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31.08.2016
Mangelnde Computer-Kompetenz bei Schülern (Heinz Schmitz)

Smartphones und Co. Sind zwar allergegenwärtig. Aber wenn um eigenständiges Arbeiten mit dem Computer geht, ist das Ergebnis erschreckend. Die Ergebnisse der ersten internationalen Schulleistungsstudie ICILS 2013 zu computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Jugendlichen waren für Deutschland alarmierend. Nun ist die „International Computer and Information Literacy Study“, kurz ICILS, in die zweite Runde gestartet.

Deutschlands Schüler besitzen zwar Smartphones und Co., aber weniger als ein Viertel der Achtklässlerinnen und Achtklässler sind in der Lage, mit einem Computer eigenständig Informationen zu suchen und zu bearbeiten. Langsame Internetzugänge und veraltete Rechner sind für die Hälfte der Lehrer Schulalltag. Diese Ergebnisse der ersten internationalen Schulleistungsstudie ICILS haben im November 2014 aufgerüttelt und seitdem wichtige Impulse in der Bildungspolitik gesetzt: 2015 stimmte der Bundestag bezugnehmend auf die Ergebnisse der Studie einem Antrag zur Digitalen Bildung zu. Im Juni dieses Jahres haben die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den digitalen Wandel in der Bildung als Schwerpunktthema für 2016 ausgerufen. In einer Gesamtstrategie aller Bundesländer ist angedacht, dass sich die Bundesländer dazu verpflichten, die auf der Grundlage der in der Studie formulierten Kompetenzstufen für Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien in die Lehrpläne aufzunehmen. Neben anderen Bundesländern hat auch NRW bereits seine Lehrerbildung geändert: Prüfungsrelevante Unterrichtsbesuche, die digitale Medien einbeziehen, werden zukünftig für alle Referendarinnen und Referendare verpflichtend.

Die im Juli gestartete zweite Runde der IEA-Studie wird durch eine erneute Erhebung im Jahr 2018 den aktuellen Status der digitalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sowie die Rahmenbedingungen an Schulen ermitteln und diese international und mit den vorherigen Ergebnissen vergleichen. Schülerinnen und Schüler von 150 repräsentativ gezogenen Schulen aus allen Bundesländern werden dabei in computerbasierten Tests auf ihre Fähigkeiten geprüft.

Erstmals wird bei der Studie auch der noch junge Forschungsbereich „computational thinking“ für Deutschland erfasst. Dabei wird untersucht, ob die Jugendlichen in der Lage sind, Probleme zu erkennen, die mithilfe von Computern bewältigt werden können, und diese in Teilschritten von einem Computer oder einem Menschen lösen zu lassen – wie beispielsweise für ein selbstfahrendes Auto eine Strecke festzulegen. „2019 werden wir zum ersten Mal Erkenntnisse über diesen Bereich für deutsche Schülerinnen und Schüler vorliegen haben“, erklärt Dr. Brigit Eickelmann, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Paderborn. Eickelmann koordiniert dort die Studie als wissenschaftliche Leiterin für Deutschland – damit wird die Hochschule nationales Forschungszentrum.

Durch die Forschungsschwerpunkte im Bereich der Informationstechnologien hat die Universität Paderborn bereits frühzeitig auf die Vermittlung von Medienkompetenzen und den Umgang mit neuen Technologien in den Lehramtsstudiengängen gesetzt. Fachübergreifend ist der Erwerb von Medienkompetenzen ein wichtiger Baustein der Paderborner Hochschuldidaktik.

International wird auch der neue Studienzyklus wissenschaftlich vom Australian Council for Educational Research (ACER), Melbourne, geleitet. Erstmalig werden nun u. a. Frankreich, Italien, die Vereinigten Staaten sowie Finnland an der Studie teilnehmen.

Siehe auch:
http://upb.de/icils2018
http://www.heinz-schmitz.org



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