|
 |
 |
 |
| | Kein Auto ohne Computer (Heinz Schmitz) |
|
Vorbei sind die Zeiten, da das Auto ausschließlich zu Beförderung von A nach B diente. IT übernimmt im Auto laufend mehr Aufgaben. Eine integrierte SIM-Karte ermöglicht Zugriff auf Dienste im Internet.
Autos sind mittlerweile rollende Computer. Bis zu 80 eingebettete Rechensysteme, Steuergeräte und rund ein Gigabyte Software steuern in modernen Fahrzeugen sämtliche Komponenten und technische Extras. Das reicht vom Bremsspurassistenten über den CD-Player bis hin zum Navigationsgerät. Ein Ende des Softwarebooms ist nicht absehbar. Der Wunsch nach mehr Komfort und Sicherheit führt zu immer komplexeren Systemen, deren einwandfreies Zusammenspiel zusehends schwieriger wird.
Dass die Komponenten meist von verschiedenen Zulieferern mit unterschiedlichen technischen Standards kommen, erschwert die Integration der Module. Hier will die 2003 gegründete Initiative Automotive Open System Architecture odr kurz AUTOSAR (http://www.autosar.org), in der sich zahlreiche Hersteller und Zulieferer aus der Automobilindustrie zusammengeschlossen haben, bessere Bedingungen schaffen und einheitliche Softwarestandards erarbeiten.
Mit dem Programm Assessment Studio hat beispielsweise das Fraunhofer Institut (http://www.fokus.fraunhofer.de) auf der Nürnberger Fachmesse embedded world (http://www.embedded-world.de) eine Lösung gezeigt, die Entwickler beim Erstellen von AUTOSAR-konformen Anwendungen für eingebettete Systeme unterstützt. Ebenso wie ein Redakteur seinen Text vor dem Publizieren auf Rechtschreibfehler prüft, müssen Entwickler und Ingenieure ihre Funktionsmodelle zunächst auf inhaltliche Standardkonformität überprüfen, bevor effiziente und sichere Software generiert wird.
Dabei ist es nach Erkenntnissen von Fraunhofer unerlässlich, dass die Modelle korrekt und konsistent sind. Bislang erledigen Modellierer diese Aufgabe manuell, bei komplexen Modellen ist das händische Verfahren jedoch sehr fehlerträchtig und zeitaufwändig. "Assessment Studio erledigt diese Aufgabe automatisch. In Sekundenschnelle werden die Funktionsmodelle und abhängige Dokumente auf ihre Konformität plattformunabhängig geprüft. Hierfür liefert das Programm die entsprechenden Regeln wie beispielsweise AUTOSAR gleich mit", teilt Fraunhofer mit.
Experten gehen davon aus, dass der IT-Anteil im Auto in den nächsten Jahren weiter anwachsen wird. So baut die Deutsche Telekom die Kommunikation zwischen Maschinen weiter aus. Autos werden zu einem beweglichen Teil des Netzwerks. Beispielsweise können Logistikfirmen ihre Lastwagen vernetzen, um schneller auf technische Probleme zu reagieren und die Wartungsintervalle besser zu handhaben. Softwareaktualisierungen kann man automatisch vornehmen, ohne Autos in die Werkstätten zu beordern.
Spannend sei alles, was sich unter der Überschrift "Connected Services" für Autos abspiele, sagt Michael-Maria Bommer, Generalmanager von Nuance (http://www.nuance.de). "So bekommt mein PKW in Zukunft eine SIM-Karte, mit der ich unterschiedliche Webdienste abrufen kann: Musikwünsche, aktuelle Stauwarnungen, Navigation, Ortung eines gestohlenen Fahrzeugs oder Geschwindigkeitsalarm".
Ein kritischer Aspekt sei allerdings, dass diese Dienste ohne Ablenkungsrisiko für den Fahrer zugänglich sein müssen. Hier setzt Nuance auf die Plattform "Voice Control Automotive" (http://www.nuance.de/news/20100201_voicecontrol.asp). Sie erschließt nach Firmenangaben den Automobilherstellern die Möglichkeit, alle integrierten Infotainment-Systeme durch Sprache steuern zu lassen, so dass die Fahrer die Vorteile der Connected Services in vollem Umfang nutzen können, ohne den Blick von der Straße abwenden oder die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.
(Quelle: http://www.pressetext.de)
|
|
|