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07.03.2018
Zu viele persönliche Informationen im Netz (Heinz Schmitz)

Eine internationale Studie zeigt die Notwendigkeit für mehr Transparenz und Aufklärung im Bereich digitaler Identität. 56 Prozent der Verbraucher machen sich Sorgen darum, dass sie ihre persönlichen Daten online weitergegeben haben. Jeder zweite deutsche Verbraucher gibt an, nicht zu wissen, wie viele Daten online von ihm verfügbar sind. Nur 5 Prozent der Befragten kennen die Inhalte und die Auswirkungen der Datenschutz-Grundverordnung.

Der Plattformanbieter für digitales Identitätsmanagement  ForgeRock veröffentlicht eine internationale Studie zu den Einstellungen der Verbraucher hinsichtlich ihrer eigenen digitalen Identität: Über 53 Prozent der Verbraucher in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA sind sehr besorgt, wie viele persönliche Daten sie bereits online geteilt haben und 57 Prozent wissen nur sehr wenig über ihre Rechte im Hinblick auf ihre eigenen Daten. Die umfassende internationale Studie kann hier heruntergeladen werden und die dazugehörige Infografik erhalten Sie hier.

Deutsche sind über ihre persönlichen Daten in sozialen Netzwerken besorgt
In Deutschland wurden 2.000 Verbraucher in der Studie befragt, die ComRes Global durchführte. 43 Prozent der deutschen Bürger sind besorgt darüber, dass sie persönliche Informationen online weitergegeben haben und ganze 56 Prozent fühlen deutliches Unbehagen darüber, dass sie diese über Social Media-Kanäle geteilt haben. Dabei ist jedoch nur jeder fünfte besorgt, dass er persönliche Informationen über seine Kinder online geteilt hat.

Die Studie zeigt aber auch, dass viele Verbraucher kein Bewusstsein dafür haben, welche Informationen über sie online verfügbar sind, da jeder Zweite angibt, nicht zu wissen, wie viele Daten im Netz von ihm verfügbar sind. Weitere Ergebnisse sind:

* 78 Prozent der Verbraucher nutzen das Internet, um Produkte zu kaufen und Dienste zu nutzen. Aber nur 15 Prozent übermitteln auch ihre Kreditkartendaten online.

* Nur 16 Prozent der Verbraucher nehmen an, dass Twitter Zugang zu Daten über die politische Zugehörigkeit der Nutzer hat.

* Nur jeder vierte Befragte (25 Prozent) glaubt, dass Instagram die Standortdaten seiner Nutzer speichert.

* Ganze 26 Prozent der deutschen Befragten denken nicht, dass Facebook Zugang zu persönlichen Daten seiner Nutzer hat.

* Weniger als die Hälfte der Verbraucher (41 Prozent) ist der Meinung, dass Facebook Informationen darüber hat, ob Nutzer Kinder haben.


Starker Widerstand gegen Marken, die Kundendaten weitergeben
Nichtsdestotrotz sind Verbraucher darüber besorgt, dass ihre Daten mit Dritten geteilt werden könnten. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) würde sich nicht wohl fühlen, wenn ihre persönlichen Daten an Dritte weitergeben werden und nur 29 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass sie personenbezogene Daten teilen würden, um einen persönlicheren Service zu erhalten. Darüber hinaus sind nur 11 Prozent der Befragten dazu bereit, ihre persönlichen Daten an ein Unternehmen zu verkaufen.

Eve Maler, Vice President Innovation & Emerging Technology kommentiert die Studie: „Diese Umfrage zeigt die Sorge vieler Verbraucher, dass ihre digitalen Identitäten online ausgetauscht werden und wie die Informationen von Unternehmen genutzt werden. Wenn Verbraucher wählen könnten, würden sie lieber weniger teilen. Das sollte Unternehmen beunruhigen, da sie auf Verbraucherdaten angewiesen sind, um zum Beispiel Geschäftsentscheidungen zu treffen. Unternehmen müssen diese Bedenken berücksichtigen und sich darauf konzentrieren, Vertrauen und Markentreue aufzubauen, indem sie den Verbrauchern mehr Transparenz und Kontrolle darüber geben, wie sie ihre Daten sammeln, verwalten und weitergeben.“

Unternehmen profitieren von der Nutzung der Daten – sie müssen Verantwortung übernehmen
Viele deutsche Verbraucher glauben (38 Prozent), dass ihre persönlichen Daten hauptsächlich zum Vorteil des anbietenden Unternehmens genutzt werden. Daher ist die Mehrzahl der Meinung (54 Prozent), dass auch die Unternehmen für die Sicherung von Kundendaten verantwortlich gemacht werden müssten. Dagegen glauben nur 13 Prozent der Verbraucher, dass sie selbst für den Schutz ihrer eigenen Daten verantwortlich sind.

