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07.07.2017
Nützlicher Freund Geldautomat (Heinz Schmitz)

ruk - Wir Deutsche lieben Bargeld. Deshalb gehen wir besonders oft zum Automat der Banken. Den gibt es seit 50 Jahren.

von Rudi Kulzer
Nach Angaben von Banken heben hierzulande 60 Prozent mehrmals im Monat Geld vom Geldautomaten ab, die Hälfte sogar jede Woche. Dies bestätigt die Bundesbank. Nach deren Erhebungen wurden im Jahr 2015 2,2 Milliarden Mal Geld aus dem Automaten abgehoben. Dabei spuckten die Maschinen 367 Milliarden € aus. Eingezahlt wurden 104 Milliarden €. Nur sechs Prozent der Deutschen geben an, dass Geldautomaten nicht benutzen.

Die nützliche Erfindung Geldautomat feiert heuer sein fünfzigjähriges Jubiläum. 1967 hatte der Schotte John Shepard-Barron ein Problem. Er wollte an einem Samstag bei seiner Bank wie damals üblich einen Scheck einlösen und dafür Bargeld zu erhalten. Doch die Bank hatte leider schon geschlossen. Er konnte zwar dann Bargeld an der Tankstelle erhalten, doch das Problem ließ sie nicht mehr los. Wieso kann man Schokoriegel aus einem Automaten ziehen, aber keine Geldscheine, fragte er sich?

Da half ihm sein Job: Der findige Schotte arbeitete bei dem Unternehmen De La Rue, wo er das Drucken von Banknoten und Aktien überwachten. So fiel es dem Fachmann für Geldscheine offensichtlich nicht schwer, ein funktionstüchtiges Gerät zu erfinden, das das Problem lösen sollte. Er zeigte es den Chefs der britischen Bank Barclay. Diese ließen daraufhin die ersten sechs Geldautomaten bauen. Sie wurden am 27. Juni 1967 in ihrer Filiale in Enfield im Norden von London in Betrieb genommen. Im Angelsächsischen heißen diese Geräte ATM (Automated Teller Maschinen). Teller wird in diesen Ländern der Bankangestellte hinterm Tresen genannt, der das Geld auszahlt.

Eine nützliche Erfindung erobert die Welt
Aus der Erfindung wurde eine Story, die rasch die ganze Welt eroberte. Noch heute, 50 Jahre nach der nützlichen Erfindung, nimmt die Einrichtung von Geldautomaten trotz digitalem Zahlungsverkehr weiter zu. Viele schätzen es, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit frische Scheine ziehen kann, besonders in Deutschland.
In Deutschland hatte die Kreissparkasse Tübingen am 27. Mai 1978 den ersten Geldautomaten aufgestellt. An diesem konnten jedoch nur 1000 ausgewählte Kunden Geld abheben. Um 400 DM zu erhalten brauchte man einen Spezialschlüssel für den Tresor eine Identifikationskarte aus Plastik und Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten.

Der erste Automat, der mit einem Banknetz verbunden war, kam in 1978 bei der Kreissparkasse Köln zum Einsatz. Das Manko damals: der Automat, wie der Hersteller, heute Diebold Nixdorf, berichtete, waren noch wie auch in Tübingen, in der Bank selbst installiert und damit nur zum Schalterzeiten zugänglich. Das wäre heute undenkbar.

Bei der Anzahl der Geldautomaten haben die Österreicher, die das Gerät Bancomat nennen, die Nase vorn. Auf je 1 Million Einwohner kommen ganze 1600 Geldautomaten. Das ist fast doppelt so viel wie beim EU-Durchschnitt. In Deutschland liegt die Zahl bei 1052 (Quelle Statistica). Die wenigsten Automaten gibt es mit 335 in Schweden. In Skandinavien ist auch der Einsatz von bargeldlosen Zahlungsmethoden besonders weit fortgeschritten.

Zur Sicherheit sollte das Abheben mit einer sechsstelligen Nummer (PIN) geschehen Doch Shepherd- Barron erinnerte sich, dass seine Frau ihm erklärte, sie könne sich nur vier stellige Zahlen merken. So haben wir bis heute vierstellige Code-Nummern.

Gefahr am Geldautomat
Wo immer elektronisch bezahlt wird, lauern auch Kriminelle. Das BKA warnt davor, dass die sie immer häufiger versuchen, Bankkarten zu kopieren, statt Geld aufwendig von aus einem Banktresor zu stehlen. Dazu montieren sie falsche Eingabeschlitze und zusätzlich fast unsichtbar eine kleine Kamera. Damit wird die PIN Nummer fotografiert. Solche Manipulationen sind nicht leicht zu erkennen. Automatenhersteller und Banken haben jedoch reagiert und eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen eingebaut, so dass dieser Weg erschwert ist.

Aus diesem Grund konzentrieren sich professionelle Bankautomatenbetrüger stark auf das Abheben im Ausland. Dort funktionieren einfache Kopien der Karten noch. Die Behörden bemühen sich aber, dass alle Geldautomaten in Europa auf neu fälschungssichere Chips umgestellt werden. Doch die Kriminellen haben schon wieder eine neue Lücke gefunden. Sie manipulieren häufige Kartenterminals in Geschäften. Wer an der Supermarktkasse mit der Karte bezahlt kann leicht ein Opfer eines Kartenbetrügers werden.


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