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20.09.2017
Cyber-Angriffen im Wahlkampf-Finale? (Heinz Schmitz)

Zurzeit herrscht Angst vor Cyber-Angriffen im Wahlkampf-Finale. Eine Mehrheit befürchtet Auswirkungen von Fake News, Hackerangriffen und Social Bots auf Bundestagswahl Deswegen fordern viele Insider mehr digitale Bildung und bessere Vermittlung von Digitalkompetenzen.

In der Bevölkerung gibt es die weit verbreitete Sorge vor einer Beeinflussung des Bundestagswahlergebnisses durch Fake News, Hackerangriffe und Social Bots. Acht von zehn Bundesbürgern ab 18 Jahren (78 Prozent) sehen die Gefahr, dass gezielt gestreute Fake News in Umlauf gebracht werden, die das Ergebnis der Bundestagswahl verändern. Etwa ebenso viele (77 Prozent) befürchten, dass Hacker die anstehende Wahl manipulieren könnten, etwa indem interne Informationen über Parteien oder Politiker veröffentlicht werden. Sieben von zehn (68 Prozent) sind der Meinung, dass der Einsatz von Social Bots in Sozialen Netzwerken das öffentliche Meinungsbild verfälschen könnte. Und zwei Drittel (65 Prozent) glauben, dass fremde Staaten versuchen werden, den Wahlkampf über digitale Angriffe zu beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung unter 1.009 Wahlberechtigten, die der Digitalverband Bitkom im Vorfeld der Bundestagswahl in Auftrag gegeben hat. „Auch wenn die Analyse der Wahlen in den USA und Frankreich gezeigt hat, dass die Auswirkungen von Falschnachrichten wohl sehr viel geringer waren als zunächst angenommen: Viele Bürger haben Sorgen und Ängste vor Manipulationen. Sie brauchen Hilfestellung, um die Echtheit von Texten, Bildern und Videos im Internet schnell und zuverlässig einschätzen zu können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Zugleich sieht der Bitkom-Chef aber auch Unterschiede zu den vorangegangenen Wahlkämpfen in anderen Staaten. „Die breite öffentliche Debatte über Fake News, Hate Speech und Wahlbeeinflussung hat die Menschen in Deutschland sensibilisiert und kritischer gemacht.“

„Sensiblisierung ist der erste Schritt. Jetzt muss das Handwerkszeug bereitgestellt werden, um dies in die Praxis zu übersetzen“, sagt Rohleder weiter. „Wenn wir die Digitalisierung der Bildung und die Vermittlung von Digitalkompetenzen vorantreiben, ist das die beste Antwort auf Ängste vor Fake News, Hate Speech und Social Bots.“ Für die kommende Legislaturperiode setzt sich der Bitkom für eine aktive digitale Gesellschaftspolitik ein. Rohleder: „Alle Menschen in Deutschland müssen an den Chancen der Digitalisierung teilhaben können, unabhängig von Wohnort, Alter und sozialer Herkunft.“ Für die große Mehrheit der Bevölkerung gehört Bildung zu den wichtigsten digitalpolitischen Themen. 93 Prozent sehen die Digitalisierung von Bildungseinrichtungen als wichtig an, 88 Prozent sprechen sich für eine bessere Vermittlung von Digitalkompetenzen für Kinder und Jugendliche aus. Hohe Priorität haben zudem die Bekämpfung von Kriminalität im Internet (95 Prozent) und der Datenschutz (92 Prozent).

Auch der Sicherheitsanbieter FireEye stellt die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage vor. Die Studie zeigt, dass eine Mehrheit der deutschen Bürger (52 Prozent) glaubt, dass die Bundestagswahl von Hackern beeinflusst werden könnte. Die Umfrage, die sich mit der Sicherheit der in Kürze stattfindenden Wahl beschäftigt, führte KANTAR EMNID kürzlich im Auftrag von FireEye durch.

