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04.05.2018
Trojaner und Viren am Kickertisch schlagen (Heinz Schmitz)

In den Jahren 2016 und 2017 sind laut einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik 70 Prozent der deutschen Unternehmen und Institutionen Opfer von Cyber- und Hackerangriffen gewesen. Fraunhofer forscht an neuen Abwehrtechnologien gegen Hackerangriffe und gibt die gewonnenen Erkenntnisse im Lernlabor Cybersicherheit an Fach- und Führungskräfte weiter.

Das Thema Cybersicherheit ist komplex und schwer an Unternehmen und Gesellschaft zu vermitteln. Fraunhofer forscht an neuen Abwehrtechnologien gegen Hackerangriffe und gibt die gewonnenen Erkenntnisse im Lernlabor Cybersicherheit an Fach- und Führungskräfte weiter. Mit dem virtuellen Cyberkicker sprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt auch die breite Öffentlichkeit an: Er ermöglicht einen einfachen, unterhaltsamen Zugang zum Themenkomplex IT-Sicherheit, der auch für Fachfremde schnell verständlich und nachvollziehbar ist. Besucher des Ausstellungsschiffs MS Wissenschaft können ihn ab 15. Mai selbst ausprobieren.

In den Jahren 2016 und 2017 sind laut einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik 70 Prozent der deutschen Unternehmen und Institutionen Opfer von Cyber- und Hackerangriffen gewesen. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, da Angriffe oftmals unbemerkt bleiben. Der Vertrauensverlust hemmt die rasche Verbreitung von Digitalisierung und Industrie 4.0. Trotz dieser Zahlen ist das Bewusstsein für derartige Gefahren in der Bevölkerung gering, gut ausgebildete Fachkräfte sind rar. »Die Notwendigkeit zu Weiterbildungen bei Cybersicherheit wird in Unternehmen noch nicht gesehen oder oft erst dann, wenn es zu spät ist», weiß Theresia Gierull von der Fraunhofer Academy. »Doch je digitaler der Arbeitsalltag wird, umso leichter können Hacker angreifen oder Computerviren ganze Infrastrukturen lahmlegen. Um fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu sein, sollte sich jeder Einzelne auch mit dem Thema IT- Sicherheit auskennen.«

Arbeitswelten der Zukunft auf der MS Wissenschaft
Die Weiterbildungsplattform der Fraunhofer-Gesellschaft will der Thematik mit dem interaktiven Infotainment-Spiel Cyberkicker mehr Aufmerksamkeit verschaffen und damit auch breitere Bevölkerungsschichten erreichen. Anlässlich des Wissenschaftsjahrs 2018 »Arbeitswelten der Zukunft« ist der virtuelle Kicker auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft zu sehen, das vom 15. Mai bis zum 9. Oktober auf Flüssen und Kanälen in Deutschland unterwegs ist.

Beim Cyberkicker schauen beide Spieler statt auf ein Spielfeld auf ein Display, statt Figuren aus Holz oder Plastik bewegen sie mit den Griffen digital symbolhaft dargestellte Schad- und Abwehrsoftware. Gespielt wird nicht wie üblich mit einem weißen Plastikball. Stattdessen kämpfen die Kontrahenten um eine Computerdatei. Diese kann vom Angreifer mit Schädlingen – Trojanern, Viren oder Spam – infiziert und vom Verteidiger durch Anti-Virus-Software sowie Spam-Filter abgewehrt werden. Wer durch geschicktes Passspiel und Taktik nach zwei Minuten möglichst mehr infizierte bzw. saubere Dateien ins Computer-System befördert, gewinnt. Das Prinzip von Angriff und Verteidigung wird auch in den realen Szenarios des Lernlabors Cybersicherheit eingesetzt, um Fachkräfte aus Unternehmen anhand von Simulationen praxisnah zu schulen.

Spielerisch für ein komplexes Thema sensibilisieren
»Wir vermitteln auf spielerische und unterhaltsame Weise das wichtige Thema Cybersicherheit. Nach dem Spiel verstehen auch Fachfremde die Grundprinzipien von Cyberangriffen und deren Abwehr, sind dafür sensibilisiert, wie wichtig Know-how in diesem Bereich ist«, sagt Gierull. Es besteht die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und auch die Sichtweise des Hackers einzunehmen. Durch seine nahezu unendlich große Zahl an Möglichkeiten – kein Spielzug ist wie der andere – bildet das Spielen mit dem Cyberkicker vereinfacht die komplexe Situation bei Hackerangriffen ab. »Der Cyberkicker stellt die Bedeutung von IT- Sicherheit lebensnah, persönlich relevant und leicht nachvollziehbar dar. Die Spieler können das gewonnene Wissen zu Hause anwenden, aber auch in ihr Unternehmen tragen und das Thema dort weiter voran bringen. Das ist dringend notwendig, wenn man sich die Schäden in Milliardenhöhe ansieht, die Hackerangriffe verursachen«, sagt Gierull.

Siehe auch:
https://www.academy.fraunhofer.de/
http://www.heinz-schmitz.org



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