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09.06.2017
Cyberkriminelle nutzen Instagram als Einfallstor (Heinz Schmitz)

Die Hacker-Gruppe Turla nutzt Erweiterungen im Firefox-Browser, um das beliebte soziale Netzwerk Instagram für ihre Zwecke zu missbrauchen und Opfer auszuspionieren. Die Verbreitung erfolgt über Instagram-Kommentare. Eine neue Herausforderung für die Security-Branche

Seit 2007 attackiert die Cyberspionage-Gruppe Turla Regierungen sowie Regierungsvertreter und Diplomaten. Nun hat sie ihrem Arsenal ein neues Werkzeug hinzugefügt: Der Sie Sicherheitsexperten von Eset haben eine neue Angriffsstrategie analysiert, bei der die Gruppe eine Firefox-Erweiterung nutzt, um das beliebte soziale Netzwerk Instagram für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Die Taktik der Turla-Gruppe besteht üblicherweise in der Kompromittierung von Webseiten, die von den anvisierten Opfern häufiger aufgerufen werden - sogenannte "Watering-Hole-Attacken". Einmal ins Netz gegangen, werden die Nutzer auf einen Command-and-Control-Server (C&C) umgeleitet, über den die Geräte der Opfer Befehle empfangen und überwacht werden können.

Bei der Beobachtung aktueller Turla-Kampagnen fiel den Forschern von Eset eine Firefox-Erweiterung auf, die erst kürzlich als schädlich eingestuft wurde. Im Gegensatz zu älteren Versionen nutzt diese Erweiterung eine bit.ly-Kurz-URL, um Kontakt zum C&C-Server herzustellen. Dieser URL-Pfad findet sich allerdings nicht in der Firefox-Erweiterung, sondern wird über die Kommentarfunktion einzelner Instagram Posts verbreitet - so beispielsweise unter einem Bild auf dem Account von Britney Spears.

Um an die bit.ly-URL zu gelangen, durchsucht die Erweiterung alle Instagram-Kommentare. Für jeden Kommentar, den sie berechnet, hat sie einen benutzerdefinierten Hashwert. Wenn der Hashwert mit der Zahl 183 übereinstimmt, wird der URL-Pfad aus dem Kommentar gezogen. "Die Tatsache, dass Turla Social Media nutzt, um C&C-Adressen wiederherzustellen, macht Anbietern von Cybersecurity-Lösungen das Leben schwer. Mit dieser Taktik lässt sich böswilliger von normalem Traffic in Social-Media-Kanälen kaum noch", so Jean-Ian Boutin, Senior Malware Researcher bei Eset. "Da die Informationen für die Command-and-Control-URL in einfachen Kommentaren versteckt sind, hat der Angreifer die Möglichkeit, diese einfach zu ändern oder komplett zu löschen."

Um nicht selbst Opfer einer solchen Watering-Hole-Attacke zu werden, empfehlen die Sicherheits-Forscher Browser und deren Erweiterungen stets aktuell zu halten. Zudem sollten Nutzer Erweiterungen und Add-ons nur aus seriösen Quellen laden und installieren. Glücklicherweise sind moderne Cybersecurity-Lösungen in der Lage, verdächtige Webseiten, welche potentiell schädliche Inhalte verbreiten, zu erkennen und den Nutzer rechtzeitig zu warnen.

Siehe auch:
https://www.welivesecurity.com/deutsch/2017/06/07/turla-watering-hole-firefox-erweiterung-missbraucht-instagram
http://www.eset.com/de/
http://www.heinz-schmitz.org



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