Deutsche Verbraucher sind sehr deutlich, wenn es um die Konsequenzen für Unternehmen geht, die ihre persönlichen Daten ohne ihre Zustimmung weitergeben:

* 57 Prozent der deutschen Verbraucher würden die Services des Unternehmens sofort einstellen, wenn sie herausfänden, dass das Unternehmen ihre Daten ohne ihre Zustimmung geteilt hat.

* 52 Prozent der Befragten würden alle vom Unternehmen gespeicherten Daten entfernen oder löschen lassen.

* 48 Prozent würden ihre Familie und Freunde davon abraten, die Dienste des Unternehmens zu nutzen.


Banken und Versicherungen gelten als vertrauensvoller als soziale Netzwerke
Nicht überraschend sehen deutsche Verbraucher Banken (76 Prozent) und Versicherungsunternehmen (79 Prozent) als vertrauensvolle Partner, die verantwortungsbewusst personenbezogene Daten speichern und weiterverwenden. Dagegen gaben nur 63 Prozent an, dass sie sozialen Netzwerken vertrauen. Bei Banken und Versicherungsunternehmen haben Verbraucher eine klare Geschäftsbeziehung, haben einen Ansprechpartner und erhalten zum Beispiel bestimmte Services oder Leistungen. Dadurch wissen sie, dass sie als Kunde geschätzt und wahrgenommen werden. Im Gegensatz dazu bieten soziale Netzwerke ihren Nutzern Erfahrungen und Erlebnisse ohne finanzielle Gegenleistung – stattdessen zahlen die Verbraucher Daten ein. „Wenn diese Unternehmen transparenter agieren würden, wie sich ihre Geschäftsmodelle auf gespeicherte Daten stützen, hätten Verbraucher ein viel besseres Verständnis für ihre Datenschutzrisiken und könnten ihr Verhalten entsprechend anpassen“, so Eve Maler.

Kaum ein Deutscher kennt seine Rechte und die DSGVO

Obwohl viele deutsche Verbraucher besorgt darüber sind, wie ihre Daten verwaltet und weitergegeben werden, wissen nur wenige, wie sie ihre persönlichen Daten in Zukunft schützen und verwalten können:

* Nur ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Verbraucher weiß, wie sie persönliche Daten, die sie online geteilt haben, wieder entfernen kann.

* Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Verbraucher geben an, wenig oder gar nichts über ihre eigenen Rechte in Bezug auf personenbezogenen Daten im Internet zu wissen.

* Nur 22 Prozent der Verbraucher wissen, wer haftet, wenn ihre persönlichen Daten gehackt oder gestohlen werden.

* 40 Prozent der Befragten würde rechtliche Schritte einleiten, wenn persönliche Daten gestohlen wurden, und über ein Drittel (36 Prozent) würde gar gleich die Polizei konsultieren.

Ab dem 25. Mai 2018 tritt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft, die den Verbrauchern neue Rechte bezüglich der Speicherung und Weitergabe von Daten einräumt. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der deutschen Verbraucher geben jedoch an, noch nie etwas von der Grundverordnung gehört zu haben und nur 5 Prozent der Befragten kennen Inhalte der DSGVO. „Unsere Recherchen zeigen eindeutig, dass es dringend notwendig ist, mehr darüber zu erfahren, wie persönliche Daten online verwaltet und weitergegeben werden“, so Eve Maler. „Neue Regelungen wie die Datenschutz-Grundverordnung sollen die Öffentlichkeit wieder in den Mittelpunkt ihrer Daten rücken. Aber es ist klar, dass Verbraucher sich ihrer Rechte nicht bewusst sind und sie nicht wissen, dass sie Kontrolle über ihre digitale Identität haben. Industrie und Regierungen müssen zusammenarbeiten, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Verbraucherdaten verwendet werden und welche Rechte und Schutzmechanismen vorhanden sind. Wenn dies nicht geschieht, verlieren Verbraucher das Vertrauen in die Marken, und das beeinträchtigt den Umsatz und die Reputation der Unternehmen.“

Siehe auch:
http://www.forgerock.com/
https://www.forgerock.com/resources/view/67740227/digital-identity-survey-report.pdf
http://www.heinz-schmitz.org



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