wollen sich die Initiatoren mit weiteren Wissenschaftlern vernetzen und während zwei Konferenzen in Wien im Juni und in Bonn nächsten Februar treffen. „Während der ersten Tagung erstellen wir gemeinsam die Kapitel des Buches und beginnen mit dem Verfassen der Texte“, berichtet Prof. Schröter. Bei der nächsten Konferenz soll dann dieser Entwurf überarbeitet und verfeinert werden.

Dass sich ein Medienkulturwissenschaftler dem auf den ersten Blick eher ökonomisch anmutenden Thema „Geld“ widmet, ist für Prof. Schröter nicht weiter verwunderlich: „Geld ist in erster Linie auch ein Medium, weil es im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht und eine vermittelnde Funktion einnimmt.“ Außerdem befasst sich der Professor an der Universität Bonn seit geraumer Zeit mit dem digitalen Wandel in unserer Gesellschaft.

Siehe auch
http://www.facebook.com/nachdemgeld
http://www.heinz-schmitz.org/index.php/nachrichten-34.html



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