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TV-SENDUNGEN

03.03.2011
Folge 54

Melodyne - der Musikeditor

Heinz Schmitz

Vor etwa 10 Jahren hatte Peter Neubäcker eine Idee, wie man audiodateien nachträglich bearbeiten kann. Er nannte seine Software Melodyne und gründete die Firma Celemony (http://www.celemony.com). Wir haben uns die Software angesehen und in der Sendung kurz gezeigt, was man alles mit fertigen Musikstücken anstellen kann. Es geht soweit, dass ein einzelner falsch gesungener oder gespielter Ton im fertigen Mix korrigiert werden kann. Auch wen man nachträglich feststellt, das ein Instrument ein klein wenig verstimmt war, kann diese Stimme nachtäglich in die richtige Lage gebracht werden.

Das Verfahren nennen Peter Neubäcker und seine Entwickler DNA Direct Note Access. Die Handhabung ist denkbar einfach. Ein Musikstück oder eine Stimme wird als Sound-Datei eingelesen. Melodyne zerlegt das Stück in einzelne Töne bzw. Noten und stellt diese auf dem Bildschirm dar. Dazu rechnet Melodyne aus ganzen Akkorden jeden einzelnen Ton heraus und stellt die Klänge in einem Raster dar. Nun verändert der Anwender nach Belieben Tonhöhe, zeitliche Lage oder Lautstärke. So gleicht der Musiker zum Beispiel Samples an eine Tonart an oder korrigiert falsch eingespielte Töne. Jeder einzelne Ton kann nun angepackt und manipuliert werden oder man lässt Korrekturalgorhytmen über ausgewählte Stücke des Songs laufen.


Musikstücke bzw. wie hier eine Gitarrenstimme, wird in einzelne Töne zerlegt, die manipuliert werden können. (Grafik: Celemony)

Über ein Auswahlmenü kann schnell die für die Aufnahme verwendete Skala bzw. Tonart geändert werdemn, Samples von Dur nach Moll transferieren oder in exotische Klänge verwandelt werden. Mithilfe eines MIDI-Keyboards passt das Programm beim Spielen eines Dreiklangs die Akkordstruktur der Aufnahme automatisch an.

Die Königsdisziplin für die Produzenten ist die Gesangskorrektur. Zwar konnte Melodyne ebenso gut andere einstimmige Instrumente und perkussives Material bearbeiten, aber bei sensiblen Lead Vocals tritt die Güte seiner Algorithmen besonders zutage. Automatisch könne die gesungenen Töne in die gültige Notenskala bzw. Tonart gezogen werden. Bei dem Automatischen Verfahren werden allerdings die Jazzsinger unzufrieden sein. In der Musikrichtung ist es üblich, sich an die Töne „heranzuschleichen“. Diese durchaus beabsichtige Annäherung würde, wenn der Toningenieur es will, gnadenlos richtig gezogen.

Melodyne erlaubt durch seine Technologie sogar das Verändern einzelner Noten in den Aufnahmen mehrstimmiger Instrumente wie Klavier und Gitarre. Hat man mehrere Instrumente, so kann es problematisch sein, einzelne Instrumente in dem Mix zu Manipulieren. Spielen sie den gleichen Ton, so würde eine Änderung alle Instrumente betreffen.

„Hinter Melodyne steht vor allem der Wunsch, die Musik in den Audiodaten zu verstehen“, so Peter Neubäcker. „Und je mehr wir über diese Musik wissen, desto bessere Bearbeitungsmöglichkeiten können wir dem Anwender dafür geben. Ich glaube, dass hier weitere Verbesserungen möglich sind, durch die Melodyne intuitiver werden und gleichzeitig ein noch größeres kreatives Potenzial bieten kann.“

Melodyne editor läuft unter Windows und Mac OSX und arbeitet sowohl als eigenständiges Programm oder als Plugin in gängigen Sequenzerprogrammen. Wie die bereits bekannten Melodyne-Editionen bietet die Anwendung zahlreiche Werkzeuge zur musikalischen Bearbeitung von Audiomaterial. Der Melodyne assistant enthält aber DNA und kostet 199 Euro. Das Melodyne studio bundle fasst Melodyne studio 3 mit dem editor zusammen und steht für 699 Euro zum Verkauf.


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