Die wichtigsten Umfrageergebnissen:

* Zweifel über die Sicherheit der staatlichen Sicherheitsmaßnahmen. Fast einer von drei (31 Prozent) der Befragten meint, dass die  Bundespolitik dem Schutz der Bundestagswahl vor Hackern nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Jüngere Befragte (Alter 18 - 29 Jahre) sind bezüglich der Sicherheitsmaßnahmen besorgter als ältere: Hier wird die 40 Prozentmarke überschritten (42 Prozent). Von den älteren Teilnehmern an der Umfrage (Alter 60+) sind hingegen 27 Prozent in Bezug auf die Absicherung der Bundestagswahl besorgt.

* Eine Manipulation der Wahl würde sich auf die Wahlbeteiligung auswirken. Jeder Sechste aller Teilnehmer der Umfrage (16 Prozent) würde im Fall einer Manipulation der Bundestagswahl durch Hacker nicht wählen gehen.. 23 Prozent der Unbesorgten würden bei einer Beeinflussung der Wahl nicht wählen gehen, wohingegen nur 10 Prozent der Besorgten so reagieren würden.

* Besorgte Bürger sehen Parallelen zu den Wahlen in den USA und Frankreich. Von den Besorgten begründen 81 Prozent ihre Position mit der Annahme, dass andere Wahlen in westlichen Ländern wie die Präsidentschaftswahlen in den USA und Frankreich bereits durch Hacker beeinflusst wurden. Sieben von zehn dieser Gruppe vermuten außerdem eine Entzweiung Europas und der USA sowie eine beabsichtigte Schwächung der EU bzw. der NATO als mögliche Motive der Hacker. Diese Befragten glauben, dass Hacker zu diesem Zweck etablierte Parteien schwächen und rechts- oder linksextreme Parteien stärken wollen.

* Die Hälfte der unbesorgten Bürger glaubt nicht, dass Hacker bisher westliche Wahlen beeinflusst haben. Unbesorgte begründen ihre Ansicht mehrheitlich (56 Prozent) mit einer guten Absicherung der Bundestagswahlen gegen eine Beeinflussung durch Hacker. Auch hier ist dieses Sicherheitsgefühl bei älteren Bundesbürgen wesentlich ausgeprägter als bei jüngeren (18-29 Jahre: 35 Prozent / 60+ Jahre: 67 Prozent). Jeder zweite Unbesorgte (50 Prozent) meint zudem, dass Wahlen in westlichen Ländern bisher nicht durch Hacker beeinflusst worden sind, trotz der viel berichteten Hackerattacke auf den französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron.

„Das Vertrauen in die staatliche Cyberabwehr ist deutlich ein Problem. Die Tatsache, dass fast ein Drittel der deutschen Wahlberechtigten meint, dass die Absicherung der Wahlen nicht ausreiche, ist ein besorgniserregendes Ergebnis“, sagt Mike Hart, Vice President Central Europe bei FireEye. „Angesichts dessen ist es nicht nur essenziell, dass staatliche Sicherheitsorgane und verantwortliche Behörden die Sicherheitsmaßnahmen an die aktuellen Gegebenheiten anpassen. Genauso wichtig ist es, den Bürgern diese Maßnahmen zu erklären und damit das Grundvertrauen der Wähler in den demokratischen Wahlprozess zu stärken. Um für eine umfassende Verteidigung gegen potenzielle Manipulationen bestmöglich gerüstet zu sein, bedarf es jedoch mehr als nur aktueller IT-Sicherheitstechnologie. Die Auswertung von Intelligence-Daten über Hackeraktivitäten in Echtzeit und die Beratung durch erfahrene Experten sind ebenso ausschlaggebend, um zunehmend komplexere und immer wieder neue Cyberangriffe wirksam zu bekämpfen."

Siehe auch:
https://www.fireeye.de/
http://www.heinz-schmitz.org



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