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25.05.2017
Satelliten erkennen Geisterfahrer (Heinz Schmitz)

Falschfahrer verursachen immer wieder schwere Unfälle. Der ADAC zählte im vergangenen Jahr 2.200 Warnmeldungen im Verkehrsfunk. Prof. Bernd Eissfeller von der Universität der Bundeswehr München hat einen neuen Algorithmus entwickelt, der Geisterfahrer über Galileo-Signale aufspürt, um andere Autofahrer rechtzeitig vor ihnen zu warnen.

In der im April 2017 veröffentlichten Statistik des ADAC häuften sich die Warnungen vor Geisterfahrern vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen. Insbesondere an Wochenenden und im Sommer waren Falschfahrer auf der Autobahn unterwegs. Mit einem Geisterfahrerwarnsystem wollen das Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung der Universität der Bundeswehr München und das Institut für Ingenieurgeodäsie der Universität Stuttgart Fahrer mit Hilfe von Signalen des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo – ein Pendant zum amerikanischen GPS – wieder auf die richtige Spur bringen und Verkehrsteilnehmer schützen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln im Projekt „Ghosthunter“ praxisnah eine Testversion. Das Projekt beruht auf einer Initiative des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Fahrzeuge könnten Galileo-Signale im Zusammenspiel mit anderen Sensordaten zum Beispiel künftig nutzen, um sich selbst im Straßenverkehr zu orten und zu navigieren. Im Vorhaben „Ghosthunter“ will Prof. Eissfeller Geisterfahrern eine möglichst genaue Position auf einer digitalen Karte zuweisen: „Hier geht es um Dezimeter. Wir wollen nicht, dass aufgrund von Ortungsfehlern ständig Falschmeldungen im Radio laufen“, sagt der Experte für Satellitennavigation. Ein auffälliger Warnhinweis im Fahrzeug könnte Autofahrer, die nur versehentlich auf die falsche Spur abbiegen, rasch auf ihren Fehler aufmerksam machen – bevor ihnen andere entgegen kommen. Auch diese sollen über den Galileo-Empfänger im Auto gewarnt werden.

„Um möglichst Viele zu erreichen, würden wir auch einen sogenannten eCall absetzen“, erklärt Eissfeller. Über eCall sendet das Fahrzeug per Satellit selbstständig einen Notruf mit den genauen Koordinaten an eine Leitzentrale. „So kann die Leitstelle betroffene Autofahrer über den Verkehrsfunk rechtzeitig informieren und Unfälle mit Geisterfahrern vielleicht sogar verhindern“, so der Professor für Navigation. Ecall wird ab April 2018 in allen Neuwagen Pflicht.

Siehe auch:
http://www.unibw.de/
http://www.heinz-schmitz.org


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