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TV-SENDUNGEN

06.10.2011
Folge 68

Lichtfeld Fotografie

Heinz Schmitz

Es wäre doch schön, wenn man Urlaubsvideos und Fotografische Erinnerungen einfach so knipsen oder filmen könnte ohne sich um Schärfeneinstellungen kümmern zu müssen. Der wackelnde Grashalm vor dem Objektiv, der den  Autofokus außer Tritt bringt, wäre dann kein Thema mehr. In Ruhe zu Hause aussuchen, ob die Gruppe im Vordergrund oder das spektakuläre Schloss im Hintergrund der Star des Fotos sein soll und entsprechend die Schärfe nachträglich am Rechner einstellen.


Sieht aus wie eine normale Industriekamera kann aber mit einem Objektiv sogar 3-D Bilder liefern – eine Lichtfeldkamera von Raytrix. (Foto. Raytrix)

Christian Perwaß von der Firma Raytrix (http://www.raytrix.de)  hat uns in der Sendung gezeigt, dass das kein Traum bleiben muss. Der Schlüssel heißt Lichtfeld Fotografie (http://www.raytrix.de/index.php/Technologie.html). Hier wird vor den Bildsensor ein Microlinsen-Array positioniert. Diese kleinen Linsen lenken die einkommenden Lichtstrahlen auch mehrere Bildpixel. Je nach Einfallswinkel ist die Helligkeit der von einer Mikrolinse bestrahlten Bildpunkte unterschiedlich. Per Software kann daraus der Einfallswinkel zurückgerechnet werden. Aus diesen gesammelten Informationen lassen sich das die unterschiedlichen Schärfeebenen rekonstruieren. Und wie wir in der Sendung sehen konnten, können daraus auch echte 3-D Bilder berechnet werden, die, wie im richtigen Leben,  sowohl horizontale wie auch vertikale räumliche Darstellungen ermöglichen.  Allerdings reduziert sich die Auflösung des Endbildes auf die des Mikrolinsen-Arrays.


Die Vergrößerung eines Mikrolinsen-Arrays vor dem CCD-Sensor. Es ermöglicht spektakuläre Aufnahmen. (Foto. Raytrix)

Lichtfeld Fotografie (http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtfeld) mit so genannten  Plenoptischen Kameras (http://de.wikipedia.org/wiki/Plenoptische_Kamera) sich eigentlich schon seit 1903 bekannt, jedenfalls in der Theorie.  Allerdings hat die Umsetzung für den Einsatz in der Industrie lange auf sich warten lassen. In der Industrie werden die Systeme, wie uns Christan Perwaß berichten konnte vor allem für die optische Qualitätskontrolle unter schwierigen optischen Bedingungen eingesetzt. Bei dem Verfahren, das von Raytrix entwickelt wurde, reduziert sich die Auflösung durch viele Tricks nur um Faktor 4. Die sind die Linsen im Mikrolinsen Array nur 20 µm klein.

Im privaten Bereich ist die Technik bis heute noch nicht angekommen, das die Kameras extrem präzise gefertigt werden müssen und deswegen schnell die Geldbeutel überstrapazieren. Eine Version für Endverbraucher will das amerikanische Startup-Unternehmen Lytro (http://www.lytro.com) auf den Markt bringen. Liefertermine und Preise stehen allerdings zurzeit noch nicht fest.


Suprenum war ein ehrgeiziges Projekt

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatten sich zwei Wissenschaftler ein Projekt ausgedacht, das sehr hoch hinaus wollte. Man wollte den schnellsten und effektivsten Computer der Welt bauen. Für kurze Zeit konnte der Suprenum Rechner tatsächlich die Weltspitze in punkto Geschwindigkeit einnehmen. Doch bald hatte die amerikanische Konkurrenz ihre Domäne zurückgeholt.

Suprenum und Computerclub haben zwei Dinge gemein. Sie wurden beide etwa in der gleichen Zeit geboren.
Prof. Trottenberg und sein Partner Prof. Gilois wollten sehr frühzeitig schon parallele Strukturen einbauen. Doch bis heute hat noch niemand ein Patentrezept für die parallele Verarbeitung gefunden.



Doch damals war es noch möglich, Gelder aufzutreiben, um solche teuren Versuche zu realisieren. Als die Suprenum Maschine fertig war, war ihr Lebenszyklus bereits beendet. Es stellte sich heraus, dass ein solcher Computer keine Chance hatte, um auf dem Markt erfolgreich agieren zu können.

Damit war das Todesurteil gesprochen. Der Rechner, der in der damaligen GMD (Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung) entstand und auch in einem Keller im Schhloß Birlinghoven sein Gnadenbrot bekam, wurde später der Hauptplatinen beraubt.

4 Platinen bildeten das Herz der Suprenum Maschine. Mittlerweile sind diese Platinen museumsfähig. Und eine Platine wurde mir in einem kleinen Festakt gewidmet. Ich bin wahnsinnig stolz darauf, dass ich einen Teil eines ehrgeizigen Versuchs zu Hause habe und betrachte immer wieder die Schönheit des Designs. Zu jener Zeit waren die Einzelteile noch richtig gut ausgeprägt und bieten dem Betrachter Geschichte und Zukunft zugleich.


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