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07.07.2016
Offene Software-Plattform vernetzt landwirtschaftliche Daten (Heinz Schmitz)

Die wachsende Digitalisierung verändert auch die Landwirtschaft. Schon heute kommt eine Vielzahl softwarebasierter Systeme zum Einsatz, um die umfangreichen, auf einem Hof anfallenden Daten verarbeiten und verwalten zu können. Bisher fehlt es allerdings an einer offenen Plattform, die alle Akteure der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette miteinander vernetzt und gleichzeitig Datensicherheit gewährleistet. Diese Lücke möchte das Projekt ODiL schließen.

Die rasante Entwicklung der Sensortechnik und der Datenverarbeitung in Verbindung mit dem Internet ermöglicht heute landwirtschaftlichen Betrieben eine wesentlich präzisere Bearbeitung von Ackerflächen, eine genauere Überwachung und Versorgung ihres Viehbestands und generell eine vollständige Dokumentation ihrer Prozesse zur Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die neugenerierten Daten dienen dem Landwirt als direkte Entscheidungsgrundlage und helfen ihm, seine Produktivität und Ertragskraft deutlich zu steigern. Für die Verarbeitung und Verwaltung der Daten stehen ihm eine Fülle unterschiedlicher Softwaresysteme zur Verfügung, die sich allerdings in der Regel auf Ausschnitte der gesamten Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Verbraucher fokussieren – etwa auf die Datenerhebung von Maschinen in der Feldbearbeitung – und die nicht immer mit Maschinen oder Softwaresystemen anderer Anbieter kompatibel sind.

Im Projekt ODiL entwickeln das DFKI Robotics Innovation Center, die Universitäten Bonn, Osnabrück und Würzburg, die Hochschule Osnabrück sowie das Competence Center Isobus e.V. (CCI) und die m2Xpert GmbH & Co. KG eine offene Software-Plattform, die es landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen soll, mit ihren Zulieferern, Dienstleistern und Abnehmern zeitgleich und verlässlich über alle Stufen der Wertschöpfung hinweg zu kommunizieren, ihre Daten gezielt und selektiv zu teilen und sicher auszutauschen. Dabei können sie ihre vorhandenen Maschinen und Informationssysteme weiter nutzen, denn die neue Plattform ersetzt diese Systeme nicht, sondern verbindet sie miteinander. Das Besondere an ODiL ist zudem, dass sie den jeweiligen Eigentümern der Daten, also beispielsweise den Landwirtschaftsbetrieben, dabei hilft, beim Datenaustausch innerhalb der Produktionskette ihr Dateneigentum durchzusetzen.

Als Plattform unter Open Source-Lizenzen soll ODiL über das Projekt hinaus nicht nur von den Projektpartnern, sondern auch von Externen eingesetzt, weiterentwickelt und verwertet werden können. Auf diese Weise ermöglicht die Software langfristig den Aufbau wirtschaftlich hoch relevanter Netze aus allen beteiligten Akteuren der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Mit ihrem „Look and Feel“ eines sozialen Netzwerks soll die offene, modulare und dezentrale Architektur der Plattform einen breiten Einsatz und herstellerübergreifende Marktdurchdringung ermöglichen. Der Wissenschaft liefert ODiL eine Forschungsplattform mit direktem Marktzugang als technologische Basis für Smart-Farming-Projekte.

Als Projektkoordinator ist das Robotics Innovation Center in ODiL für den Entwurf und die Umsetzung der Softwarearchitektur zuständig. Dabei fokussieren die DFKI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere auf die Offenheit der Plattform und implementieren einen Software- Funktionsbaukasten mit modularen, wiederverwendbaren Funktionen. Dadurch gewährleisten sie die Kompatibilität der Software, die nicht auf einen spezifischen Hersteller ausgerichtet ist.

Siehe auch:
http://www.dfki.de/robotik
http://robotik.dfki-bremen.de/de/forschung/projekte/odil.html
http://www.dfki.de
http://www.heinz-schmitz.org



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